Negativ: Oft hapert es an der Beleuchtung. Aus diesem Grund bieten KfZ-Werkstätten und die Prüfstellen Beleuchtungsaktionen. - © Foto: TÜV
Negativ: Oft hapert es an der Beleuchtung. Aus diesem Grund bieten KfZ-Werkstätten und die Prüfstellen Beleuchtungsaktionen. | © Foto: TÜV

Bad Oeynhausen Oft gibt es die Plakette auf Anhieb

TÜV Nord: Mehr als 72 Prozent der Autos kommen ohne Mängel durch die technische Überprüfung

Bad Oeynhausen (nw). Mehr als 80 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Bad Oeynhausen die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit. Bei mehr als 72 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Aber: 19,1 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die TÜV-Plakette auf das hintere Kennzeichen geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher war kein Auto, teilt der TÜV Nord mit. Und noch zwei Zahlen aus der TÜV NORD-Statistik, die jetzt veröffentlicht wurde: Der durchschnittliche PKW, der hier vor Ort an der TÜV-Station geprüft wurde, war 7,1 Jahre alt und hatte mehr als 77.000 Kilometer auf dem Tacho. TÜV Nord-weit hat sich die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln schon zum vierten Mal hintereinander verringert – ein dauerhaft positiver Trend. In den Augen der TÜV-Sachverständigen ist dies der Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung, die in der Regel alle zwei Jahre fällig ist und Fahrzeuge mit Mängeln in die Reparaturbetriebe schickt. Dadurch werden die Autofahrer angehalten, in einen guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu investieren – zum Nutzen für die Sicherheit auf unseren Straßen. Ernst-Heinrich Kassebaum, der Leiter der TÜV-Station Bad Oeynhausen vor Ort, sagt: „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Die Hersteller bauen schließlich gute Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität. Zudem verstärken die Autohäuser und Werkstätten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung. Die Autofahrer wiederum kümmern sich in Zeiten guter Wirtschaftslage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr. Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionsterminen in einer guten Fachwerkstatt warten lässt, hat bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug und überdies mehr Freude an sicherer individueller Mobilität. Besonders freuen würde es uns aber auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird." Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik" in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich erneut gesunken. Daran haben auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik (z. B. LED) sicher ihren Anteil. Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die jeweils im Oktober unter anderem vom Kfz-Gewerbe und dem TÜV durchgeführt wird, dient auch dem Ziel, Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen gerade vor der dunklen Jahreszeit abzustellen. Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik", „Umweltbelastung", „Achsen, Räder, Reifen" und „Bremse" Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 11,1 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 30,1 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen. Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 50.123 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 136.130 Kilometern auf dem Tacho.

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