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Polizeieinsatz: Eine Betrügerin wurde festgenommen | © DPA

Bad Oeynhausen Betrugsmasche: Rentner gibt 31-Jähriger insgesamt 200.000 Euro

Polizei zerschlägt Betrügerbande: 31-jährige Frau aus Hannover stellt sich nach zwei Fluchtversuchen den Fahndern

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Hannover. Die Polizeibehörden im Kreis Minden-Lübbecke, Hannover und Ludwigshafen haben eine Bande von mutmaßlichen Betrügern zerschlagen. Der Kopf der Kriminellen, eine 31-jährige Frau aus Hannover, hat sich vor kurzem der Justiz gestellt. Nach ihr wurde seit längerem bundesweit per Haftbefehl gefahndet. Die Bande hatte über einen Zeitraum von gut eineinhalb Jahren einen älteren Mann aus Bad Oeynhausen um einen sechsstelligen Eurobetrag erleichtert. Im vergangenen Jahr meldete sich auf eine Verkaufsanzeige des verwitweten Bad Oeynhauseners die 31-Jährige bei ihrem späteren Opfer. Die Frau stellte sich dem Rentner unter falschem Namen vor und gaukelte ihm vor, dass sie nicht nur an einer geschäftlichen Beziehung interessiert sei. „Bei ersten persönlichen Kontakten erschlich sich die Frau das Vertrauen des gut situierten Seniors", so berichtet die Polizei. Doch diese Treffen fanden schnell ein Ende. Fortan tauschten sich beide nur noch am Telefon aus. Es habe dann nicht lange gedauert, und die 31-Jährige bat den Bad Oeynhausener um Geld, so berichtet Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizei Minden-Lübbecke. Dabei sei es immer wieder um mehrere Tausend Euro gegangen, die die Frau für verschiedenste Anschaffungen, wie Kleidung, Schmuck oder ein Auto, benötigen würde. Rentner schloss "Darlehnsvertrag" mit der Frau ab Der Bad Oeynhausener wollte das Geld allerdings nicht verschenken. Er schloss mit der 31-Jährigen eine Art „Darlehnsvertrags" einschließlich einer Rückzahlungsverpflichtung ab. „Dadurch fühlte er sich abgesichert", so Steinmeyer. Sein Geld – die Rede ist von einem Betrag von knapp 200.000 Euro – sah er jedoch nie wieder. Abgeholt wurden die Beträge an der Haustür des Seniors durch diverse Boten. Als der Rentner sich schließlich der Polizei offenbarte, gelang es heimischen Zivilfahndern im Oktober, eine Geldbotin festzunehmen. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die 14-jährige Tochter der 31-Jährigen. Weitere Ermittlungen brachten die wahre Identität der Frau zum Vorschein. Daraufhin erging gegen die in Hannover lebende Frau ein Haftbefehl. Der ihr zur Last gelegte Vorwurf lautet: schwerer Bandenbetrug. Noch bevor die Polizei die Wohnung der Verdächtigen in Hannover durchsuchen konnte, tauchte die jedoch samt Ehemann unter. Die Ermittler verfolgten ihre Spur bis nach Ludwigshafen. Als die Fahnder dort wenig später bei einer weiteren Durchsuchungsaktion zuschlagen wollten, konnte die Gesuchte erneut verschwinden. Betrugsmasche wurde bereits zuvor angewendet Die Ermittlungen ergaben, dass sie sich zurück nach Hannover begeben hatte. Hier stellte sie sich schließlich in Begleitung ihrer Anwältin vor knapp zwei Wochen den niedersächsischen Behörden. Da die Frau ein Geständnis ablegte, wurde der Haftbefehl gegen sie unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Polizei und Justiz ist die Frau bereits einschlägig bekannt. Derzeit steht die 31-Jährige unter Bewährung, da sie mit der gleichen Betrugsmasche in Hannover bereits ein Opfer um 75.000 Euro betrog. Ermittler und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die jüngste Tat daher nun eine gleich mehrjährige Haftstrafe für die Frau nach sich ziehen wird.

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