Durchblick im Kabeldschungel: Die Telekom hat die beiden Bad Oeynhausener Vorwahl-Gebiete für das schnelle Internet ausgebaut. Ob der Ausbau ausreicht, muss die Zukunft zeigen. - © dpa
Durchblick im Kabeldschungel: Die Telekom hat die beiden Bad Oeynhausener Vorwahl-Gebiete für das schnelle Internet ausgebaut. Ob der Ausbau ausreicht, muss die Zukunft zeigen. | © dpa

Bad Oeynhausen Ausbauqualität des Internets in Bad Oeynhausen noch fraglich

Themenschwerpunkt Breitband: Wirtschaftsförderer jongliert mit Förderprogrammen. Verwaltung stößt Marktanalyse an

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Was vor drei Jahren als schnell galt, bekommt heute den Zusatz „Schneckentempo". Rasant ändern sich die Anforderungen an die Mindestgeschwindigkeit des Internets und ebenso schnell wechseln die Voraussetzungen für Fördermittel von Bund und Land. Aber auf Fördermittel ist eine seit Jahren klamme Kommune wie Bad Oeynhausen in Sachen schnelles Internet angewiesen. „Vor vier Jahren war nur der Ausbau in Gebieten förderungswürdig, in denen die Ladegeschwindigkeit weniger als zwei Mbit/s betrug. Bad Oeynhausen war nicht förderungswürdig", erinnert Bad Oeynhausens Wirtschaftsförderer Patrick Zahn, in dessen Zuständigkeitsbereich auf städtischer Seite der schnelle Weg ins Netz fällt. Klicken Sie auf das Bild und gelangen Sie zu unserem Dossier zu dem Thema: Das Thema „Breitbandversorgung" beschäftigt den Wirtschaftsförderer seit 2012. Vorher war das Thema Internet dem Fachbereich „Bauen und Stadtplanung" zugeordnet. „Zuerst haben wir uns mit der Frage befasst, wie es in den Gewerbegebieten aussieht", sagt Zahn. Im August 2013 befasste sich erstmals die Politik im Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema Breitbandversorgung. „In den Wohngebieten galt damals die Versorgung als ausreichend, in den Gewerbegebiete gab es Mängel", fügt Zahn hinzu. Auf Kreisebene habe es zu dem Zeitpunkt lediglich einen Arbeitskreis gegeben. Erst jetzt – mehr als fünf Jahre später – habe die Kreisverwaltung begonnen auf Drängen der Kommunen einen Masterplan zu erarbeiten. Im Frühjahr 2013 startete die Bad Oeynhausener Wirtschaftsförderung eine Unternehmensbefragung. „Wir haben zudem Kontakt zu den lokalen Netzbetreibern Telekom und Unity Media aufgenommen. Mit der Frage im Hinterkopf: Wie können wir als Stadt dem Anbieter den Ausbau schmackhaft machen. Druck machen kann man da nicht", weiß Zahn. Anfang 2014 hätten sich die Förderrichtlinien geändert, fügt Verena Baumeister hinzu, die in der städtischen Wirtschaftsförderung zuständig für die Akquise von Fördermitteln ist. Die neuen Richtlinien besagten, dass in Gebieten, in denen sich der Netzausbau für die kommerziellen Netzbetreiber nicht lohnt, Fördermittel eingesetzt werden sollen. Mit diesem Förderprogramm haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung im November 2014 befasst und sich für eine Markterkundung und eine Bürgerinformation ausgesprochen. „Drei Wochen nach der Beschussfasung hat uns die Telekom über den Ausbau des 05731-Gebietes informiert", erinnert Patrick Zahn. Im Mai 2015 teilte die Telekom der Stadt mit, dass sie auch das 05734-Gebiet im Norden der Stadt ertüchtigen wolle. Beide Maßnahmen sind – wie berichtet – mittlerweile abgeschlossen. „Ob dieser Ausbau flächendeckend ausreicht, zeigt sich aber erst in Zukunft", sagt Zahn. „Wir wissen aber jetzt schon, dass Teile der Gewerbegebiete nicht ausreichend ausgebaut sind", fügt der Wirtschaftsförderer hinzu. Zeigen soll dies die Marktanalyse. Für die Nachrüstung des Netzes in ländlichen Gebiet hat der Bund im Oktober 2015 ein Förderprogramm aufgelegt. Aber während der Kreis Herford und die Stadt Bielefeld bereits Förderregion sind, sieht es für die Stadt Bad Oeynhausen schlecht aus – auch weil der Kreis Minden-Lübbecke mit seinem Masterplan hinterher hinkt.

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