Setzen auf Nahwärme: Jörg Papendick (v. l.), Nadine Vanessa Nick und Klaus Suchowitz. - © Foto: Nicole Bliesener
Setzen auf Nahwärme: Jörg Papendick (v. l.), Nadine Vanessa Nick und Klaus Suchowitz. | © Foto: Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen Nahwärme für das Siekertal

Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne: Leitung muss über die Südbahntrasse führen. Genehmigungsverfahren der Bahn dauert mehr als neun Monate

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Mit Nahwärme aus der Heizzentrale im Kurpark möchte die Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne GmbH die neue Kurpark-Seniorenresidenz versorgen, die auf dem Gelände der ehemaligen Siekertal-Klinik entsteht. „Dafür müssen wir mit unserer Leitung über die Südbahn“, sagt Klaus Suchowitz, Geschäftsführer der NWOL. Technisch sei das kein Problem. Das Netz der Nahwärme GmbH, das unterirdisch einmal um den Kurpark verläuft, könnte problemlos erweitert werden. „Die Leitung würde ein Meter oberirdisch verlaufen. Sie soll unterhalb der Schützenbrücke über die Südbahn geführt werden“, erklärt Suchowitz. Ein Hindernis stellt die Bahn dennoch dar: Denn die Bad Oeynhausener brauchen die Genehmigung aus Berlin, die Leitung über die Südbahntrasse zu führen. „Ende 2016 hatten die Planer den ersten Kontakt mit der Bahn“, fügt Suchowitz hinzu. „Wir müssen mit einer Genehmigungszeit von mehr als neun Monaten rechnen.“ Nun hofft Suchowitz, dass das langwierige Genehmigungsverfahren den Nahwärme-Plänen für das Siekertal nicht in die Quere kommt. Insgesamt aber sind die Verantwortlichen überzeugt, dass alles lösbar sei, so Jörg Papendick, Prokurist beim Energieservice Westfalen-Weser. Der Energieservice ist Hauptgesellschafter der NWOL. „Wir hatten schon häufiger Berührungen mit der Bahn“, so Papendick. Die Nahwärmeleitung über die Südbahn soll so ausgelegt sein, dass ihre Kapazität ausreicht, um über die Kurparkresidenz hinaus weitere Gebäude mit Nahwärme zu versorgen. Angedacht war eine Ausweitung Richtung Herz- und Diabeteszentrum. Doch das HDZ NRW hat eigene Pläne schneller umgesetzt und vor gut einem Jahr ein eigenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Die Hoffnung der NWOL ruht weiterhin auf der Arning Bauunternehmung. Der Investor aus Steinfurt hatte das 12.000 Quadratmeter große Areal der ehemaligen Siekertalklinik 2014 erworben. Geplant war zunächst eine Wohnbebauung, diese Pläne haben sich in der Zwischenzeit in Richtung Altenheim verschoben. Weitere Pläne sind derzeit noch nicht spruchreif. Eine Ausweitung sei aber vor allem aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtig. Denn Wärmeleitungen seien grundsätzlich teurer. „Eine normale Gasleitung kostet pro Meter etwa 100 Euro und die Kosten für ein Meter Fernwärmeleitung belaufen sich auf etwa 500 Meter“, rechnet Suchowitz vor, der neben seinen Aufgaben bei der NWOL auch für den Vertrieb der Gasversorgung Westfalica zuständig ist. Die Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne versorgt mit ihrem etwa drei Kilometer langen unterirdischen Netz die Bali-Therme, die Gollwitzer-Meier-Klinik, die Klinik am Rosengarten und die Staatsbad-Gebäude sowie das Rathaus und das Standesamt, beide am Ostkorso gelegen. Sie betreibt neben dem Netz im Kurpark noch das Fernwärmenetz im Wittekindshof sowie ein Netz in Löhne mit einer Heizzentrale am Rathaus. Daran angeschlossen sind Kaisercenter, Gymnasium mit Sporthalle, Hallenbad und Freibad sowie das Rathaus. Erzeugt wird Wärme und Strom auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung. „Die erzeugte Energie hat den Primär-Energiefaktor Null“, sagt Papendick. „Besser geht’s nicht.“ „Außerdem haben wir noch dezentrale Blockheizkraftwerke an der Auguste-Viktoria-Klinik, am Schulzentrum Süd und der Gärtnerei Schlüter“, fügt Nadine Vanessa Nick, Prokuristin bei der Gasversorgung hinzu. Jährlich verkauft die NWOL 38 Millionen Kilowattstunden Wärme, das entspricht dem Verbrauch von 2.375 Einfamilienhäusern und 19 Millionen kWh Strom, was wiederum dem Verbrauch von 7.600 Haushalten entspricht.

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