Lebensgefährlich: Wer in Hüffe zu Fuß die Weserstraße entlang läuft, muss wie unser Praktikant Dennis Rüther am besten eine Warnweste tragen. - © Ulf Hanke
Lebensgefährlich: Wer in Hüffe zu Fuß die Weserstraße entlang läuft, muss wie unser Praktikant Dennis Rüther am besten eine Warnweste tragen. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Vier neue Pläne für die Weserstraße

Straßen NRW hält Baubeginn frühestens 2018 für realistisch

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Nach der Ortsbesichtigung an der Weserstraße sind auch die letzten Zweifel bei den Fachleuten von Straßen NRW verschwunden. „Radfahrer und Fußgänger brauchen hier ganz dringend Schutz." Genauso klar ist für Fred Olm und Ernst Ludwig Schwarzer aber auch: „Das wird eine ganz schwierige Aufgabe". Mit deren Lösung jetzt begonnen wurde: vier Varianten werden derzeit geprüft. Starkes Gefälle, unübersichtliche Kurvenlage, eine Fahrbahn zwischen Böschung und Hang – das Teilstück der Weserstraße zwischen der Hüffer Straße und der Brücke über die A2 weist aus Sicht von Olm, Projektleiter Planung, gleich drei Knackpunkte auf. Vor einigen Jahren wurde zwar die Fahrbahn saniert und in der Mitte eine Markierung aufgetragen – mehr nicht. Über 6.000 Fahrzeuge sind täglich auf der Straße unterwegs, damit gehört die Weserstraße zu den Hauptverkehrswegen im Stadtgebiet- doch für Fußgänger und Radler gibt es auf diesem Teilstück keine Sicherheit. Das soll sich nun ändern. Vier Varianten liegen bei Olm und Schwarzer jetzt auf dem Tisch: Beidseitiger Schutzstreifen Die Fahrbahn wird von 6,50 Meter auf 7 Meter verbreitert. Auf beiden Seiten wird ein jeweils 1,25 Meter breiter Schutzstreifen markiert, der von Radfahrern und Fußgängern benutzt wird. Markierter Randbereich Auf der Hangseite wird der Graben verrohrt, die zusätzliche Fläche mit gehärtetem Bankett versehen, so dass ein zusätzlicher Weg für Fußgänger entsteht. Die beiden markierten Randstreifen für Radler werden schmaler. Geh-Radweg einseitig An der Hangseite wird ein Radweg auf Hochbord mit 50 Zentimeter breitem Sicherheitsstreifen zur Fahrbahn angelegt. Er soll von Radlern und Fußgängern in beiden Richtungen benutzt werden. Da es sich um einen Anschluss an das schon vorhandene Teilstück zwischen Hermann-Löns-Straße und „zur Hüffe" handelt, wird eine Breite von 2,25 (üblich sind jetzt 2,50 Meter) gewählt. Somit wird auch der Eingriff in den Hang minimiert. Hangseitiger Geh-Radweg Hinter der Autobahnbrücke wird ein Schild aufgestellt, das bergabfahrende Radler auf die Fahrbahn verweist. Der Geh-Radweg soll nur von Fußgängern und bergauffahrenden Radlern genutzt werden. „Wir favorisieren die Lösung mit den markierten Randbereich", sagt Olm. Weil der nicht zum Richtungswechsel zwingt und vor allem den Begegnungsverkehr von Fußgängern, möglicherweise schiebenden Bergauf-Radlern und flott herabsausenden Zweiradfahrern entschärft. Allerdings gibt es für diese Variante ein rechtliches Problem: Markierte Schutzstreifen sind außerhalb von Ortsdurchfahrten grundsätzlich nicht zugelassen. Ausnahmeregelungen müssen von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Deutlich einfacher ist hingegen die Planung für den zweiten Teil der Radwegplanung.Von der Kreuzung Oberbecksener Straße bis zur Vlothoer Straße gibt es bereits einen einseitigen Geh-Radweg. Und der soll auch in gleicher Weise fortgeführt werden. „Keine Probleme" sind aus Sicht Olms zu erwarten, auf der gesamten Strecke sei- auch ohne zusätzlichen Grunderwerb- genügend Platz für den 2,25 Meter breiten Weg und den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zur Fahrbahn. Auch ein sogenannter Bus-Cup- eine Haltestelle mit erhöhtem Bordstein- ist vorgesehen. „Das Projekt hat jetzt Priorität 4", betont Olm und macht damit zugleich die Hoffnung auf schnelle Realisierung zunichte. Etwa eine Million Euro kann der zuständige Regionalrat im ganzen Regierungsbezirk Detmold pro Jahr für den Bau von Radwegen ausgeben. Auf etwa 200.000 Euro beziffert Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW, die durchschnittlichen Kosten für jeweils einen Kilometer Radweg. „Die Weserstraße wird deutlich teurer", sagt Olm. Und hält daher einen Baubeginn „frühestens 2018" für realistisch. Immerhin Zeit genug für eine Planung, die den Schutz von Radlern und Fußgängern wirklich erhöht.

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