Einsatzbereit: Die Hydraulikscheren liegen bereit, um das Dach des Ford Focus aufzuschneiden. - © SANDRA C. SIEGEMUND
Einsatzbereit: Die Hydraulikscheren liegen bereit, um das Dach des Ford Focus aufzuschneiden. | © SANDRA C. SIEGEMUND

Bad Oeynhausen Feuerwehr übt auf der Nordumgehung den Ernstfall

Laiendarsteller sorgen als Verletzte für Dramatik

Bad Oeynhausen. „Hilfe, Hilfe, nun kommen Sie doch endlich!“ Laut schreiend lief Tim Krömer den eintreffenden Rettungskräften entgegen. Nur mit äußerster Mühe ließ er sich davon abhalten, immer wieder zum Fahrzeug zurückzukehren, in dem sein Freund eingeklemmt war. Mit viel Action mimte er den unter Schock stehenden Verletzten, der die Rettungskräfte in ihrer Arbeit behinderte, und sorgte damit für zusätzliche Spannung bei der Übung des dritten Brandabschnitts vor dem Tunnel der Nordumgehung. „Durch die im Tunnel ausgelöste Höhenkontrolle haben sich die Schranken vor der Zufahrt geschlossen. Dadurch kam es zu einem Unfall mit drei beteiligten Autos“, schilderte Sebastian Gongoll das angenommene Szenario. „Ein Insasse konnte sich befreien und den Notruf senden, zwei sind leicht verletzt, ein weiterer Autofahrer schwer.“ Der in der Löschgruppe Werste aktive Feuerwehrmann hatte die Übung ausgearbeitet. „Solange hier noch kein Verkehr rollt, ist die Gelegenheit zum Üben sehr gut. Neben der technischen Rettung sind auch Verkehrsabsicherung, Gefahrenerkundung und eigene Sicherheit der Einsatzkräfte wichtig“, sagte Sebastian Gongoll, der auch auf Kreisebene Feuerwehrleute in technischer Hilfe ausbildet. Mit drei Fahrzeugen rückten die Löschgruppen Werste und Eidinghausen-Wöhren aus, dazu drei Rettungswagen. Während sich einige Einsatzkräfte die in den Fahrzeugen eingeklemmten Personen betreuten, verschafften sich Kollegen mit Hammer und Hydraulikschere Zugang zu den von Schrottplätzen geliehenen Autos. Zwei Personen konnten vergleichsweise einfach durch den Kofferraum und die Beifahrerseite befreit werden. Bei einem Auto musste das komplette Dach entfernt werden, um den Fahrer zu befreien. Immer wieder sorgten die vier Darsteller Marina Gerlitz, Gino Ara, Tim Krömer und Daniel Storm mit Hilferufen und Schmerzensschreien für Dramatik. Koordiniert wurde der schauspielerische Einsatz von Sebastian Hilgefort, dem Leiter der Notfalldarstellungsgruppe des DRK Bünde, der die Verletzten auch realistisch schminkte. „Der Einsatz ist sehr gesittet abgelaufen. Die Feuerwehrleute hier sind richtig gut geschult“, lobte er die Beteiligten. Auch von Seiten der Einsatzleitung gab es Lob. „Eine rundum gelungene Übung, bei der die Gruppen ihre Prioritäten selbstständig gesetzt haben. Wir brauchen uns mit unserem technischen Können nicht zu verstecken“, sagte der Werster Löschgruppenführer Jochen Gaertig.

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