Move 4Fun beim inklusiven Gesundheitstag: Ausbilder Nobert Lauterbach (Mitte) und die Auszubildenden Julian Bergmann (li.) und Arbo Neck (re.) haben zusammen mit ihren Kollegen die Holzwerkstatt gegen die Turnmatten getauscht. - © Anke Marholdt
Move 4Fun beim inklusiven Gesundheitstag: Ausbilder Nobert Lauterbach (Mitte) und die Auszubildenden Julian Bergmann (li.) und Arbo Neck (re.) haben zusammen mit ihren Kollegen die Holzwerkstatt gegen die Turnmatten getauscht. | © Anke Marholdt

Bad Oeynhausen Inklusiver Gesundheitstag im Berufsbildungswerk

Wittekindshof: Informieren, motivieren, aktivieren – Gesundheitsförderung ist auch ohne Ausrüstung überall möglich

Anke Marholdt

Bad Oeynhausen. Alle liegen auf der Matte und machen Move4Fun. Das Muskeltraining auch Spaß machen kann, zeigen die Gesichter. Da wird keiner ausgelacht, sondern die gemischte Männer und Frauenrunde lacht, weil es die scheinbar einfachen Übungen in sich haben – für den Ausbilder Norbert Lauterbach ebenso wie für die jungen Auszubildenden. „Ihr könnte alle gerne wieder kommen: mittwochs ab 15.30 Uhr", lädt Steffi Wehmeier die Holzspezialisten aus dem Berufsbildungswerk Wittekindshof ein. Die Mitarbeiterin des Sozialpädagogischen Dienstes hat mit ansteckender Begeisterung das Bewegungs- und Muskeltraining beim inklusiven Gesundheitstag im Berufsbildungswerk angeboten. Ein paar Matten und Musik hatte sie mitgebracht. Ansonsten hat sie die Wände der Flure genutzt und damit ganz nebenbei gezeigt, dass Gesundheitsförderung auch ohne teure Ausrüstung fast überall möglich ist. Zum Gesundheitstag im Berufsbildungswerk ruhte der normale Betrieb. Ausbilder, Förderlehrer, Mitarbeitende der Begleitenden Dienste und der Verwaltung haben mit Auszubildenden und den anderen jungen Menschen, die an berufsbildenden Angeboten teilnehmen, gemischte Gruppen gebildet, um an verschiedenen Stationen etwas für ihre Gesundheit zu tun. „Wir wollen informieren und aktivieren, Wissen vermitteln und motivieren, um Verhalten zu ändern. Das Berufsbildungswerk als Ausbildungsbetrieb und Anbieter von beruflichen Qualifikationsmaßnahmen gibt ebenso wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement des Wittekindshofes Anregungen und schafft die nötigen Rahmenbedingungen. Jeder muss selbst aktiv werden, um wirksam etwas für die eigene Gesundheit zu tun, aber der Arbeitgeber kann dabei maßgeblich unterstützen", erklärte Daniela Pappas, die den Gesundheitstag organisiert hat. Die Auswahl beim Gesundheitstag war groß. Vom Minicheck mit Blutdruckmessung, über einen Rauschbrillenparcours, den Hans-Jürgen Kämper als Betriebliche Ansprechperson Sucht angeboten hat, bis zu Beratungsangeboten über die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, einem Workshop mit Entspannungsübungen oder einem Fitness-Test und Balance Parcours des Bali Health Clubs reichte das Angebot. „Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz umfasst für uns Unfallverhütung beispielsweise beim Nutzen von Leitern und Tritten ebenso wie gesunde Ernährung und Bewegungsförderung durch aktive Minipausen, in denen etwas gegen einseitige körperliche Belastungen am Arbeitsplatz getan werden kann", berichtet Pappas. Auf großes Interesse sind die Tipps zum Gehörschutz von Alexander Dominguez gestoßen, der erklärte, warum die Ohren von lauten Maschinen ebenso wie von lauter Musik geschädigt werden können oder warum Gärtner und alle andere Menschen, die viel Staub und Dreck am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, ihre Ohren besonders pflegen sollten. Die These „Leben ohne Stress ist monoton" erklärte Frank Großheimann von der Krankenkasse BKK Diakonie. Er verwies dabei auf den Unterschied zwischen positivem Stress wie Verliebtsein und negativem Stress, der Ohnmacht auslöse und führte aus: „Manchmal sind wir nicht in der Lage, dem Stress aus dem Weg zu gehen." Deswegen sei es wichtig, Entspannungstechniken zu lernen. Nicht jedes Mittel sei für jeden geeignet, aber runterkommen und entspannen kann man trainieren". Ganz praktisch forderte er beim BBW-Gesundheitstag dazu auf, Pausen für Bewegung und Entspannung, aber auch für ein Gespräch mit Kollegen zu nutzen. „Einem anderen Menschen sagen zu können, was einen belastet, hat schon etwas mit Stressbewältigung und Gesundheit zu tun."

realisiert durch evolver group