Waltraud Huck (l.) macht einen Hörtest bei Elke Gudd. Dabei will sie sich erst informieren,bis sich sie für oder gegen ein Hörgerät entscheidet. - © FOTO: JOHANNES WÖPKEMEIER
Waltraud Huck (l.) macht einen Hörtest bei Elke Gudd. Dabei will sie sich erst informieren,bis sich sie für oder gegen ein Hörgerät entscheidet. | © FOTO: JOHANNES WÖPKEMEIER

Bad Oeynhausen Trotz Tinnitus gelassen bleiben

Bei der ersten Informationsveranstaltung in der Klinik am Osterbach geben Experten Tipps zum Umgang mit Ohrgeräuschen

Bad Oeynhausen "Wir müssen lernen, mit dem Tinnitus zu leben". Dr. Petra Scheer bringt es auf den Punkt. "Einige therapeuthische Maßnahmen sind zum Beispiel Entspannungsübungen und progressives Training", nennt die Chefärztin der Klinik am Osterbach auf der regionalen Informationsveranstaltung für Tinnitus -Patienten Beispiele.

Seit einem halben Jahr hat die die Ärztin die Veranstaltung geplant. "Mir war es wichtig, möglichst vielschichtig über dieses wichtige Thema zu informieren", fügt Scheer hinzu. Deshalb gab es nicht nur Vorträge von (medizinischen) Experten, sondern auch einen Infostand einer Selbsthilfegrruppen.

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Ihrer Einladung kamen mehr als 200 Besucher nach. Ute Scheidler ist eine von ihnen. Die gebürtige Thüringerin absolviert einen Reha-Aufenthalt in Bad Oeynhausen Im Juni hatte sie einen schweren Hörsturz. "Da kommt die Informationsveranstaltung gerade richtig", sagt sie und schaut sich am Stand von Anette Gohlke um. Die Buchhändlerin bietet Lektüre, mit der man progressive Muskelverspannung und Autogenes Training selber lernen kann. "Wichtig ist es, dass man sich erst einmal auf diese Entspannungsübungen einlässt, sonst hilft das natürlich nichts", weiß Gohlke.

Ein paar Meter weiter macht Waltraud Huck mit ihrem Mann Siegfried einen Hörtest am Stand von Elke Gudd, von der Firma Kind-Hörgeräte Ein leichtes Rauschen liegt der Mindenerin durch einen Kopfhörer auf dem Ohr.

Jetzt gilt es die Zahlen, die eine automatische Stimme sagt, nachzusagen. "63". Waltraud Huck kann die Zahl genau raushören Nach dem Test möchte sie sich noch nicht auf ein Hörgerät festlegen, sondern erst einmal ein paar andere Meinungen einfangen. "Ich nehme den Tinnitus in kleinen Räumen nicht so stark wahr wie in großen Räumen", nennt sie ihr Problem. "Außerdem kann Stress in manchen Situationen den Tinnitus auch verstärken", fügt sie hinzu.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Judtka Röhr, Vorsitzende der Tinnitus-Selbsthilfegruppe aus Minden. Auch sie konnte die Besucher nur noch einmal ermahnen. "Nur in 30 Prozent der Fälle kann die Krankheit über mehrere Jahre geheilt werden. Daher ist es viel sinnvoller, zu lernen, mit dem Tinnitus umzugehen", sagt die Expertin.

Ein Grundsatz, den Waltraud Huck sich zu Herzen nimmt. "Ich muss gelassener werden".

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