Highlight: 20 Jugendliche aus Weißrussland genießen den Tag in der Bali-Therme. - © Foto: Tessa Rinkes
Highlight: 20 Jugendliche aus Weißrussland genießen den Tag in der Bali-Therme. | © Foto: Tessa Rinkes

Bad Oeynhausen Tschernobylkinder im Mühlenkreis

Zu Gast: Die Tschernobylkinderhilfe Minden lädt Jugendliche aus Weißrussland ein. Der Besuch in der Bali-Therme ist das Highlight

Tessa Rinkes

Bad Oeynhausen. Ein Schwimmbad ist den meisten Kindern fremd, deshalb ist der Besuch der Bali-Therme ein echtes Highlight. „Vergleichbare Anlagen gibt es in ihrer Heimat nicht", erklärt Tatjana Sheshko. Sie ist Lehrerin und begleitet mit Julia Wasiljuk und Katharina Burak 20 Tschernobylkinder aus Weißrussland bei ihrem dreiwöchigen Freizeitprogramm im Kreis Minden-Lübbecke. Über zehn Jahre lädt die Tschernobylkinderhilfe Minden in Kooperation mit „Hope for the Future" aus Minsk Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren nach Ostwestfalen ein. Seit dem 25. Juni leben die Tschernobylkinder drei Wochen bei Gastfamilien in Minden, Rahden oder Porta Westfalica. Finanziert wird die Reise durch Spenden. Die Jugendlichen leiden noch unter den Folgen des Atomreaktorunfalls 1986 in Tschernobyl: „Einige Kinder sind Waisen und leben in Kinderheimen", erklärt Martina Höfel, die Vorsitzende der Tschernobylkinderhilfe in Minden. Andere Kinder stammen aus ärmlichen Verhältnissen, viele Eltern hätten Alkoholprobleme. Drei Wochen erholen sich die Kinder nun im Mühlenkreis vom Alltag und lernen die deutsche Sprache und Kultur. Neben der Betreuung in der Walddorfschule Minden werden viele Ausflüge gesponsert: Briefmarkengestalten, Drachenbootfahren auf der Weser, Draisinenfahrt in Rahden und ein Besuch im Tierpark Ströhen. „Das absolute Highlight ist, wie jedes Jahr, der Besuch der Bali Therme", sagt Höfel. In den Heimatorten in Weißrussland seien nicht mal Schwimmbäder vorhanden. „Einige Jugendliche lernen hier erst schwimmen", erklärt Silke Wedler, Pressesprecherin der Bali-Therme. Die Organisatoren freuen sich auch über Freundschaften, die in den Jahren entstehen: „Einige Kinder sind bereits zum dritten Mal in der gleichen Gastfamilie und es sind auch schon Familien zu den Gastkindern nach Weißrussland gefahren", berichtet Wedler.

realisiert durch evolver group