Noch ist nicht alles fertig: Maja Pape spielt das Kindermädchen Gerda und dekoriert vor Probenbeginn noch zusammen mit Regisseur Detlev Schmidt und Astrid Volkmann (spielt die Geheimrätin Stahlbaum) den Weihnachtsbaum. - © Nicole Sielermann
Noch ist nicht alles fertig: Maja Pape spielt das Kindermädchen Gerda und dekoriert vor Probenbeginn noch zusammen mit Regisseur Detlev Schmidt und Astrid Volkmann (spielt die Geheimrätin Stahlbaum) den Weihnachtsbaum. | © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Zwischen Fantasie und Wirklichkeit

Winterstück der Freilichtbühne Porta: Im Stadttheater spielt das Ensemble um Regisseur Detlev Schmidt mit „Nussknacker und Mausekönig“ ein fantastisches Märchen nach E.T.A. Hoffmann. Premiere am 7. Dezember

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Minden. Noch ist die Bühne ein wenig nackt. Der Weihnachtsbaum – kahl. Der Schrank – noch ungefüllt. Die Kostüme – noch in der Endphase. Doch in wenigen Tagen, wenn das Ensemble der Freilichtbühne Porta ein wahrlich märchenhaftes Stück auf die Bühne im Mindener Stadttheater bringt, wird dort ein heimeliges Wohnzimmer aus dem 19. Jahrhundert zu sehen sein. Vom 7. bis 20. Dezember spielt das Team um Regisseur Detlev Schmidt „Nussknacker und Mausekönig" nach E.T.A. Hoffmann. Es ist 200 Jahre alt und zieht noch immer die Kinder in seinen Bann: 1816 erschien das Märchen von Hoffmann, das es am Ende dem Zuschauer überlässt, ob es Wahrheit oder Fantasie war, was er gesehen hat. Nach einem gemütlichen Weihnachtsabend im Hause des Medizinalrats Stahlbaum werden um Mitternacht die Spielsachen in der Wohnstube lebendig. Gleichzeitig kriecht eine unheimliche Schar Mäuse aus dem Fußboden. Die kleine Marie wird Zeugin eines erbitterten Kampfes zwischen ihrem über alles geliebten Nussknacker und dem gefürchteten, siebenköpfigen Mausekönig. Mutig stellt sie sich an die Seite ihres Lieblings und trägt entscheidend zum Ausgang der Geschichte bei. „Wir müssen es schaffen, das Mädchen so interessant und zügig zu spielen, dass es auch die Kinder interessiert", erklärt Regisseur Detlev Schmidt. Die bekommen aber auch Action auf der Bühne geboten, denn am Ende gibt es sogar einen Schwertkampf zwischen den Nussknacker und dem Mausekönig. „Es ist ein sehr abwechslungsreiches Stück, das ständig zwischen realer und Fantasiewelt hin und her springt. „Es ist optimal für alle ab fünf Jahren bis zum Ende der Grundschulzeit", so Schmidt. Daran orientiert sich auch die Länge des Familienstückes: zwei Mal 45 Minuten plus Pause. Zehn Schauspieler stehen auf der Bühne im Stadttheater – und sie alle haben eine Doppelrolle. „Nur Marie und ihr Patenonkel Drosselmeier nicht, weil die quasi die ganze Zeit auf der Bühne präsent sind", erklärt Schmidt. Der besonders vom Nachwuchs überzeugt ist. So spielt zum Beispiel die 15-jährige Lisa Güldenmeister das Mädchen Marie und Jakob Lewin den kleinen Bruder. „Die beiden sind auch sprachlich top – immerhin müssen sie ja das Stück über mit ihren Stimmen auskommen." Nicht nur Kinder, auch die Erwachsenen werden ihren Spaß am Stück haben, verspricht Schmidt. Denn so wie das kleine Mädchen in die unglaublichen Geschehnisse hineingezogen wird, so kann das Publikum sich dem Bann der Hoffmannschen Erzählung nicht entziehen. Realität oder Traum? „Genug Stoff, damit sich Eltern und Kinder nach dem Stück austauschen können", hofft Schmidt. ??¦ Verlosung, Seite 1

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