Polzeitaucher aus Bochum durchkämmen den Anglersee in Bad Oeynhausen. An diesem Ufer soll am Tattag ein Mann mit einem Mercedes etwas ins Wasser geworfen haben. Möglicherweise die Tatwaffe. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Polzeitaucher aus Bochum durchkämmen den Anglersee in Bad Oeynhausen. An diesem Ufer soll am Tattag ein Mann mit einem Mercedes etwas ins Wasser geworfen haben. Möglicherweise die Tatwaffe. | © Elke Niedringhaus-Haasper

Bielefeld/Bad Oeynhausen Mord in Senne: Mordkommission sucht in Bad Oeynhausen vergeblich nach Schrotflinte

Polizeitaucher durchkämmen privaten Anglerteich. Am späten Mittag müssen sie aber die Suche ergebnislos abbrechen

Elke Niedringhaus-Haasper
Jens Reichenbach

Bielefeld/Bad Oeynhausen. Die Mordkommission arbeitet nach den tödlichen Schüssen in Bielefeld-Senne Mitte September weiterhin an der Aufklärung des Mordes an Tanja S. Die 41-Jährige war vor ihrem Haus erschossen worden. Kurz darauf hatte das SEK ihren dringend tatverdächtigen Mann Georgios S. aus Bad Oeynhausen in seinem schwarzen Mercedes CLA festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 53-Jährige, der seit geraumer Zeit von seiner Frau getrennt lebte, ihr vor dem Haus mit einer Schrotflinte auflauerte. Die Suche nach dieser Waffe wurde am Montag nun ergebnislos beendet. Am Montagvormittag durchsuchten  Polizeitaucher im Auftrag der "Mordkommission Eister" einen privaten Anglerteich in Bad Oeynhausen an der Ecke Eichenweg/Langer Brink nach der Tatwaffe. Denn von ihr fehlt bislang jede Spur. Wie Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer mitteilte, hatte ein Anwohner am Tag der Tat einen schwarzen Mercedes an dem Teich beobachtet. Dort soll sich ein Mann am Ufer zu schaffen gemacht haben - eine wichtige Spur für die Ermittler. Denn das Bewegungsprofil des 53-Jährigen ist seitdem ein ganz wichtiger Aspekt bei der Aufklärung des Falles. Sicher ist, dass der Unternehmer nach der Tat in seiner Firma in Bad Oeynhausen-Dehme auftauchte, wenig später aber in Bielefeld an der Eckendorfer Straße vom SEK festgenommen wurde. Wie berichtet hatte die Mordkommission nach Bekanntwerden der Tat am Morgen des 15. September mehrere Hinweise aus dem Bereich Bad Oeynhausen bekommen. In mühevoller Kleinarbeit gehen nun die Ermittler diesen Hinweisen nach. Einer davon ist der Hinweis auf den Anglerteich, der grob zwischen der Firma des Tatverdächtigen und seiner Privatwohnung liegt. Die Suche in dem Teich endete am frühen Nachmittag ohne Ergebnis. Dabei waren die Ermittler anfangs noch sehr hoffnungsvoll: "Der Zeugenhinweis war relativ konkret und die Taucher haben alles Mögliche gegeben", sagte Landwehrmeyer. "Sie haben mit den Händen im Schlamm gewühlt und Metalldetektoren eingesetzt." Eine Waffe fand sich dabei leider nicht. Für die Ermittler war es laut Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann der letzte übrig gebliebene Hinweis auf die gesuchte Tatwaffe. Doch auch ohne die wichtige Schrotflinte liegen der Kripo inzwischen erdrückende Beweise gegen den Tatverdächtigen vor. So hatte das LKA auf einer von zwei Schrotpatronenhülsen seine DNA identifiziert. Auch ein am Tatort gefundenes Gewehrfutteral und eine Skimaske sicherte die Spurensicherung am Tatort: Alle drei Gegenstände tragen Spuren des Tatverdächtigen.

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