Smileys statt Besteckeinsätze: Am Stand von Agoform können die Schüler die Thermoform-Maschine ausprobieren. Pia Sophie Duch (16) und Jana Hilenberg (14) testen das. - © Susanne Barth
Smileys statt Besteckeinsätze: Am Stand von Agoform können die Schüler die Thermoform-Maschine ausprobieren. Pia Sophie Duch (16) und Jana Hilenberg (14) testen das. | © Susanne Barth

Löhne/Bad Oeynhausen Stepone gibt Einblicke in die Welt der Ausbildungsberufe

„Unternehmen müssen sexy sein“: Auf der Ausbildungsplatzbörse informieren 60 Aussteller Schüler aus Löhne und Bad Oeynhausen

Susanne Barth

Löhne/Bad Oeynhausen. Beim Stand des Löhner Unternehmens Agoform gehen die Schüler mit einem Grinsen davon. Riesige, gelbe Smileys aus dem Kunststoff Polystyrol haben Pia Sophie Duch und Jana Hilenberg erstellt. Die Freundinnen bedienen die Thermoform-Maschine, die bei Agoform sonst für Besteckeinsätze zum Einsatz kommt. Spannend und lustig finden die Bertolt-Brecht-Gesamtschülerinnen den Vorgang. Es ist eine von vielen Aktionen, die auf der Stepone zum Ausprobieren bereit steht. Die Städte Löhne und Bad Oeynhausen organisieren die Ausbildungsplatzbörse einmal im Jahr. Immer im Wechsel. In der Werretalhalle haben die Besucher, die am Eröffnungstag aus Schülern beider Städte bestehen, die Qual der Wahl. Bei der Börse stellen 60 Aussteller ihre Unternehmen vor, es gibt einen Einblick in über 170 Berufe. Ob Handwerk, Verwaltung oder der medizinische Bereich: Hier dürfte für jeden etwas dabei sein. Joulina Di Carlo (15) lässt sich mit Freundin Jasmine Fischer (15) über die Messe treiben. Sie bleiben am Stand von Wago hängen. Ein Spiel erregt ihre Aufmerksamkeit. Jasmine probiert es aus. „Das Gerät gibt die Farbfolge vor und du musst sie nachmachen", erklärt Tom Schnitker das Spiel, das das Gedächtnis trainiert. Schnitker ist Elektroniker für Geräte und Systeme bei dem Unternehmen aus Minden und hat das Sensorspiel mit anderen Azubis entwickelt. „Damit lässt sich unser Beruf gut erklären", sagt er und zeigt den Schülerinnen, welche Elektronik das Spiel braucht, um über die Touchsensoren funktionieren zu können. Selfie mit Youtube-Star Nihan Auch Nihan geht von Stand zu Stand. Umringt von einer Traube aus Schülern, die das Handy dabei immer in der Hand haben. Mit Beauty- und Lifestyle-Themen ist Nihan auf Youtube erfolgreich und daher für die meisten der jungen Besucher ein Begriff. Die Löhnerin ist das Aushängeschild der Stepone. Neben den zahlreichen Informationen der Unternehmen, können die jungen Besucher so auch noch ein Selfie mit ihrem Youtube-Star erhaschen.Nihan macht mit, lächelt in die Kamera, aber diskutiert auch mit der Polizei, wie dort Soziale Medien genutzt werden können. Die Ausbildungsplatzbörse unterstützt sie gerne: „Eine Ausbildung ist der erste Schritt in die Zukunft", sagt die junge Frau, „und wo kriegt man so viele verschiedene Möglichkeiten sich zu informieren sonst geboten?" Toll findet sie, dass Azubis an den Ständen stehen und den Schülern aus ihren Berufen berichten. „Das ist total authentisch." Viel ausprobieren und dabei möglicherweise seinen Traumberuf entdecken, ist das Ziel der Messe. „Wir als Stadt haben ein großes Interesse daran, dass viele Schüler ihren Ausbildungsberuf finden", sagt Organisatorin Andrea Baumgartner von der Stadt Löhne. Oder eben ein Praktikum. „Ich habe mich bei den Krankenhäusern beraten lassen und viele Infos bekommen", sagt Jana Hilenberg. Freundin Pia Sophie möchte lieber in den Kindergarten. Ausprobieren und Testen Nico (15), Finn Luca (14) und Luca (14) sind bei den Gesundheitsberufen angekommen. Beim Stand der Mühlenkreiskliniken bleiben die Schüler der Gesamtschule Nord stehen. Zwei drei Spritzer aus der Desinfektionssprayflasche bekommen sie von Pädagogin Karolin Erger auf die Hand und sollen es gut verreiben. Anschließend wird überprüft, ob auch jede Stelle desinfiziert worden ist. „Ist ganz interessant", urteilt Nico. Spannend fanden sie auch die Stände von Nolte und Wellteam und zeigen den selbstgebastelten Minikarton und die Holzwürfel.Uwe Gößling, Referent für berufliche Bildung bei der IHK, macht Werbung für das duale System. „Der Drang zur Studienwelt ist ungebrochen, dabei gibt es viele andere tolle Möglichkeiten." Wie die Unternehmen um die jungen Menschen werben sollen, fragt Andrea Baumgartner. Gößlings Worte kommen wie aus der Pistole geschossen: „Das Unternehmen muss sexy sein."

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