Gemeinsames Ziel: Janin Tacke (v. l.), Olaf Bornemeier, Ute Abbate, Claus Behrens, Thomas Sander und Bernd Mühlenbruch. - © Foto: Heidi Froreich
Gemeinsames Ziel: Janin Tacke (v. l.), Olaf Bornemeier, Ute Abbate, Claus Behrens, Thomas Sander und Bernd Mühlenbruch. | © Foto: Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Pflegekräfte sollen bessere Arbeitsbedingungen bekommen

Mühlenkreiskliniken: Thomas Sander (Krankenhaus) kümmert sich um Zeitmanagement, Janin Tacke (Auguste-Viktoria-Klinik) ist für „fremdsprachige Arbeitnehmer“ zuständig. Zusammen mit den drei anderen Pflegedienstleitern des Konzerns werden neue Konzepte entwickelt

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. 2.300 Pflegekräfte arbeiten derzeit in den fünf Mühlenkreiskliniken. „Diese Mitarbeiter leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Genesung der Patienten, sondern haben auch großen Anteil an den positiven Jahresabschlüssen", lobt Vorstandsvorsitzender Olaf Bornemeier. Damit das so bleibt und darüber hinaus der Klinikkonzern auch angesichts drohenden Fachkräftemangels für neue Mitarbeiter attraktiv ist, haben die fünf Pflegedienstleiter nun zusätzliche Aufgaben erhalten. Sie werden in den nächsten Monaten Projekte entwickeln, die die Arbeitsbedingungen verbessern sollen. Thomas Sander, Pflegedienstleiter am Krankenhaus Bad Oeynhausen, bearbeitet das Thema Arbeitszeit. „Wir wollen für alle Mitarbeiter Modelle entwickeln, die für ihre jeweilige Lebenssituation optimal sind". Beispielhaft nennt er individuelle Wochenarbeitszeiten und flexiblen Schichtzeitenbeginn. „Bei krankheitsbedingten Ausfällen werden Mitarbeiter auch mal an ihrem freien Tag zu Haus angerufen und gefragt, ob sie kurzfristig zum Dienst kommen können", beschreibt Bernd Mühlenbruch (Johannes-Wesling-Klinikum) einen „unschönen Aspekt unserer Arbeit". Der künftig durch einen „Ausfall-Pool" beseitigt werden soll. Mühlenbruch: „Damit findet das Unternehmen jederzeit Ersatz. Und Mitarbeiter, die nicht im Pool sind, haben garantierte Freizeit". Sicherheit verspricht auch die von Urte Abbate (Krankenhaus Lübbecke-Rahden) verantwortete „Förderkonferenz". Die vier besten Absolventen der Ausbildungsakademie erhalten schon sechs Monate vor dem Examen einen unbefristeten Arbeitsvertrag an ihrer Wunschposition, allen anderen Absolventen werden Arbeitsstellen im Konzern angeboten. „Der Pflegeberuf bietet viele Karrierechancen", betont Claus Behrens (Medizinisches Zentrum für seelische Gesundheit Lübbecke). Deshalb werden spezielle Trainee-Programme – nicht nur für die Absolventen des Dualen Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege) – entwickelt. „Wir planen auch Förderprogramme für ältere Mitarbeiter", kündigt Behrens an. Derzeit arbeiten 50 Pflegekräfte aus 20 Nationen bei den Mühlenkreiskliniken. „Sie erleichtern uns die Behandlung ausländischer Patienten, weil sie schnell und unbürokratisch übersetzen", betont Janin Tacke (Auguste-Viktoria-Klinik). Ob es sinnvoll ist, künftig mehr und gezielt fremdsprachige Pflegekräfte einzustellen, ist derzeit eine wichtige Frage, die die Projektgruppe unter ihrer Leitung beantworten soll. Wobei Tacke schon jetzt deutlich macht: „Eine Anwerbung aus dem Ausland kann nur der zweitbeste Weg sein". Vorrangig sei es, Pflegekräfte aus der Region zu bekommen – und deshalb hat die MKK-Akademie auch schon die Ausbildungskapazität auf fünf Kurse pro Jahr erhöht. „Pflege ist ein toller Beruf", ist sie sich mit ihren Kollegen einig. Schon in einigen Monaten soll diese ideelle Werbung nun durch praktische Veränderungen im konkreten Arbeitsalltag unterstützt werden. Bornemeier: „Die Mühlenkreiskliniken werden Pflegekräften bald beste Zukunfts- und Karriereaussichten bieten".

realisiert durch evolver group