Haben die Zertifizierung vorbereitet: Michael Schelp (v. l., kaufmännischer Leiter), Oberarzt Patrick Schöner und Alexander Hemmersbach, Chefarzt der Neurologischen Klinik in den Ordenshäusern. - © Foto: Heidi Froreich
Haben die Zertifizierung vorbereitet: Michael Schelp (v. l., kaufmännischer Leiter), Oberarzt Patrick Schöner und Alexander Hemmersbach, Chefarzt der Neurologischen Klinik in den Ordenshäusern. | © Foto: Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Ordenshäuser werden Zentrum für Patienten mit Multipler Sklerose

Zertifizierung: Klinik behandelt jetzt nach den Vorgaben der medizinischen Fachgesellschaft. Besonderes Augenmerk gilt der chronischen Erschöpfung

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Die Johanniter Ordenshäuser setzen einen neuen Behandlungsschwerpunkt. Die Reha-Klinik ist als Zentrum für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) anerkannt worden. „Wir erfüllen jetzt alle Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für MS", erklären der kaufmännische Leiter Michael Schelp und Alexander Hemmersbach, Chefarzt der neurologischen Klinik. Die Johanniter sind nach der Median Klinik und der Klinik am Osterbach die dritte Rehabilitationseinrichtung mit diesem Zertifikat. „Die Behandlung muss nach festen Standards erfolgen", erläutert Oberarzt Patrick Schöner. Dazu gehört beispielsweise ein spezieller Fragebogen, mit dem die Patienten Auskunft über ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit geben. Die Multiple Sklerose ist eine chronische, derzeit nicht heilbare Erkrankung, bei der die Markscheiden der Nervenbahnen zerstört werden. Sie kann unter anderem zu Bewegungseinschränkungen, Seh- und Sprachstörungen führen. Häufig leiden Patienten unter einem „chronischen Erschöpfungssyndrom", das die Lebensqualität zusätzlich eingeschränkt. „Durch die gezielte und differenzierte Befragung können wir Patienten besser helfen", betont Schöner. Da es keine ursächliche Behandlung gibt, stehen verhaltenstherapeutische Hilfen im Mittelpunkt. Neu im Behandlungskonzept sind außerdem Gesprächsrunden unter psychologischer und medizinischer Begleitung. Außerdem werden die Patienten gebeten, ihre Behandlungsdaten für das bundesweite MS-Register zur Verfügung zu stellen. „Das ist eine Plattform für die weitere Erforschung der Krankheit", erläutert Schöner.

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