Lageplan: Die Machbarkeitsstudie sieht den Hallenbadbau direkt neben dem heutigen Sielbad-Umkleidebereich vor. Entwurf: Constrata - © Constrata
Lageplan: Die Machbarkeitsstudie sieht den Hallenbadbau direkt neben dem heutigen Sielbad-Umkleidebereich vor. Entwurf: Constrata | © Constrata

Bad Oeynhausen Hallenbadbau dauert drei Jahre

Sportausschuss: Planungsbüro stellt Machbarkeitsstudie vor. Kosten werden auf zehn Millionen Euro netto geschätzt

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Investitionskosten in Höhe von zehn Millionen Euro netto und drei Jahre Bauzeit – das sind die wichtigsten Eckpunkte der Machbarkeitsstudie für das geplante Hallenbad im Siel. „Das ist nur der Kostenrahmen, es sind noch Abweichungen von bis zu 20 Prozent nach oben oder unten möglich", betonte Jens-Wilhelm Brandt vom Bielefelder Planungsbüro Constrata, der die Studie am Donnerstag im Sportausschuss vorstellte. ZWEI GETRENNTE BECKEN Das neue Hallenbad soll – auch in Abgrenzung zur Bali Therme – vorrangig dem Schul- und Vereinsschwimmen dienen, dritte Zielgruppe sind Familien. Vorgesehen ist ein 25-Meter-Sportbecken mit fünf Bahnen sowie ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden in einer Größe von 8 mal 12,50 Meter. Es sind weder Sprunganlage noch Rutsche vorgesehen. Beide Becken werden durch eine Glaswand mit Wärmebank getrennt, um die Schallbelastung bei unterschiedlicher Nutzung zu reduzieren. Außerdem können so Energiekosten gespart werden, da in beiden Bereichen unterschiedliche Wasser- (Lehrschwimmbecken 30 Grad, Sportbecken 26 Grad) und Raumtemperaturen (32/28 Grad) vorgesehen sind. RAUMPROGRAMM Fünf Sammelumkleiden mit Einzelkabinen sind vorgesehen, 300 Schränke, ein Multifunktionsraum (100 Quadratmeter) und ein Geräteraum, personalbesetzter Kassenbereich, Wartebereich und Besprechungsräume. VERKEHRSERSCHLIESSUNG Die derzeitige Rampe von der Mindener Straße ist für Busse zu steil und muss entschärft werden, dann könnte der Bus direkt am Bad halten. Alternativ wird eine Haltestelle an der Mindener Straße und eine Aufzugskonstruktion geprüft. Die vorhandenen Parkplätze gelten als ausreichend für den Schwach- und Normalbetrieb. AUSWIRKUNGEN AUF DAS FREIBAD Personalumkleide, Eingangsbereich und Kassenanlage können nach dem Neubau gemeinsam genutzt werden. Personalplanung und Öffnungszeiten lassen sich aufeinander abstimmen. Wenn für das Freibad ein Blockheizkraftwerk errichtet wird, könnte damit auch das Hallenbad beheizt werden. Im Freibad sollen neue Umkleide- und Sanitärbereiche sowie eine zusätzliche Sommerkasse für die besucherstarken Tage gebaut werden. KOSTENRAHMEN „Das ist nur eine erste Zahl", betont Brandt. Die wird ermittelt nach Normvorschriften ohne konkrete Berechnung. Größter Posten mit rund 4,2 Millionen Euro ist die Baukonstruktion (Rohbau, Dach, Innenausbau), 2,5 Millionen Euro werden für technische Anlagen (Sanitär, Strom, Heizung, Badtechnik) und rund 2 Millionen Euro für Nebenkosten (Architekt und Ingenieurleistungen) vorgesehen. Der Kostenrahmen von 9.900.000 Euro netto würde sich um rund 500.000 Euro erhöhen, wenn zusätzlich eine Beckenvertiefung für den Tauchsport gebaut würde. In dem Kostenrahmen sind ein Risikopuffer von fünf Prozent und eine jährliche Preissteigerung von drei Prozent enthalten. BAUZEIT „Drei Jahre vom Beschluss bis zur Fertigstellung" hält Brandt für realistisch. Er bezieht sich dabei insbesondere auf die einschlägigen Erfahrungen, die sein Büro beim Bau des Güterloher Nordbades gesammelt hat. Die Anlage ist in Größe und Ausstattung mit dem Entwurf für Bad Oeynhausen vergleichbar. Für das Vergabeverfahren und die Vorplanung kalkuliert er zehn Monate, etwa ein halbes Jahr für die Entwurfsplanung. Ein weiteres halbes Jahr würde von der Abgabe des Bauantrags bis zum ersten Spatenstich vergehen. „Wir müssen viele gesetzliche Fristen einhalten", betont er und verweist auch darauf, dass alle Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden müssen. Etwa 14 weitere Monate sind dann für den Bau geplant. „Man sollte im Februar beginnen, damit man im Spätsommer des nächsten Jahres eröffnen kann", sagte er. BETRIEBSKOSTEN Bei der Minimalvariante ohne Beckenvertiefung hat Brandt einen jährlichen Zuschussbedarf von fast 800.00 Euro errechnet. Einnahmen von knapp 200.000 Euro stehen Ausgaben für den Betrieb (423.00 Euro) sowie Kapitalkosten (rund 560.000 Euro) gegenüber. Derzeit muss die Stadt für ihre beiden Bäder sowie die Lehrschwimmbecken rund 470.000 Euro aufbringen. DISKUSSION IM AUSSCHUSS „Schön, dass jetzt auch das Freibad in die Planung miteinbezogen wurde", lobte Dirk Büssing (CDU) die Studie. Was Axel Nicke (BBO) gleich zu der Frage veranlasste, ob das Freibad während der Bauzeit geschlossen werden müsse. Das sei, so Brandt, zumindest im ersten Sommer möglicherweise sinnvoll. Denn: Baulärm störe Freizeitbesucher, außerdem müsse auch die Sicherheit der Besucher am Baustellengelände gesichert sein. Wo kann gespart werden? Ausschussvorsitzender Oliver Thamm (CDU) hatte gleich in der Sitzung einen Vorschlag: „Auf die Vertiefung für den Tauchsport können wir verzichten". Planer Brand betonte, man sei von einem niedrigen Standard ausgegangen und warnte: „Weitere Einsparungen gehen auf Kosten der Nachhaltigkeit und führen zu höheren Betriebskosten". Die Ausschussmitglieder sehen noch erheblichen Beratungsbedarf. Alle Fraktionen wollen von Jens-Wilhelm Brandt in den Sommerferien weitere Informationen. In einer Sondersitzung – voraussichtlich am 21. September – wollen sie dann ihre Stellungnahmen abgeben.

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