Händchen halten: Richard Hannay (gespielt von Friedhelm Schlötel) und Margaret (Ramona Ahijado) werden durchs Fenster beobachtet (Justus Mackenbrock). - © Nicole Sielermann
Händchen halten: Richard Hannay (gespielt von Friedhelm Schlötel) und Margaret (Ramona Ahijado) werden durchs Fenster beobachtet (Justus Mackenbrock). | © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Spionageklassiker aus den 30ern

Theater: Freilichtbühne spielt ab 29. Januar „39 Stufen“. Die Bad Oeynhausener Schauspieler Tina Stelze und Ramona Ahijado haben zig Rollen zu besetzen

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Minden. Einmal Hut, einmal Perücke, dann wieder die original roten Haare und schließlich sogar der Trenchcoat – Tina Stelze ist gefordert. Im Winterstück der Portabühne „Die 39 Stufen" verkörpert die Bad Oeynhausenerin gleich ein ganzes Dutzend Rollen. Genau wie Justus Mackenbrock. Lediglich vier Schauspieler schickt Regisseur Detlev Schmidt für den Spionage-Klassiker auf die Bühne. Und außer Friedhelm Schlötel, der Richard Hannay spielt, haben sie alle mehrere Rollen zu besetzen. So auch die zweite Bad Oeynhausenerin Ramona Ahijado, die nicht nur die attraktive Agentin Annabella sondern auch Pamela und Margaret spielt. Wilde Verfolgungsjagden, Flucht über den Zug oder Szenen im Flugzeug – es gibt nichts, was die Portaner nicht mit theatralischen Mitteln auf die Bühne bringen. Doch dafür braucht es durchaus die Fantasie der Zuschauer. Es gibt fast kein Bühnenbild, sondern nur einzelne Elemente, die reingetragen oder geschoben werden. Wie mobile Fenster, durch die Richard Hannay klettert und in die imaginäre Tiefe springt. „Die 39 Stufen" ist ein Film von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1935 nach dem Roman „Die neununddreißig Stufen" von John Buchan. „Wir erzählen eine Geschichte, gespickt mit Comic-Elementen", erklärt Detlev Schmidt. So klirrt zum Beispiel, wenn eine Scheibe zu Bruch geht, Geld im Glas. Einen Part, den wiederum die beiden „Geräuschemacher" Antje Glöckner und Barouche Hoffmann-Le Guellec übernehmen. „Die Theaterfassung von Patrick Barlow ist an den Film angelehnt und spielt 1933", erklärt Schmidt. Es gebe nicht nur komische Szenen, sondern eine spannende Spionagegeschichte: Richard Hannay, ein junger Kanadier, macht während seines Urlaubs in London die Bekanntschaft mit der attraktiven Spionin Annabelle Smith, die laut eigenen Aussagen von einem ausländischen Spionagering verfolgt wird. Sie erzählt ihm im Zusammenhang mit ihren Verfolgern von gestohlenen Dokumenten, den mysteriösen 39 Stufen und erwähnt einen Ort in Schottland. Kurz darauf findet Hannay Annabelle tot mit einem Messer im Rücken in seiner Wohnung. In ihrer Hand hält sie eine Landkarte mit einem markierten Ort in Schottland. Verfolgt von der Polizei, die ihn für Annabelles Mörder hält, flüchtet Hannay und macht sich mit dem Zug auf die Reise in das schottische Hochmoor, wo er sich weitere Hinweise erhofft. Kann er dort das Rätsel um die 39 Stufen lösen?

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