Es ist Selfie-Zeit: Annabell Mesanovic hat mehrere Tausend Fans auf der Internetplattform Instagram. Zudem betreibt sie einen eigenen Blog, in dem sie über ihr Leben berichtet, aber auch Produkte aus allen möglichen Lebensbereichen testet. - © Friderieke Schulz
Es ist Selfie-Zeit: Annabell Mesanovic hat mehrere Tausend Fans auf der Internetplattform Instagram. Zudem betreibt sie einen eigenen Blog, in dem sie über ihr Leben berichtet, aber auch Produkte aus allen möglichen Lebensbereichen testet. | © Friderieke Schulz

Bad Oeynhausen Bloggerin Annabell Mesanovic testet Produkte

Mein Blog (2): Die 21-Jährige betreibt einen Blog, auf dem sie Produkte testet, über ihre Krankheit Epilepsie und über den alltäglichen Wahnsinn berichtet

Friderieke Schulz

Bad Oeynhausen. Mehr als 5.000 Nutzer folgen annabellovic auf Instagram. Seit einem Jahr ist die Bad Oeynhausenerin als Bloggerin und Produkttesterin aktiv. „Ich teile mich einfach gern mit. Auf viele Likes oder Follower hatte ich es dabei nicht abgesehen", sagt die junge Frau, die eigentlich Annabell Mesanovic heißt. Auf die Idee, Produkte zu testen, brachte sie ihre Schwester. Daraufhin schrieb Annabell die ersten Shops an und fragte, ob diese ihr etwas zusenden können. Weil sie zu diesem Zeitpunkt schon einige Follower hatte, schickten kleinere Shops ihr Produkte aus allen Lebensbereichen. „Gerade erst habe ich viele Fotos von Hochzeiten und den Dingen, die man dafür braucht, geliked und daraufhin eine Brautkiste zugesandt bekommen", erzählt die Auszubildende im Großhandel. Beauty, Schmuck, Abnehmshakes, Autoreiniger – die Liste der Kategorien ist lang. In ihrem Blog stellt sie sie vor und testet die Produkte auf ihre Tauglichkeit. Die Texte bebildert sie selbst und verlinkt anschließend die eigene Seite auf ihrem Instagram-Profil. Über die Produkte fand sie den Einstieg zum persönlichen Blog: „Ich habe einfach gemerkt, dass es die Leute mehr interessiert. Außerdem macht es auch Spaß über mich und mein Leben zu schreiben." Doch einfach Bilder hochladen, damit ist es nicht getan. „Man muss aktiv sein, regelmäßig etwas posten und seine Leser mit einbeziehen. Sie wollen unterhalten werden", weiß die 21-Jährige. Mindestens drei Beiträge erstellt sie pro Woche: „Aber es kommt natürlich auf drauf an, was. Als ich zum Beispiel in Holland war, war es mehr. Jetzt muss ich für meine Abschlussprüfung lernen, da ist es eher weniger." Doch das hat seine Grenzen. „Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel wenig von meinem Freund gepostet. Inzwischen mache ich das schon, aber nur in Maßen. Ich möchte nicht zu viel über meine Beziehung preisgeben. Manches sollte eben privat bleiben", findet die Auszubildende. Offen geht Annabell hingegen mit der Krankheit Epilepsie um, die vor zwei Jahren bei ihr diagnostiziert wurde. „Erst habe ich nicht darüber gebloggt, mich dann aber umentschieden." Grund dafür seien Beiträge in Facebook-Gruppen gewesen, in denen sie sich selbst informieren wollte: „Es herrscht einfach viel Unwissenheit über Epilepsie und nicht nur die Betroffenen, auch Angehörige und Freunde haben viele Fragen." In ihrem Blog ist die Krankheit zu einem zentralen Thema geworden, denn Annabell spricht offen über alle Aspekte. „Ich habe durch die Medikamente zum Beispiel zugenommen und die Kilos sollen wieder runter. Auch das ist dann natürlich ein Thema." Dabei geht es ihr vor allem um den Austausch. „Ich bekomme dadurch viel zurück. Das hat mir dabei geholfen, die Krankheit besser zu verarbeiten." Ihre thematische Bandbreite sieht nicht jeder positiv. Oft rieten ihr andere Blogger sich auf eine Sache zu konzentrieren. „Aber ich möchte nicht in eine Nische." Vielmehr möchte sie sie selbst sein. Am Wochenende arbeitet Annabell im Restaurant ihrer Eltern. Denn auch die und ihre sieben Geschwister spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben: „Ich bin ein absoluter Familienmensch." Auch sie sind immer mal wieder auf dem Blog zu sehen. Diesen zu erweitern kann sie sich vorstellen. „Klar hätte ich gern mehr Follower. Ich versuche auch aktiv zu sein, aber das Leben, das ich außerhalb der Netzwerke lebe, geht vor." Denn das die Netzwelt ein geschöntes Leben zeigt, dessen ist sie sich bewusst: „Ich selbst stelle mich auch ins beste Licht für ein Foto oder schieße keines, wenn ich blöd aussehe." Nach der Ausbildung möchte die 21-Jährige gern mehr bloggen. Ihren Blog irgendwann beruflich weiterzuführen, kann sie sich vorstellen, „aber derzeit habe ich dafür zu wenig Follower." Wenn die Prüfungen hinter ihr liegen möchte sie gern das Thema Fashion mit aufnehmen und zeigen, dass man auch mit ein paar Kilos mehr toll aussehen kann. Und damit die weniger werden, rückt auch Sport wieder in ihrem Lebensmittelpunkt: „Und so natürlich auch in meinen Blog – ist ja über mein Leben." Mehr zu Annabell unter: annabellovic.de

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