Mit Scheinwerfern hat die Feuerwehr den Parkplatz am Rehmer Hallenbad ausgeleuchtet. Unter anderem gehen die Helfer mit einer Drehleiter ans Werk. Weiteres Löschwasser spritzt aus einem defekten Schlauch (links) auf den brennenden Sattelauflieger. - © FOTO: PETER STEINERT
Mit Scheinwerfern hat die Feuerwehr den Parkplatz am Rehmer Hallenbad ausgeleuchtet. Unter anderem gehen die Helfer mit einer Drehleiter ans Werk. Weiteres Löschwasser spritzt aus einem defekten Schlauch (links) auf den brennenden Sattelauflieger. | © FOTO: PETER STEINERT

BAD OEYNHAUSEN Feuerteufel erhöht die Schlagzahl

Dritte Brandstiftung innerhalb von drei Tagen: Sattelauflieger brennt am Rehmer Hallenbad

Bad Oeynhausen. Die Nacht zu Dienstag: An der Weserstraße brennen zwei Kleinlaster der Autovermietung Hertz. Der frühe Mittwochmorgen: Auf dem Gelände der Nordumgehung steht ein Baufahrzeug in Brand. Donnerstag um kurz nach 1 Uhr: Aus einem mit Möbeln beladenen und am Rehmer Hallenbad abgestellten Sattelauflieger lodern Flammen. Seit gut einem Jahr hat es die Polizei in Bad Oeynhausen und Umgebung mit einem Feuerteufel zu tun. Der erhöht jetzt offenbar die Schlagzahl.

Jens Fuhr ist mit seinem schwarzen BMW aus dem niedersächsischen Westerkappeln angereist. Sein Navigationsgerät hat ihn zum Rehmer Hallenbad gelotst, wo ein ausgebrannter Sattelauflieger steht. Fuhr ist Havariekommissar und als solcher Sachverständiger für Speditionen oder Versicherungen. "Bad Oeynhausen ist bekannt", sagt Jens Fuhr, nickt mit dem Kopf und meint nicht etwa die erholsame Wirkung des Kurorts, sondern die Brandserie, die seit April 2010 die Polizei beschäftigt.

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Die hat (wie berichtet) eine Sonderkommission namens "EK Feuer" eingesetzt. "Es ist schon erstaunlich, dass wir bislang keinen verwertbaren Hinweise bekommen haben. Obwohl eine Belohnung zur Ergreifung des oder der Täter ausgesetzt ist", sinniert Kriminalhauptkommissar (KHK) Andreas Hahn, der mit seinem Kollegen Heinz Hachmeister (KHK) Donnerstagvormittag die Spuren auswertet.

"Da eine technische Ursache von den Experten der Polizei ausgeschlossen wird, dürfte der Auflieger genau wie die Fahrzeuge in den beiden vorausgegangenen Nächten vorsätzlich in Brand gesetzt worden sein. Wie das genau geschah, steht noch nicht fest", so die Erklärung der Polizei, die noch in der Nacht eine Fahndung auslöst, an der sich mehrere Streifenwagen beteiligen.

Ein Anwohner war durch einen lauten Knall auf das Feuer aufmerksam geworden und hatte die Feuerwehr alarmiert. Die rückt unter Regie von Einsatzleiter Frank Gerken mit 18 Kräften der Wache und der Löschgruppe Rehme an. Die Helfer können trotz Einsatz einer Drehleiter nicht verhindern, dass die gesamte Fracht ein Raub der Flammen wurde.

Das Fahrzeug war am Mittwochabend gegen 20 Uhr abgestellt worden und sollte am nächsten Morgen wieder abgeholt werden. Die aus Polstermöbel, Betten und Stühlen bestehende Ladung war für einen Möbelhersteller in Marl bestimmt. "Das ist ein Fall für den Mülleimer", so Havarie-Kommissar Jens Fuhr nach erster Ansicht.
Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 30.000 Euro. Erst am Vortag war auf der Nordumgehung ein Schaden von 200.000 entstanden. Zwei Tage davor an der Weserstraße sind es 80.00 bis 100.000 Euro.

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