Überall online gehen: Dieses Ziel verfolgen Andreas Edler und Alexander Hermelink mit ihrem Ziel eines attraktiven Freifunknetzwerks, in dem Firmen und Haushalte ihr Internet frei zur Verfügung stellen. Die Idee hapert aber an mangelnder Beteiligung. - © Franz Purucker
Überall online gehen: Dieses Ziel verfolgen Andreas Edler und Alexander Hermelink mit ihrem Ziel eines attraktiven Freifunknetzwerks, in dem Firmen und Haushalte ihr Internet frei zur Verfügung stellen. Die Idee hapert aber an mangelnder Beteiligung. | © Franz Purucker

Bad Oeynhausen/Löhne Warum Freifunk in Löhne funktioniert - in Bad Oeynhausen aber nicht

In der Kurstadt machen Router, die offline sind, Probleme

Franz Purucker

Bad Oeynhausen. „WLAN verfügbar." Mit diesem Hinweisschild an der Tür versuchen Cafés und Geschäfte Kunden in ihren Laden zu locken, die gerne mit Handy und Notebook im Internet surfen. Zwar gibt es auch in Bad Oeynhausen mit dem sogenannten „Freifunk" ein Netzwerk, dass mit Hilfe der Internetzugänge von Privathaushalten und Firmen ein für Jedermann offenes WLAN-Netz zur Verfügung stellt.Allerdings funktioniert das Netz vielerorts nicht, obwohl es gut verbreitet ist. „Das Freifunknetz ist zum Beispiel fast in der gesamten Klosterstraße empfangbar", sagt Andreas Edler, der die Initiative vor knapp zwei Jahren anschob. „Allerdings sind viele der Zugänge nicht online, weil die Geschäfte die Router nicht ans Internet anschließen". Oftmals mangelt es am technischen Verständnis.Viele Geschäftsinhaber, beispielsweise von Augenoptik Niemeyer, wurden offenbar nicht ausreichend informiert, wie sie das Gerät ans Internet anbinden müssen. Andere haben Sorge um ihre Daten: Die Brunnenapotheke verbindet ihren Router bewusst nicht mit ihrem Internet, weil das Kassensystem über die Verbindung läuft.Klicken Sie auf das Bild, um zum Dossier über das Internet in Löhne und Bad Oeynhausen zu gelangen.Grundsätzlich ist es kein Problem, wenn nicht alle Geräte über einen Internetzugang verfügen, da sich die Router untereinander vernetzen. Wenn aber nur sehr wenige ihren Internetzugang bereit stellen, können die Nutzer ihr Handy oder Notebook zwar mit dem WLAN-Netz verbinden, erhalten aber nur einen sehr langsamen Zugang ins Internet, erklärt Edler.Ein Problem, mit dem auch Andreas Klausen mit seiner Gaststätte zu kämpfen hat. Da die Verbindungen über Freifunk zu langsam sind, will er ab März ein eigenes Gäste-WLAN aufbauen und sich aus dem aktuellen Freifunknetz zurückziehen.Ein gut funktionierendes Freifunknetz gibt es dagegen in Löhne. Zwar stehen hier nur vier Zugangspunkte zur Verfügung, allerdings sind diese im Unterschied zu Bad Oeynhausen auch mit dem Internet verbunden. „Hier haben die Geschäftsleute den Vorteil für ihre Kunden erkannt", erklärt Freifunk-Mitinitiator Alexander Hermelink.Hemmschwelle Störerhaftung Größte Hemmschwelle, sein Internet über Freifunk zur Verfügung zu stellen, ist die sogenannte Störerhaftung, also die Verantwortlichkeit für Straftaten, die über das Netz begangen werden. „Völlig unbegründet", meint Johanna Feuerhake, Fachanwältin für Medienrecht aus Göttingen: „Freifunknetzwerke haben das selbe Privileg wie Internetprovider: Der Anbieter haftet nicht für Verstöße darüber". Da die Verbindungen über über sogenannte VPN-Tunnel ins Ausland führen, lasse sich das Signal sowieso nicht nachvollziehen, erklärt Andreas Edler.Ausgerechnet die Stadt Bad Oeynhausen, die in Sachen Wirtschaftsförderung ein reges Interesse am Freifunknetzwerk haben müsste, ist nicht Teil davon. „Das ist noch nicht abschließend beschlossen", erklärt Pressesprecher Volker Müller-Ulrich die Zurückhaltung der Stadt.Dass Hotspots als Kundenwerbung dienen, hat unter anderem der Werre-Park erkannt, der seinen Kunden täglich zwei Stunden kostenlosen Internetzugang anbietet. Auch viele Schnellrestaurants in Bad Oeynhausen stellen ihr WLAN-Netz für einige Stunden ohne Bezahlung zur Verfügung.Wie Städte freies Internet gezielt nutzen Weit verbreitet in Bad Oeynhausen und Löhne ist das WLAN-Netz der Telekom. Wer sich hier einloggt, wird aber zur Kasse gebeten. Nur eigene Kunden mit entsprechenden Tarifen kommen kostenfrei in die sogenannten „Telekom-Hotspots".Wie Städte freies Internet gezielt nutzen, zeigt unter anderem Paderborn: Dort sind sogar Stadtkarten und Webcams über das WLAN abrufbar. In Leverkusen ist die Stadt sogar selbst größter Anbieter des Freifunknetzes. In Lage hat die Stadt Router für ihre Gewerbetreibenden angeschafft, um die Idee voranzubringen.

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