Mordermittlungen in Senne am Eisterfeldweg, hier fand die Tat statt, zu der jetzt ein Urteil gefällt werden soll. - © Andreas Zobe
Mordermittlungen in Senne am Eisterfeldweg, hier fand die Tat statt, zu der jetzt ein Urteil gefällt werden soll. | © Andreas Zobe

Bielefeld Senne-Mord: Lebenslang für tödliche Schüsse aus Schrotflinte

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Revision wurde angekündigt

Bielefeld/Bad Oeynhausen (dpa). Für tödliche Schüsse aus einer Schrotflinte auf seine Ehefrau muss der 53-jährige Unternehmer Georgios S. wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Bielefeld sprach den Mann aus Bad Oeynhausen am Freitag nach elf Prozesstagen schuldig, die von ihm getrennt lebende zweifache Mutter im September 2016 getötet zu haben. Die Richter folgten damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Nach Ansicht der Richter überführte eine Indizienkette den Mann. Am Tatort im Bielefelder Stadtteil Senne waren DNA-Spuren des Geschäftsmannes an Patronenhülsen, einer Sturmhaube und an einem Gewehrfutter gefunden worden. Bis zum Schluss bezeichnete sich der 53-jährige S. als unschuldig, doch das Gericht hat keine Zweifel an der Täterschaft. Beim Motiv geht das Gericht von Eifersucht und einen Kontrollverlust aus, denn die Frau hatte die Scheidung eingereicht. „Sie hatten keine Hoffnung mehr, sich gegen ihre Frau durchzusetzen, außer durch den Tod", sagte der Vorsitzende Richter Christoph Meiring in seiner mündlichen Urteilsbegründung. Revision angekündigt Die Verteidiger griffen in ihren Plädoyers am vorletzten Prozesstag immer wieder ironisch den Satz auf: „Wer soll es denn sonst gewesen sein?" Nach ihrem Eindruck war ihr Mandant bereits von Anfang im Visier der Ermittler. Aber war es nicht doch jemand anderes? Nach entlastendem Material sei hingegen nicht gesucht worden und am Tatort habe die Spurensicherung zudem mehr als schlampig gearbeitet. „Handschuhe wurden nicht gewechselt, und bei der Sicherung von DNA und Schmauchspuren haben es die Kripobeamten auch nicht so genau genommen", warf Verteidiger Martin Lindemann den Ermittlern vor. Nach seiner Ansicht sind noch zu viele Fragen offen. „Die Tat war nach Darstellung der Staatsanwaltschaft minutiös geplant. Dann vergisst mein Mandant am Tatort Sturmhaube und Futteral? Nein, das passt nicht", sagt Lindemann. Nach der Urteilsverkündung am Freitag kündigten die Verteidiger des 53-jährigen Angeklagten Revision an, das Urteil ist damit noch nicht rechtskräftig.

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