Mit Spaten und Plan: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (l.) und Tim Ostermann. - © NN
Mit Spaten und Plan: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (l.) und Tim Ostermann. | © NN

Bad Oeynhausen Dehmer Straße erhitzt die Gemüter

Bundesverkehrswegeplan: Die Bundestagsabgeordneten Schwartze (SPD) und Ostermann (CDU) wollen sich dafür stark machen, den Ausbau der B61 in den Planungen des Bundesverkehrsministers wieder zu streichen

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Die Ablehnung könnte breiter kaum sein. Schon am Mittwoch hatten sich unmittelbar nach Bekanntwerden des neuen Bundesverkehrswegeplans schon die Vorsitzenden von SPD und CDU in Bad Oeynhausen, Olaf Winkelmann und Kurt Nagel, im Gespräch mit der NW vehement gegen die Pläne für einen Neubau der B61 zwischen Dehme und Weserauentunnel ausgesprochen. Am Donnerstag bezogen die Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze (SPD) und Tim Ostermann (CDU) ebenso deutlich Stellung dagegen. Der von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwochnachmittag in Berlin präsentierte Entwurf des Bundesverkehrswegeplans, der die bis 2030 geplanten Verkehrsprojekte auflistet, beinhaltet einen Neubau der Dehmer Straße mit zwei Fahrspuren. 3,8 Kilometer lang und 13,4 Millionen Euro teuer soll der Neubau sein. „Konkrete Pläne dazu gibt es noch nicht", versicherte Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW. Zumindest Vorplanungen muss es aber geben, denn auf denen beruht ja auch die Kostenschätzung im Verkehrswegeplan. Nach Informationen der NW sieht dieser Plan einen Neubau neben der jetzigen B 61 zur Weser hin vor. Die neue Strecke würde deutlich kurvenärmer geführt. „Ich habe dem Ministerium bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass es einen einstimmigen Beschluss im Bad Oeynhausener Stadtrat gegen eine solche Planung gibt", sagte Ostermann der NW. Dass der Plan nun trotzdem im Bundesverkehrswegeplan auftaucht, habe ihn überrascht. „Wir werden versuchen, dieses Projekt wieder aus dem Bundesverkehrswegeplan herauszuholen", versprach Ostermann. „Bad Oeynhausen ist durch den vorhandenen Verkehr schließlich schon schwer belastet". Auch Stefan Schwartze versprach, sich für eine Streichung des Projektes einzusetzen. „Warum sollten wir eine Straße bauen, die außer der IHK niemand will?" fragte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Ganz offensichtlich war es denn auch die Industrie- und Handelskammer (IHK), die die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan betrieben hat. „Ich finde das gut, das führt in die richtige Richtung", sagte Karl-Ernst Hunting von der IHK Minden. Er ist sicher: „Wenn die Nordumgehung eröffnet ist, wird der Verkehr auf der B 61 deutlich zunehmen." „Genau vor einer solchen Planung haben wir immer gewarnt", sagte Reiner Barg (BBO). „Wir wurden dafür aber als Panikmacher beschimpft." Nun gelte es, die Umsetzung dieser Pläne unbedingt zu verhindern. „Rat und Verwaltung der Stadt Bad Oeynhausen haben sich immer wieder deutlich gegen einen Neubau der B61 zwischen dem Weserauentunnel und Dehme ausgesprochen", sagte der Erste Beigeordnete Peter Brand. Die Stadt Bad Oeynhausen ist im Rahmen der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans zu einer Stellungnahme aufgerufen. Die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung läuft vom 21. März bis zum 2. Mai. Fachbereichsleiter Arnold Reeker: „Wir werden unsere Stellungnahme auch mit der Politik abstimmen und rechtzeitig abschicken." Das Thema werde auch in die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung aufgenommen. Ein erstes Gespräch dazu mit dem Ausschussvorsitzenden Kurt Nagel hat es bereits gegeben.

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