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Bad Oeynhausen Neubaupläne fürs Krankenhaus

Mühlenkreiskliniken überlegen, Krankenhaus und Auguste-Viktoria-Klinik an einem Standort zusammenzulegen. Drei Varianten stehen zur Diskussion. Geschätzte Kosten für Neubau: 100 Millionen Euro

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Das Krankenhaus Bad Oeynhausen und die Auguste-Viktoria-Klinik sind bereits eng miteinander verbunden. In Zukunft könnte diese Beziehung noch enger werden. Denn eine Zusammenlegung der beiden Häuser an einem Standort wird derzeit bei der Entwicklung einer künftigen medizinischen Strategie der Mühlenkreiskliniken geprüft, dies bestätigte Olaf Bornemeier, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, am Rande der Bilanzpressekonferenz. „Das Konzept für die strategische Entwicklung soll im Dezember abgeschlossen sein“, so Bornemeier am Mittwoch. Drei Varianten scheinen möglich: Neubau an einem neuen Standort oder Anbau an einem der bisherigen Standorte? Platz für eine Erweiterung gibt es nach NW-Informationen sowohl an der Auguste-Viktoria-Klinik wie auch an der Wielandstraße. Am unwahrscheinlichsten soll dagegen Variante vier „alles bleibt so, wie es ist“ sein. Denn immer wieder hatten MKK-Vorstand Bornemeier und auch sein Vorgänger Matthias Bracht den hohen Renovierungsbedarf an dem 1953 erbauten Gebäude an der Wielandstraße angemahnt. In welche Richtung das Pendel zwischen den drei genannten Varianten ausschlägt, scheint derzeit noch offen. Ein neues Krankenhaus mit 450 bis 500 Betten – die AVK hat derzeit 136 Betten und das Krankenhaus 330 – würde nach einer Planer-Faustregel etwa 100 Millionen Euro kosten. Krankenhausplaner gehen bei einer ersten Kostenschätzung von 200.000 Euro multipliziert mit der Anzahl der Krankenhausbett aus. Konkrete Pläne, wo ein solcher Neubau in Bad Oeynhausen entstehen könnte, gibt es derzeit noch nicht. Ein Erweiterungsanbau am Standort Auguste-Viktoria-Klinik ist problematisch für die Kooperation mit dem Herz- und Diabeteszentrum und dem Krankenhaus. Denn HDZ und das KKH Bad Oeynhausen arbeiten eng bei der medizinischen Versorgung von Neugeborenen, bei kardiologischen Fällen und Lungenerkrankungen zusammen. Als Nachteil dieser Variante, die beiden Häuser am Standort Wielandstraße zusammenzuführen, ist die Parkplatzsituation im Komplex HDZ/Krankenhaus. Vor Jahren gab es bereits Bestrebungen, auf dem Krankenhausparkplatz ein Parkdeck zu errichten. Dies scheiterte am Protest der Anwohner. Als Alternative wäre eine Tiefgarage denkbar. Ob es bei der derzeitigen Gesamtbettenzahl von 466 Betten bleibt oder die Zahl steigt, weil die Mühlenkreiskliniken auch in Bad Oeynhausen eine geriatrische Abteilung planen, ist noch unklar. Bei der Bilanzpressekonferenz hatte Medizinvorstand Kristin Drechsler wie berichtet bekanntgegeben, dass am Universitätsklinikum in Minden Anfang 2018 der neue Lehrstuhl für Geriatrie (Altersmedizin) besetzt wird. Eine Neuerung, die auch auf die künftige geriatrische Versorgung der Patienten in Bad Oeynhausen positive Auswirkungen haben dürfte. Die Kosten für einen eventuellen Neubau oder Erweiterungsanbauten an einem der bisherigen Standorten in der Kurstadt tragen nach NW-Informationen die Mühlenkreiskliniken AöR oder das für Krankenhausinvestitionen zuständige Land NRW. Die Stadt Bad Oeynhausen hätte mit der Finanzierung eines neues Krankenhauses nichts zu tun. Bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch hatte Olaf Bornemeier auf die „gute wirtschaftliche Lage des Konzerns“ hingewiesen und auf die Notwendigkeit von Investitionen, um die medizinische Versorgung der Menschen auch in Zukunft auf hohem Niveau sicherzustellen. Im sechsten Jahr in Folge haben die MKK schwarze Zahlen vorgelegt. Mit dem Rekordergebnis von 6,1 Millionen Euro im Jahre 2016, so Bornemeier am Mittwoch.

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