Bad Oeynhausen Brakel schaut auf Bad Oeynhausen

Wasserenthärtung: Die Kleinstadt im Kreis Höxter möchte ebenfalls weicheres Trinkwasser haben. Eine Machbarkeitsstudie schätzt die Mehrkosten allerdings auf 68 Cent pro Kubikmeter, weil auch etwa drei Kilometer neue Leitungen verlegt werden müssten

Ulf Hanke

Bad Oeynhausen. Der Bürgerentscheid über weicheres Wasser in Bad Oeynhausen wird sehr aufmerksam im Kreis Höxter verfolgt. Die Stadt Brakel plant fast zeitgleich eine Enthärtungsanlage. Eine Machbarkeitsstudie schätzt die Kosten für Wasser in Brakel mit 8 Grad deutscher Härte auf 4,3 Millionen Euro, sagt aber Mehrkosten für jeden Wasserkunden von 68 Cent pro Kubikmeter Trinkwasser voraus. Damit würden sich die Brakeler weicheres Wasser deutlich mehr Geld kosten lassen als die Bad Oeynhausener. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO) geht von 30 Cent Mehrkosten pro Kubikmeter Wasser aus. Die Investition wird mit rund fünf Millionen Euro beziffert. Den Unterschied erklärt der technische Betriebsleiter des Wasserwerks Brakel, Christof Münstermann im Gespräch mit der NW: Zum einen hat das Wasserwerk Brakel deutlich weniger Wasserkunden als Bad Oeynhausen, nämlich nur rund 5.000 Hausanschlüsse. Und zum anderen ist die Trinkwasserversorgung ganz anders organisiert als im Werretal: Brakel verfügt über neun Brunnen und eine Quellfassung, die eine Ringleitung speisen, an der die Wasserkunden angeschlossen sind. Die Enthärtungsanlage erfordert dagegen eine Zentralisierung der Wasserversorgung und dafür müssen auch etwa drei Kilometer neue Leitungen verlegt werden. Donnerstagabend entscheiden sich in Brakel die weiteren Schritte zu weicherem Wasser, dann tagt der Betriebsausschuss des Wasserwerks. Anders als in Bad Oeynhausen ist allerdings kein Bürgerentscheid geplant, sondern eine Meinungsumfrage. Das letzte Wort hat nach bisherigen Planungen die Politik. Aus den Reihen der CDU-Fraktion war die Anregung für weicheres Wasser in Brakel gekommen. Der technische Betriebsleiter Christof Münstermann hat sich seitdem mit den unterschiedlichen Verfahren zur Wasserenthärtung beschäftigt. „Wir werden zunächst eine Pilotanlage bauen", sagt Münstermann. Ziel ist eine Enthärtung von 120 Kubikmeter Wasser pro Stunde. Die Probeanlage soll erst einmal weniger als einen Kubikmeter Wasser pro Stunde enthärten. Mit dem Test-Ergebnis will das Wasserwerk den Aufwand für die Großanlage präziser abschätzen. Das Abwasser der Enthärtungsanlage ist in Brakel genauso im Fokus wie in Bad Oeynhausen. „Sie haben den Vorteil, dass die Weser vor der Tür ist", sagt Münstermann. In Brakel müssten Spülwasser, Filterspülmittel (Antiscalant) und Konzentrat in den Fluss Brucht eingeleitet werden, durch die deutlich weniger Wasser fließt, der Verdünnungseffekt wäre also deutlich geringer.

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