Mit der Anlage zufrieden: Andreas Kollmeyer (v. l. ), Gunnar Beermann ( beide Stadtwerke), Klaus Fricke und Dietmar Wunderlich (beide Umweltbundesamt) sowie Karl-Erich Köppke. - © Foto: privat
Mit der Anlage zufrieden: Andreas Kollmeyer (v. l. ), Gunnar Beermann ( beide Stadtwerke), Klaus Fricke und Dietmar Wunderlich (beide Umweltbundesamt) sowie Karl-Erich Köppke. | © Foto: privat

Bad Oeynhausen Lob vom Umweltbundesamt

Kläranlage: Betrieb läuft seit einem Jahr ohne Fremdenergie.Verstromung des Biogases reicht aus

Bad Oeynhausen (nw / fro). Die Gäste aus Berlin sind beeindruckt: Bei ihrem Besuch in der Kläranlage loben Dietmar Wunderlich und Klaus Fricke vom Umweltbundesamt in Berlin die außergewöhnlich hohe Energieeffizienz der Anlage. Und sie laden Betriebsleiter Gunnar Beermann spontan zu einem Fachgespräch in die Hauptstadt ein, damit er seine Erfahrungen einem größeren Expertenkreis vorstellen kann.

Angeregt wurde der Besuch von Karl-Erich Köppke, der nicht nur in Bad Oeynhausen sein Ingenieurbüro hat, sondern auch seit über 25 Jahren das Umweltbundesamt u.a. in Fragen der Weiterentwicklung der Abwassergesetzgebung berät.

„Die Kläranlage benötigt seit einem Jahr keine Fremdenergie mehr", erläuterte Gunnar Beermann. Sie deckt ihren Strombedarf allein aus der Verstromung des Biogases, das aus dem Klärschlamm gewonnen wird.

„Somit sind wir energieautark", ergänzte Andreas Kollmeyer, Geschäftsbereichsleiter Abwasser der Stadtwerke. Erreicht wurde dieses Ergebnis vor allem durch eine systematische Bewertung aller elektrischen Antriebe, von z.B. Pumpen und Rührwerken.

Ein wichtiger Baustein war darüber hinaus die Minimierung der Lufteintragsmenge in die Belebungsbecken durch eine verbesserte Steuerung, ohne dass sich die Reinigungsleistung der Kläranlage verschlechtert hat. „In der Summe waren es eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen", so Beermann, „die zu diesem Ergebnis beigetragen haben".

„Dies ist umso bemerkenswerter", stellte Wunderlich fest, „weil offenbar nur konventionelle Technologien zur Anwendung kommen, die allerdings optimal an die jeweiligen Betriebsanforderungen und das gerade Notwendige angepasst wurden".

Die Vertreter der Stadtwerke nutzten die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass bei Ausschöpfung aller technischen Möglichkeiten sogar ein Energieüberschuss erreicht werden könnte. Allerdings würde der Vergütungssatz einer Einspeisung nach dem gegenwärtigen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) niedriger liegen als die Stromgestehungskosten im Blockheizkraftwerk des Klärwerks.

Die Vertreter des Umweltbundesamtes zeigten sich insgesamt beeindruckt, weil das Umweltbundesamt seit Jahren verschiedene Projekte fördert, um sich der Energieautarkie von kommunalen Kläranlagen anzunähern. Das wird auf der Anlage in Bad Oeynhausen schon erreicht – also ein guter Grund für die Einladung nach Berlin.

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