Ärgernis: Hans-Dieter Neumann klagt über die viel zu hohe Geschwindigkeit auf der Herforder Straße. - © Foto: Nicole Sielermann
Ärgernis: Hans-Dieter Neumann klagt über die viel zu hohe Geschwindigkeit auf der Herforder Straße. | © Foto: Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Anwohner ärgern sich über Raser auf der Herforder Straße

Hans-Dieter Neumann beschwert sich bei der Stadt über das hohe Tempo auf der Herforder Straße – und bekommt Unterstützung zugesagt

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Immer wenn ein Motor aufheult und der Fahrer Gas gibt, tritt Hans-Dieter Neumann auf die Straße. Bewusst langsam, so sagt er, quere er dann die Herforder Straße. Neumann ist einer der Anlieger, die sich in den vergangenen Wochen bei der Stadt über die hohe Geschwindigkeit auf der innerstädtischen Verbindung beschwert haben. „Seitdem hier vor Jahren die Rechts-vor-Links-Regelung aufgehoben wurde, ist es immer schlimmer geworden mit der Raserei", sagt Neumann, der sich mit einem Brief an die Stadt gewandt hat. Vor 17 Jahren kaufte Hans-Dieter Neumann das Anwesen an der oberen Herforder Straße, seitdem betreibt er Café und Pension in Eigenregie. Doch in letzter Zeit sei die Herforder Straße ein echtes Ärgernis. „Die wenigsten Autofahrer halten sich an Tempo 30", hat Neumann beobachtet. Vor allem über die Mittagszeit und zum Wochenende steige die Geschwindigkeit. Seinen ersten Brief hatte Neumann bereits im Mai direkt an Bürgermeister Achim Wilmsmeier geschickt – eine Antwort kam nicht. Nun hat er sein Schreiben erneut abgegeben. In dem regt er an, das Teilstück zwischen Brunnenstraße und Ortsgrenze Gohfeld zur verkehrsberuhigten Zone zu machen. „Vielleicht mit Huckel oder geänderter Vorfahrt", überlegt Neumann. Denn so „sei die Straße zu gut und lade zum Rasen ein". Weil das erste Schreiben offenbar im Rathaus verloren ging, hat Volker Müller-Ulrich, Pressesprecher und Leiter der Beschwerdestelle, die Sache persönlich in die Hand genommen und Hans-Dieter Neumann angerufen. „Es ist nicht die einzige Beschwerde in Sachen Geschwindigkeit auf der Herforder Straße", hat Neumann erfahren. Bereits im Juni habe die Stadt, so Volker Müller-Ulrich zur NW, die Polizei informiert, die für Geschwindigkeitskontrollen zuständig sei. „Sie sind sensibilisiert – und haben offenbar dort schon geblitzt." Verkehrsberuhigte Zone oder eine Rückkehr zur Tempo-30-Zone – diesen Vorschlägen erteilt die Stadt eine Absage. Müller-Ulrich: „2009 wurde bei einer Verkehrsschau festgestellt, dass eine solche Zone dort verkehrsrechtlich nicht zugelassen ist." Weshalb Rechts-vor-Links aufgehoben wurde. „Seitdem sind die Unfallzahlen massiv gesunken." Eine verkehrsberuhigte Zone ziehe 7 km/h nach sich, habe Einengungen oder Huckel und Gehweg und Fahrbahn hätten ein Niveau. Außerdem dürfe nur geringer Verkehr herrschen und ÖPNV sei nicht zugelassen. „Das ist dort nicht machbar. Das ist die Hauptverbindung zwischen Innenstadt und Gohfeld", winkt Müller-Ulrich ab. An der unteren Herforder Straße, die Fußgängerzone ist, gelten andere Regeln. Dort können einzelne Verkehrsarten zugelassen werden. Im oberen Bereich setzt die Stadt aber nicht nur auf die Polizei, sondern will auch selbst aktiv werden. Müller-Ulrich: „Wir werden in den nächsten Wochen mittels Messstation ermitteln, welche Geschwindigkeit tatsächlich gefahren wird."

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