Die Residenz des Generals: Bis September 2014 war das Weiße Haus Wohnsitz des Kommandeurs der britischen Streitkräfte in OWL. Dann hat die BIMA das Gebäude übernommen. Die Stadt hat auf ihr Erstzugriffsrecht auf die Immobilie verzichtet. Fotos: Marten Siegmann - © Marten Siegmann
Die Residenz des Generals: Bis September 2014 war das Weiße Haus Wohnsitz des Kommandeurs der britischen Streitkräfte in OWL. Dann hat die BIMA das Gebäude übernommen. Die Stadt hat auf ihr Erstzugriffsrecht auf die Immobilie verzichtet. Fotos: Marten Siegmann | © Marten Siegmann

Bad Oeynhausen Weißes Haus: Dritter Anlauf zum Verkauf

Kommandeursvilla: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben konnte die denkmalgeschützte ehemalige Immobilie der britischen Armee an der Schützenstraße in zwei Bieterverfahren noch nicht verkaufen

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Zumindest das steht fest: In dieses Weiße Haus wird Donald Trump nicht einziehen, wenn er im nächsten Jahr Präsident der USA wird. Wie Bad Oeynhausens „White House", die ehemalige Kommandeursvilla der britischen Streitkräfte an der Schützenstraße, künftig genutzt wird, ist aber noch gänzlich offen. Denn ein Käufer für die leerstehende Immobilie hat sich in zwei Bieterverfahren noch nicht gefunden. Nun bereitet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) den dritten Anlauf zum Verkauf des Weißen Hauses vor. „Humphrey" steht auf dem Klingelschild, das ein wenig Staub und Spinnweben angesetzt hat. Besuch ist in der Villa rar geworden, nachdem der letzte Kommandeur der britischen Streitkräfte in OWL, Brigadegeneral Simon Humphrey, das „White House" im Sommer 2014 verlassen hat. Der Garten ist aufgeräumt, aber vom akribisch gepflegten Grün, wie man es rund um solch ein britisches Herrenhaus erwarten würde, ist dass Areal meilenweit entfernt. Entfernt sind auch die Möbel, bis auf ein paar magere Relikte wie Kamine, schwere hölzerne Wandvertäfelungen oder der hochflorige Teppich selbst auf der Treppe erinnert nur noch wenig an die früheren Bewohner. Immerhin der „Sandwichmaker", der in der Dienstbotenwohnung über der Doppelgarage die Küchenausstattung komplettiert, ist „very british". Die Schlüsselgewalt zum „White House" liegt nun in der Hand von Frank Gößling. Er ist kein britischer General, sondern Mitarbeiter der BIMA in Bielefeld und als solcher verantwortlich für die Vermarktung der ehemaligen Immobilien des britischen Militärs in Bad Oeynhausen. Die Eckdaten hat der Löhner parat. Die Kommandeursvilla wurde 1950 gebaut, hat etwa 470 Quadratmeter Wohnfläche, das Grundstück ist 4.710 Quadratmeter groß. Und es liegt idyllisch, am Rande des Siekertals und nur ein paar Schritte vom Kurpark entfernt. Kaufpreis: 900.000 Euro. Da müsste es doch ein Klacks sein, diese Immobilie zu verkaufen. Ist es aber nicht. Zwei Bieterverfahren hat die BIMA schon durchgeführt fürs „White House". Beide endeten ohne Zuschlag. Ein Grund dafür liegt vermutlich im Denkmalschutz. Das Denkmalamt in Münster hatte im Februar 2015 das Haupthaus, den Garten sowie Teile der Zaunanlage unter Schutz gestellt. Allerdings ist hier nicht der komplette Zaun mitsamt Stacheldraht-Verbau geschützt, wie zunächst verlautete, sondern nur der gemauerte Sockel und drei große Pfeiler. Das White House sei „bedeutend für die Geschichte der Menschen in Bad Oeynhausen", begründeten die Münsteraner Fachleute ihre Empfehlung. „Die Zeit der britischen Besatzung ist für Bad Oeynhausen ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte, das mit diesem Gebäude dokumentiert wird", sagt Gößling. Mit dem Denkmalschutz seien die Möglichkeiten zur Nutzung des Geländes schon ein wenig eingeschränkt. „Ohne wäre sicher auch ein Neubau auf dem Gelände eine Option", sagt er. Interessenten habe es dennoch durchaus für das Weiße Haus gegeben – und gebe es noch. „Eine Handvoll" potenzieller Käufer interessiere sich nach wie vor für das Objekt. Die Bandbreite der bislang angedachten Nutzungen sei groß und reiche von einer medizinischen Nutzung über Wohnen bis hin zu Repräsentationsräumen für Firmen. „Allerdings wollen die Interessenten vor einem Kauf eines denkmalgeschützten Gebäudes wissen, ob die von ihnen geplante Nutzung denn auch möglich ist", erläutert Gößling. Um die Möglichkeiten zumindest grundsätzlich abzustecken, soll es ein Abstimmungsgespräch der BIMA mit Vertretern der Denkmalbehörden aus Münster und Bad Oeynhausen geben. Das Ergebnis soll dann auch Eingang in das Exposé des Objektes finden. Anfang nächsten Jahres, voraussichtlich im Februar, will die BIMA dann ein drittes Bieterverfahren für das Weiße Haus einleiten. Seine Hoffnung, das Objekt dann auch verkaufen zu können, sei groß, so Gößling. ´ Wer einen Blick im Internet auf das Angebot werfen will: britenabzug.bundesimmobilien.de/1061507/white-house.

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