Wird künftig von den Stadtwerken geführt: Die Stadt gibt die Verantwortung auch für das Freibad im Siel ab. - © Foto: Jens Reddeker
Wird künftig von den Stadtwerken geführt: Die Stadt gibt die Verantwortung auch für das Freibad im Siel ab. | © Foto: Jens Reddeker

Bad Oeynhausen Stadtwerke wollen Hallenbad bauen

Große Veränderungen: Stadt will zum 1. Januar Verantwortung für Bäder abgeben. Sie muss dann die neue Anlage im Siel nicht selbst finanzieren. Die Lehrschwimmbecken an Grundschulen sollen geschlossen werden

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Am Donnerstag, 21. September, sollen die Mitglieder des Sportausschusses eine verbindliche Entscheidung über den Bau eines neuen Hallenbades im Siel treffen. „Ich bin auf das Abstimmungsergebnis sehr gespannt", sagt Andreas Schwarze, Geschäftsführer der Stadtwerke. Aus gutem Grund: Zum 1. Januar 2018 sollen die Stadtwerke die Verantwortung für die städtischen Bäder übernehmen. Im November beziehungsweise im Dezember sollen sowohl im Verwaltungsrat als auch im Stadtrat die formalen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Schwarze verweist auf umfangreiche Gespräche im Vorfeld und rechnet nun in beiden Gremien mit einer klaren Zustimmung. „Der Bau des neuen Hallenbades wird in den nächsten Jahren unsere Hauptaufgabe sein", zeigt er die wichtigste Konsequenz auf. Basis für den Bau ist eine Machbarkeitsstudie. Sie sieht ein Sportbecken mit fünf 25-Meter-Bahnen und ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden vor. Es soll Wärmebänke, fünf Sammelumkleiden mit Einzelkabinen, einen großen Multifunktionsraum sowie einen auch für den Freibadbereich nutzbaren Kassenbereich geben. Auf eine Wasservertiefung für Tauchen und Springen soll ebenso verzichtet werden wie auf eine Rutsche oder andere Spaßangebote (die NW berichtete). „Dieses Konzept für ein Vereins- und Sporthallenbad ist gut", lobt Schwarze und nimmt damit eine ähnliche Haltung wie der von Stefan Tödtmann geleitete Fachbereich für Jugend und Bildung ein. Der empfiehlt den Ausschussmitgliedern in der Sitzungsvorlage die Zustimmung zur Machbarkeitsstudie. Auch Schwarze lässt keinen Zweifel daran, dass die Entscheidungen von Sportausschuss und Rat für die Stadtwerke bindend sein werden: „Wenn der Machbarkeitsstudie zugestimmt wird, werden wir die auch umsetzen. Neue Pläne werden nach dem 1. Januar nicht geschmiedet". Auf zehn Millionen Euro netto werden derzeit die Kosten des neuen Bades geschätzt. Eine Investition, die sicher zur Freude von Kämmerer Marco Kindler künftig nicht mehr aus städtischen Haushaltsmitteln finanziert muss. „Wir führen bereits erste Kreditverhandlungen", sagt Schwarze, hat dabei auch im Blick, dass „ein öffentliches Bad nie schwarze Zahlen schreiben wird". Natürlich bleibe das Hallenbad auch in der Verantwortung der Stadtwerke ein klassischer Teil der Daseinsvorsorge, das jedem Bürger nutzbar sein müsse. „Die Eintrittspreise bleiben sozialverträglich und daher ähnlich wie bisher", verspricht Schwarze. Dass ein Teil der Investition beispielsweise über den Wasserpreis auf die Bürger umgelegt werde, sei ausgeschlossen, weil „gesetzlich verboten". Für die Bäder werde ein eigener Geschäftsbereich gegründet, für den er selbst die Verantwortung übernehme: „Die Bäder sind Chefsache". Dass sich die geschätzten Kosten möglicherweise verringern, hält er durchaus für möglich: „Wir können vielleicht Synergieeffekte bei der Technik nutzen". Rund 160.000 Euro investiert die Stadt derzeit in den Betrieb der beiden Lehrschwimmbecken an den Grundschulen Werste und Rehme-Oberbecksen. „Diese Kosten fallen nach dem Neubau weg", freut sich Schwarze. Weil die beiden Anlagen dann geschlossen werden. Auch das ein Grund für Schwarze, auf eine schnelle und positive Abstimmung zur Machbarkeitsstudie zu hoffen: „Damit wir bald mit dem Bau beginnen können". Die dreijährige Bauzeit, die die Gutachter im Auftrag der Stadt berechnet haben, hält er für durchaus realistisch: „Das können wir auch nicht schneller".

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