Bereit fürs Mahl: Die Geier (Maja Pape, l.) sind mit Gewürzen und mit Gabeln ausgestattet und wollen Mogli (Leo Pape) verspeisen. Bei den Kostümen und Masken wurde Wert auf Details – wie gelbe oder grüne Kontaktlinsen – gelegt. Fotos: Nicole Sielermann - © Nicole Sielermann
Bereit fürs Mahl: Die Geier (Maja Pape, l.) sind mit Gewürzen und mit Gabeln ausgestattet und wollen Mogli (Leo Pape) verspeisen. Bei den Kostümen und Masken wurde Wert auf Details – wie gelbe oder grüne Kontaktlinsen – gelegt. Fotos: Nicole Sielermann | © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Dschungelbuch feiert Premiere auf der Portabühne

Familienstück auf der Freilichtbühne Porta / Ausverkauftes Haus und auch das Wetter spielte mit / Aufführungen bis September

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica. Wo gehört der Mensch hin? Oder das Tier? Zu einer bestimmten Herde? Zu einem bestimmten Volk? Muss man eigentlich irgendwo hingehören? Oder kann man vielleicht auch hierhin und dorthin gehören? Es waren schon fast philosophische Fragen, mit denen der zweite Vorsitzende Claus Burkardt die Spielsaison auf der Freilichtbühne in Porta Westfalica eröffnete. Doch genau darum geht es im „Dschungelbuch" – um das Dazugehören. Es geht um das Menschenkind Mogli, das von Wölfen großgezogen, zwischen all den wilden Tieren lebt. 90 Minuten hatten die 650 Zuschauer Zeit, zu schauen, wo Mogli hingehört. Es war eine gelungene Premiere auf der Portabühne. Vor ausverkauftem Haus brillierten Kleine und Große in ihren Rollen und sorgten am Ende für stehende Ovationen und langen Applaus. „So viele Menschen und Menschenkinder – wir haben uns auf euch gefreut", erklärte Burkardt. „Und das, obwohl man sich im Dschungel vor Menschen hüten soll." Inszeniert wurde das Stück von Regisseur Detlev Schmidt, für die musikalischen Elemente ist Karolin Bornemeier verantwortlich. Zwölf Jahre ist es her, dass die Akteure der Portabühne das „Dschungelbuch" letztmalig auf die Bühne brachten. Die neue musikalische Version ist dschungelig und märchenhaft, voller swingender Musik, klug und kindgerecht – und so war es kein Wunder, dass vor allem die kleinen Besucher oft staunend und gespannt auf die Bühne schauten. Dort, wo Mogli unter Wölfen aufwuchs, von Baloo in den Lehren des Dschungels unterrichtet und von Shir Khan gejagt wurde. Bei der Premiere durfte Leo Pape die Rolle des kleinen Mogli übernehmen, er teilt sich die Hauptrolle mit Matti Glöckner. Der elfjährige Leo begeisterte genauso wie Simon Volkmann als gefährlicher, humpelnder Tiger, Holger Pape als Baloo oder Melina Alsdorf als Panther Baghira. Nicht nur die schauspielerische Leistung überzeugt, auch die Maske hatte grandiose Arbeit geleistet und in vielen, vielen Stunden zum Beispiel Simon Volkmann in einen furchteinflößenden Tiger verwandelt. Die Elefantentruppe, die Geier mit Gabel und Badekappe, die Affen um King Louis (Sven Hering), die Wölfe und auch Schlange Kaa (Zoe Pape) begeisterten und sorgten immer wieder für Gänsehaut und vor allem für lustige Momente. Mitgefiebert wurde im Publikum aber auch, als die Affenbande Mogli kidnappte – und das nur, weil sie unbedingt die rote Blume der Menschen haben wollten. Doch auch Mogli weiß nicht, wie man Feuer macht. Ist er doch im Dschungel aufgewachsen – ohne Menschen. Letztlich ist er es, der es schafft, Shir Khan bei seinem Angriff in die Flucht zu schlagen – mit Feuer.

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