Fundament wird vorbereitet: Auf dieser Baufläche soll die neue Turnhalle entstehen. Wenn es weiter kalt bleibt, müssen die Erdarbeiten unterbrochen werden. - © g
Fundament wird vorbereitet: Auf dieser Baufläche soll die neue Turnhalle entstehen. Wenn es weiter kalt bleibt, müssen die Erdarbeiten unterbrochen werden. | © g

Bad Oeynhausen Turnhalle wird später fertig

Wichern-Grundschule: Mensa liegt im Zeitplan und soll im Sommer eröffnet werden. Beim zweiten Neubau wird mit mehrmonatiger Verzögerung gerechnet. Kosten steigen um zehn Prozent

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Schulleiter Sebastian Plöger ist zuversichtlich: „Unsere nächsten I-Männchen begrüßen wir in der neuen Mensa". Die Bauarbeiten für den Mehrzweckbau an der Wichern-Grundschule liegen genau im Zeitplan. Ganz anders sieht es dagegen mit der Sporthalle aus. Deren Fertigstellung wird sich um mehrere Monate verzögern. Pünktlich mit Beginn der Sommerferien war mit den Bauarbeiten begonnen worden. Zwischen dem Schultrakt aus den 70er Jahren und dem Altbau aus den 20er Jahren wird ein Mehrzweckbau errichtet, in dem nicht nur das Essen für bis zu 102 Ganztagsschüler ausgegeben werden soll. Für Veranstaltungen kann der Raum zur Aula mit bis zu 225 Plätzen umfunktioniert werden. Plöger: „Das wird das Zentrum unserer Schule". Deshalb soll die Halle offiziell nicht Mensa, sondern „Mittelpunkt" heißen. „Säulenfrei", hebt Projektleiter Rainer Freymuth als besonderes bautechnisches Merkmal des immerhin 180 Quadratmeter großen Hauptraums hervor. Das wird möglich durch eine Spannbetondecke. „Dafür brauchen wir Brespa-Elemente", erläutert Freymuth. Die sind allerdings so schwer, dass sie nur mit einem speziellen Teleskop-Autokran transportiert werden können. Weil es davon nur ganz wenige in Deutschland gibt, sind die Anlagen über lange Zeit ausgebucht. Kommt es auf einer Baustelle zu Verzögerung, macht sich das mit Verspätung auch auf der Anschluss-Baustelle bemerkbar. Während die Verzögerung für den Einsatz des Mensa-Daches mittlerweile aufgeholt wurde, hinkt der Zeitplan für die Turnhalle hinterher. „Wir sind vier Wochen zurück", räumt Freymuth ein. Erst in der letzten Woche konnte mit den Fundamentierungsarbeiten für die Turnhalle begonnen werden, zuvor hatte der Autokran die Baufläche blockiert. Die Erd- und Betonarbeiten sind in hohem Maße wetterabhängig, so dass der Projektleiter von weiteren Verzögerungen ausgeht. Natürlich muss auch der Autokran wieder für die Dachelemente kommen. . . Schließlich spielt der Konjunkturaufschwung in der Baubranche eine Rolle. Freymuth: „Wir haben Schwierigkeiten, für unsere Aufträge Baufirmen zu finden". Trotz öffentlicher Ausschreibung gibt es manchmal nur einen Bewerber – und der gibt nicht nur den Preis, sondern auch den Termin vor. Während er den Eröffnungstermin für die Turnhalle derzeit auf „kurz vor Weihnachen nächsten Jahres" schätzt, hält er die Inbetriebnahme des Mehrzweckraumes, wie Plöger, für „Schuljahrsbeginn 2017" für realistisch. Schließlich ist das Schwierigste, das Spanndach, fast fertig; in den nächsten zwei Wochen werden die Außenwände geschlossen. Dann kann eine Baubeheizung installiert und mit dem (wetterunabhängigen) Innenausbau begonnen werden. „Heizung, Sanitär, Lüftung, Elektro, Estrich und Innenputz" zählt er die weiteren, im Januar startenden Arbeiten auf. Auf 3,02 Millionen Euro war der gesamte Bau veranschlagt worden. Schon jetzt ist absehbar, dass diese Summe nicht reichen wird. „Wir brauchen zehn Prozent mehr", sagt Freymuth. Auch für diese Erhöhung, die für den städtischen Haushalt bereits angemeldet wurde, nennt er den Bauboom als Grund: „Steigende Nachfrage erhöht eben die Preise". ´ Wer sich über den Baufortschritt informieren will, findet auf der Internetseite der Grundschule tagesaktuelle Fotos: www.gsv-wichern-lohe.de

realisiert durch evolver group