Der Kurpark in Bad Oeynhausen wird bald durch einen Baumlehrpfad berreichert. - © Jörg Stuke
Der Kurpark in Bad Oeynhausen wird bald durch einen Baumlehrpfad berreichert. | © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen Der Kurpark Bad Oeynhausen bekommt Baumlehrpfad

Ein neuer Lehrpfad im Kurpark benennt und erklärt 42 Baumarten. Vier biologisch interessierte Bürger haben die Initiative für die lehrreiche Beschilderung ergriffen

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Das soll eine Buche sein? Da hat sich der Baum aber gut getarnt. Mit Blättern, die wie das Laub eines japanischen Ahorns aussehen. Albertus Kortenbusch zeigt, was die Buche verrät: Es sind die typischen, länglich-braunen Triebe an den Zweigen. „Das ist die farnblätterige Buche, Fagus sylvatica asplenifolia", erläutert der Biologielehrer, der an der Realschule Nord unterrichtet. Und der einer der vier Initiatoren für den Baumlehrpfad im Kurpark ist. Mehrere tausend Bäume wachsen im Kurpark, weiß Staatsbad-Betriebsleiter Dirk Henschel. 200 verschiedene Arten sind in dem Landschaftspark vertreten, der zwischen 1851 und 1853 nach Plänen des preußischen Gartenbaumeisters Peter Joseph Lenné angelegt wurde. Die Idee 42 Arten bekommen in den nächsten vier Wochen Schilder verpasst, auf denen sie erklärt werden. Die Idee dazu hatte Hans-Dieter Lehmann. „Ich wohne ja ganz in der Nähe des Parks und werde immer wieder von Kurgästen gefragt, warum es hier keinen Baumlehrpfad gibt", berichtet Lehmann. Bad Pyrmont, so argumentierten die Gäste, habe schließlich auch einen. Lehmann fand die Idee gut, auch, weil er als ehemaliger Biologielehrer selbst großes Interesse an den hölzernen Gewächsen hat. Fürs Fachliche aber suchte er sich Mitstreiter. Und fand sie in Hans Jansen, einem Pensionär mit Leidenschaft fürs Gärtnern, Albertus Kortenbusch und René Haeseler, der die Texte des Flyers schrieb. Die Auswahl der Bäume für den Pfad übernahmen Lehmann, Jansen und Kortenbusch. „Wir haben bei der Zusammenstellung geschaut, dass wir eine Mischung aus heimischen und exotischen Bäumen bekommen", berichtet Jansen. Und so stehen auf der Liste der 42 heimische Klassiker wie Stieleiche, Rotbuche, Esche und Eibe. Aber auch Exoten wie der Lederhülsenbaum, der Amberbaum, die Sumpfzypresse oder der japanische Kuchenbaum. Bäume zum Anfassen: "Rinde, wie ein Fell" Die ältesten Bäume im Kurpark sind Stieleichen in der Nähe des Kaiserpalais, deren Alter auf 350 Jahre taxiert wird. Lehmanns Favorit auf dem Baumpfad aber ist der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens). „Den kann man streicheln, der hat eine Rinde wie ein Fell." Kortenbuschs Favoriten sind die 170 Jahre alten Platanen, kurz hinterm Haupteingang zum Kurpark. „Ihre Rinde erzählt eine ganze Geschichte", sagt der Biologe. Jansen hat es die wintergrüne Eiche angetan. Kein sehr großer, alter oder eindrucksvoller Baum. Aber eine ungewöhnliche Kreuzung aus Stein- und Stieleiche, direkt hinter dem Haus des Gastes. „Den beobachte ich schon seit Jahren", sagt er. Für den „Herrn des Parks" Dirk Henschel ist der Tulpenbaum eine der schönsten Arten. „Der wächst sehr schön und hat tolles Laub", sagt der Staatsbad-Betriebsleiter. Der den vier ehrenamtlichen Baumexperten dankbar ist, dass sie die Idee vom Baumpfad umgesetzt haben. Und der nun dafür sorgen muss, dass die 42 Schilder angebracht werden. Im November soll alles fertig sein Auf denen stehen nicht nur der deutsche und der botanische Name, sondern auch ein Kurzporträt der Art. „Wir haben versucht, in maximal 70 Wörtern alles zusammenzufassen, was uns zu der Baumart interessant erscheint", erläutert Kortenbusch. Bis Mitte November, so hofft Henschel, werden alle Schilder angebracht sein. Bereits gedruckt ist ein Informationsblatt, das die 42 Bäume auflistet und auf einer Karte zeigt, wo sie im Park stehen. Der Flyer ist in der Tourist-Information im Haus des Gastes zu bekommen. Die Kosten für Flyer, Schilder und Anbringung, die Henschel auf einen „niedrigen vierstelligen Betrag" beziffert, trägt das Staatsbad.

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