Munteres Miteinander: Erkan Demir (v. l.), Anja Urlau, Diana Ali, Aziz Kulan, Lilli Neubauer und Marina Aussieker. ? - © Foto: Nicole Bliesener
Munteres Miteinander: Erkan Demir (v. l.), Anja Urlau, Diana Ali, Aziz Kulan, Lilli Neubauer und Marina Aussieker. ? | © Foto: Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen Im Casino Bad Oeynhausen arbeiten Menschen aus 15 Nationen

Westspiel hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Ein munteres, multikulturelles Team bilden die Mitarbeiter des Casinos. Marina Aussieker stammt aus Sibirien, Aziz Kulan ist Assyrer, Anja Urlau kommt aus Kirgistan, Diana Alis Vater ist Libanese, Lilli Neubauer ist in Kasachstan geboren und Erkan Demir ist mit seiner Familie aus der Türkei nach Deutschland gekommen als er ein Jahr alt war. Sie alle sind einhellig der Meinung, dass Integration vor allem eine Frage des eigenen Willens sei. Die sechs arbeiten zusammen im Casino und mit ihnen Kollegen neun weiterer Nationalitäten. „Diese kollegiale Miteinander der Nationalitäten hat für unser Haus viele Vorteile. Wir haben bereits seit vielen Jahren eine internationale Belegschaft", sagt Spielbank-Direktor Joachim Pollok. Um dieses Miteinander auch nach außen zu dokumentieren, ist das Casino Bad Oeynhausen, wie auch die anderen Spielbanken der Westspiel-Gruppe, die „Charta der Vielfalt" beigetreten. „Wir begegnen allen Mitarbeitern ohne Vorurteile – unabhängig von Geschlecht, Nationalität und ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität", sagt Joachim Pollok. „Dieser Gedanke sollte eigentlich überall Usus sein, aber gerade in der heutigen Zeit erscheint es mir wichtiger denn je, darauf noch einmal aufmerksam zu machen." In Bad Oeynhausen arbeite beispielsweise ein Aserbaidschaner Seite an Seite mit einem Russen, so Pollok. In der Bad Oeynhausener Spielbank und den anderen Häusern der Westspiel-Gruppe arbeiten insgesamt Mitarbeiter aus 33 Nationen, die 28 Sprachen beherrschen. Im Casino Bad Oeynhausen kommen Menschen aus Aserbaidschan, Russland, Ukraine, Litauen, Vietnam, China, dem ehemaligen Jugoslawien, Kasachstan, Türkei, Sibirien, Kirgistan, Polen, Spanien, Rumänien, Slowakei und Libanon zusammen. So können die Gäste in russischer, türkischer, spanischer Sprache oder auch auf Chinesisch oder Vietnamesisch begrüßt werden. Allein dieser Aspekt macht deutlich: Vielfalt bringt Stärke. Unterschiedliche Talente, unterschiedliche Kulturen und andere Herangehensweisen können gezielt eingesetzt werden. Von der Vielfalt profitieren Besucher, Mitarbeiter und die Spielbank gleichermaßen. Als Beispiel führt Pollok an: „Unser chinesischer Mitarbeiter hat die Gäste einer chinesische Gruppe komplett betreut, ihnen alle Spiele auf chinesisch erklärt", erzählt Pollok. Mit dem Ergebnis: Die Besucher aus Fernost waren begeistert. Ihre Muttersprachen sprechen auch Marina Aussieker, Aziz Kulan, Erkan Demir, Anja Urlau und Lilli Neubauer neben der deutschen Sprache fließend – bis auf Diana Ali. „Ich kann leider nur wenig Arabisch. Bei uns zu Hause wurde nur Deutsch gesprochen", sagt die 31-Jährige, die eine deutsche Mutter und einen libanesischen Vater hat. Dass die Sprache der wichtigste Schritt zur Integration ist, darin sind sich alle einig. Bis auf Anja Urlau, die in Kirgistan in einem deutschen Dorf aufgewachsen ist und eine deutsche Schule besucht hat, konnte alle kein Wort deutsch als sie hierher kamen. An anfängliche Schwierigkeiten konnten sich alle – obwohl sie mindestens seit 17 Jahren in Deutschland leben – gut erinnern. „In Kirgistan waren wir die Nazis, in Deutschland wurden wir als Russen beschimpft", erinnert sich Urlau an die erste Zeit in Süddeutschland. Erkan Demir erzählt von seiner Zeit im Kindergarten. „Ich bin immer abgehauen aus dem Kindergarten. Ich konnte ja niemanden verstehen." Auch das erste Schuljahr, in dem er prompt sitzengeblieben ist, hat er in schlechter Erinnerung. „Meine ältere Schwester hat mir dann in den Sommerferien Deutsch beigebracht. Und dann ging es", sagt der 39-jährige gelernte Einzelhandelskaufmann. Auf die Frage, was sie an Deutschland schätzen, sagt Marina Aussieker: „Ordnung." „Die Offenheit der Leute", fügt Anja Urlau und Aziz Kulan ergänzt: „Demokratie, Religionsfreiheit und die Freiheit, ohne Angst alles tun zu können, was man möchte, solange man niemandem schadet."

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