Bad Oeynhausen Einheit bedeutet großes Glück

Feierstunde: Der Vereinsring Dehme erinnert an Wiedervereinigung. Abgeordneter Stefan Schwartze will nach Ursachen für Fremdenfeindlichkeit suchen

Gisela Schwarze

Bad Oeynhausen-Dehme. Die einzige öffentliche Veranstaltung zum Tag der deutschen Einheit im gesamten Mühlenkreis stellte der Vereinsring Dehme auf die Beine. Der Festredner unterm Glockenturm an der Dehmer Straße/Einmündung Alter Postweg war der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze (SPD). Die Nationalhymne erklang aus den Kehlen der zahlreichen Besucher des Festakts, nachdem Stefan Schwartze auf die „unschätzbare Bedeutung" der Wiedervereinigung hingewiesen hatte: „Wir erinnern uns an das Glück, dass wir seit nunmehr 27 Jahren wiedervereint in Frieden und Freiheit in einer Demokratie leben können." Der Dehmer Achim Huß läutete traditionell zum Auftakt und Ausklang der Feststunde die Dehmer Glocke, nun zum 28. Mal. „Wir haben 1990 das erste Mal hier an dieser Stelle die Einheit mit Glockengeläut gefeiert", bilanzierte Willi Nolting, Vorsitzender des Dehmer Vereinsring. Auf nagelneuen Füßen stand das Glockengerüst am Dienstag da, denn vor wenigen Wochen trennte es sich notgedrungen von seinem Untergestell, das in die Jahre gekommen war und erneuert werden musste. Der kirchliche Posaunenchor Eidinghausen-Dehme sorgte für die musikalische Gestaltung der Feierstunde zum Gedenken an die friedliche Revolution in Ostdeutschland und die Wiedervereinigung. Das Motto des nationalen Gedenktags lautet „Zusammen sind wir Deutschland". Dieser Gedanke sei es gewesen, der die Menschen in Ost und West miteinander verbunden hat, betonte der Festredner. „An dem Gelingen der Einheit im Innern unseres Landes müssen wir aber auch nach 27 Jahren weiterhin und unaufhörlich arbeiten", fügte Stefan Schwartze hinzu. Deutschland habe in den vergangenen beiden Jahren gezeigt, was in ihm steckt: „Weit über eine Million Geflüchtete wurden seit 2015 bis heute in unseren Städten, Landkreisen und Gemeinden aufgenommen, versorgt, betreut." Eine Welle der Hilfsbereitschaft habe eine Willkommenskultur belebt, die bislang ohne Beispiel für Deutschland sei. Fakt sei allerdings, dass ein Teil der Bevölkerung das eigene Wohl durch Zuwanderung prinzipiell gefährdet sieht, Positionen und Aktionen gegen Geflüchtete und Migranten toleriert, befürwortet oder unterstützt. Politiker seien in jüngster Vergangenheit lautstark beschimpft, attackiert und mit Einschüchterungsversuchen konfrontiert worden. „Hier müssen wir nach Ursachen forschen und uns fragen, warum sich Menschen in Deutschland nicht vertreten fühlen, warum sie daran zweifeln, ob unser Staat die wirklich brennenden Probleme lösen kann", sagte der Abgeordnete. Nicht nur materielle Werte seien für Wohlstand und Lebensqualität verantwortlich. Menschen aller Generationen, jeden Geschlechts, unterschiedlichster Herkunft, aller Glaubensrichtungen und politischer Überzeugungen müssten in Ost und West die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten für sich selbst und für ein gutes Zusammenleben zu nutzen.

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