Angegriffen: Ein 23-jähriger Nordafrikaner hat Dienstagnacht versucht, der Taxifahrerin Kerstin Iczak (47) das Auto zu stehlen. Kollege Albert Berisha (47) ist zu Hilfe geeilt, bekam eine Kopfnuss auf die Nase und einen Faustschlag ans Kinn. - © Ulf Hanke
Angegriffen: Ein 23-jähriger Nordafrikaner hat Dienstagnacht versucht, der Taxifahrerin Kerstin Iczak (47) das Auto zu stehlen. Kollege Albert Berisha (47) ist zu Hilfe geeilt, bekam eine Kopfnuss auf die Nase und einen Faustschlag ans Kinn. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Mann versucht Taxi zu stehlen und verletzt mehrere Menschen

Ein 23-jähriger Nordafrikaner zerrt am  Bahnhof Fahrerin aus ihrem Auto / Tat ist eine von vielen des Mannes

Ulf Hanke

Bad Oeynhausen. Kerstin Idczak hat so etwas noch nicht erlebt. „Klar sind manche Fahrgäste betrunken", sagt die 47-jährige Taxifahrerin. Eigentlich weiß sie sich gegen aufdringliche Fahrgäste zur Wehr zu setzen. Ihr Taxi wollte aber noch niemand stehlen. Schon gar nicht im friedlichen Bad Oeynhausen. Doch genau das hat ein 23-jähriger Mann aus Nordafrika offenbar Dienstagnacht versucht. Und damit nicht genug. Der versuchte Taxi-Raub in Bad Oeynhausen ist offenbar nur eine Episode einer ganzen Reihe von Straftaten, die vom gleichen Täter ausgingen und Polizisten in Löhne und Bad Oeynhausen in Atem hielten. Nach Angaben der Polizei hatte der Nordafrikaner zuvor im Zug von Hannover nach Osnabrück randaliert. Er hatte erst gegen die Tür des Lokführer getreten, danach zwei Frauen aus Diepholz belästigt. Einer 16-Jährigen wollte er offenbar die Einkaufstüten stehlen. Erst als deren 47-jährige Mutter dem jungen Mann Pfefferspray ins Gesicht sprühte, ließ er ab. Die Frauen flüchteten in ein anderes Zugabteil. Der Mann wurde aggressiv Der ganze Zug wurde dann in Löhne angehalten, doch der mutmaßliche Täter war offenbar bereits in Bad Oeynhausen ausgestiegen. Dort traf er auf Kerstin Idczak. Allerdings kam der junge Mann nicht aus dem Haupteingang heraus, sondern ging um 22.46 Uhr vom nahen City-Center auf das Taxi zu. Kerstin Idczak wartete am Bahnhof auf einen angekündigten Fahrgast. Der junge Mann sprach sie an, behauptete Arzt zu sein und sagte in gebrochenem Deutsch: „Ich muss fahren." Kerstin Idczak verwies ihn an die zahlreichen anderen Kollegen, ihr Taxi war ja reserviert. Doch da wurde der junge Mann aggressiv. Weitere Taxifahrer wurden angegriffen Er zerrte die Taxifahrerin aus ihrem Auto und setzte sich selbst ans Steuer. Die verblüffte Fahrerin ließ ihn natürlich nicht gewähren und zog ihn wieder heraus. Zweimal ging das hin und her, erzählt Kerstin Idczak. Irgendwie schaffte sie es, die Fahrertür zuzudrücken und sich selbst schützend davor zu stellen. „Da habe ich eine Schelle von ihm gekriegt." Damit nicht genug. Der junge Mann griff weitere Taxifahrer an, die Kerstin Idczak zu Hilfe kommen wollten. Eine 48-jährige Fahrerin wurde von ihm sogar gewürgt. Sie war am Mittwoch krank geschrieben. Albert Berisha bekam von dem jungen Mann eine Kopfnuss gegen die Nase und einen Faustschlag gegen das Kinn. Er blutete aus der Nase, gebrochen war sie glücklicherweise nicht. Berisha war gestern wieder im Taxi unterwegs. Kerstin Idczak hatte frei, wollte aber am Donnerstag wieder arbeiten. Berisha erzählt, wie er versuchte, auf den jungen Mann einzureden und ihn zu beruhigen. Doch der junge Mann sei völlig außer sich gewesen. Mehrere Taxifahrer haben den Mann dann überwältigt. Sie hatten Mühe, ihn am Boden festzuhalten, und setzten sich auf seine Beine, während sie auf die Polizei warteten. Polizeibeamte hatten Mühe, den Täter zu bändigen Fixiert auf dem Boden, fing der junge Mann offenbar an zu beten. „Ich kenne das, ich bin selbst Muslim", sagt Berisha. Doch statt sich zu beruhigen, wurde der Mann nur noch aggressiver. Und auch die herbeigerufenen Polizeibeamten hatten große Mühe, den 23-jährigen zu bändigen. Er ging auch auf die Beamten los und bespuckte sie. Während des Transports ins Polizeigewahrsam nach Minden verletzte er zwei Polizeibeamte. einer der beiden musste nach Angaben der Polizeipressestelle im Krankenhaus behandelt werden und war nicht mehr dienstfähig. Im Polizeigewahrsam wurden dem jungen Mann eine Blutprobe entnommen. Es soll geklärt werden, ob der 23-Jährige unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. Der Nordafrikaner musste die Nacht in einer Zelle verbringen. Am Mittwoch wurde Haftbefehl gegen den jungen Mann beantragt.

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