Mit Barockrahmen: Der neue Eigentümer des Königshofes, Friedrich Molzahn, ist gespannt, ob dieses Ölgemälde einen Käufer findet. 
Fotos: Heidi Froreich - © Heidi Froreich
Mit Barockrahmen: Der neue Eigentümer des Königshofes, Friedrich Molzahn, ist gespannt, ob dieses Ölgemälde einen Käufer findet.
Fotos: Heidi Froreich | © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Flohmarkt mit Königshof-Raritäten

Ab Freitag: Restbestände aus dem ehemaligen Auktionshaus von Cäcilia Wolf werden verkauft. Erlös wird für krebskranke Kinder gestiftet

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Die Haarbürste hat einen Griff aus massivem Silber, das Wählscheibentelefon ziert Blümchenschmuck, am chinesischen Räuchergefäß sind aufwendige Intarsienarbeiten zu sehen. „Das sollte alles unter den Hammer kommen", sagt Friedrich Wilhelm Molzahn und zeigt auf die kleinen Schilder mit Auktionsnummern. Nun werden die Raritäten aus dem Hotel Königshof nicht versteigert, sondern ab Freitag, 17. November, verkauft. „Zu Preisen auf Flohmarkt-Niveau" verspricht er. Molzahn ist (die NW berichtete exklusiv) nach dem Tod von Cäcilia Wolf neuer Eigentümer des Hotels. Bis 2007 hat Wolf im Königshof auch ein weit über die Grenzen Bad Oeynhausens bekanntes Auktionshaus geführt. Und nach der Aufgabe große Teile der Restbestände im Auktionssaal und Kellerräumen aufbewahrt. Weil vieles zum Wegwerfen zu schade war und Cäcilia Wolf in den letzten Jahren auch angesichts des Umfangs der Sammlung Zeit und Energie fehlten, Objekte einzeln zu verkaufen. Ähnlich ergeht es nun ihrem Erben. Der will dafür sorgen, dass der Königshof wieder zum ersten Haus am Platze wird. Deshalb führt er derzeit intensive Verkaufsverhandlungen mit Interessenten, die „im Gebäude ein Luxushotel, Restaurants und Wohnungen" errichten wollen. Und das möglichst schnell. „Ich möchte schon in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen", kündigt er an. Natürlich werde er dem neuen Eigentümer das Gebäude nicht besenrein übergeben können, möchte aber verhindern, dass – im Zuge der Renovierungs- und Umbauarbeiten – „alles Alte auf der Mulde landet". Einwände des künftigen Eigentümers seien nicht zu befürchten: Das Auktionshaus war ja ein eigenständiger Betrieb, der nicht mit zur Verkaufsmasse gehört. Ebenso wenig wie beispielsweise die Schildkröt-Puppe. Mit der hat Cäcilia Wolf als Kind gespielt und stammt daher aus ihrem Privatbesitz. Zwei Auktionshäuser aus Köln und Düsseldorf haben sich einige Objekte gesichert. Viele weitere Raritäten bietet Molzahn nun zum Verkauf. Im Eckgeschäft unter den Königshof-Kolonnaden – dort wo früher ein Juwelier Fuchs wertvolle Geschmeide angeboten hat. „Hier wird nicht verhandelt", betont Molzahn. Der chinesische Seidenteppich, das Ölgemälde mit Barockrahmen, das Geschirr aus Königlicher Porzellan-Manufaktur – alles wird zu festen Preisen verkauft. Insoweit fühlt sich Molzahn nicht an seine mütterliche Freundin gebunden: Die hat auf einigen Bildern noch die Mindestgebote, die sie bei Versteigerungen verlangen wollte, notiert. In D-Mark und nach Molzahns Einschätzung für einen Flohmarktverkauf zu hoch. Den Erlös des Verkaufs will Molzahn zum überwiegenden Teil für einen guten Zweck spenden. „Damit soll eine Weihnachtsfeier für die onkologische Kinder-Station in der Berliner Charité finanziert werden", verspricht der Mediziner. Das ist ganz im Sinne der Verstorbenen: Cäcilia Wolf hat zu Lebzeiten selbst solche Weihnachtsfeiern für krebskranke Kinder mit Sachspenden unterstützt. ´? Das Flohmarkt-Geschäft ist freitags von 15 bis 18 Uhr, sowie samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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