Bass: Direkt im Technikraum spielt Noémie (14) die Basslinie für „Den Anfang machen wir“ ein. Eigentlich spielt sie Gitarre, aber mit Unterstützung von Nick Klugmann von Pool-Music gelingt die Aufnahme dennoch gut. Foto: Natalie Gottwald - © Natalie Gottwald
Bass: Direkt im Technikraum spielt Noémie (14) die Basslinie für „Den Anfang machen wir“ ein. Eigentlich spielt sie Gitarre, aber mit Unterstützung von Nick Klugmann von Pool-Music gelingt die Aufnahme dennoch gut. Foto: Natalie Gottwald | © Natalie Gottwald

Bad Oeynhausen „Pool-Music“ hilft beim Lied für den Frieden

Europäischer Wettbewerb: 16 Schüler des Bielefelder Ceciliengymnasiums haben einen eigenen Song geschrieben, den sie in einem professionellen Studio in Eidinghausen produzieren lassen

Natalie Gottwald

Bad Oeynhausen. „Es ist wie ein kleiner Traum, der wahr geworden ist", sagt die 14-Jährige Hanna vom Ceciliengymnasium in Bielefeld. Zusammen mit ihren Mitschülern steht sie in dem Eidinghausener Tonstudio mit einem Kopfhörer auf dem Kopf in einem engen Halbkreis vor einem Mikrofon. Der Raum ist klein, die Tür mit Schaumstoff gepolstert. Die Schüler nicken durch ein Fester Nick Klugmann zu, der im Nebenraum sitzt. Dann startet die Musik auf den Kopfhörern und die Schüler fangen an zu singen: „Peace, Peace – von hier bis nach Paris". Den Text haben sie selbst geschrieben. Und heute wird der Friedenssong, den die Schüler bei einem Europäischen Wettbewerb einreichen wollen, im professionellen Tonstudio „Pool-Music" in Eidinghausen produziert. Das Studio haben Volker Schmoland, Nick Klugmann und Dietrich Hölscher vor gut vier Jahren im Keller eines Hauses am Horstkamp eingerichtet. „Ehemals war das hier ein Schwimmbad. Deshalb auch der Name Pool-Music. Wir haben das Ganze in Eigenregie zu einem Studio umgebaut", erklärt Dietrich Hölscher. „Die Entscheidung, an dem europäischen Friedenswettbewerb teilzunehmen und erste Ideen für unseren Song stammen aus der Zeit vor den Herbstferien", erzählt Referendar Max Lendzian, der zusammen mit seiner Kollegin Christine Karcher das Schülerprojekt betreut. „Dann kamen die Terror-Anschläge von Paris, und wir hatten plötzlich ganz viel Stoff für unseren Text und ganz viele Aufhänger." Der Text nimmt dann auch im Rap-Part ganz konkret Bezug auf die Anschläge in der französischen Hauptstadt. In der kleinen Küche neben dem Tonstudio übt Volker Schmoland von Pool-Music mit den fünf Jungs den Rap-Part, bevor die Aufnahme starten kann. „Das ist schwieriger, als man denkt", sagt der 14-jährige Kim-David. „Man muss sich nicht nur auf den richtigen Text, sondern auch sehr auf den Rhythmus konzentrieren." Und es sei bei der Aufnahme wirklich komisch, seine eigene Stimme so nah und laut über Kopfhörer zu hören, fügt Hanna hinzu, die die ersten Refrain-Aufnahmen schon im Kasten hat. Von neun Uhr morgens bis in den Nachmittag hinein dauern die Aufnahmen in Bad Oeynhausen, und die 16 Schüler investieren hier alle ihre Privatzeit. Sie sind bei der Produktion in Bad Oeynhausen übrigens auch am Instrumentalteil beteiligt: Die 14-Jährige Noémie spielt zwar eigentlich Gitarre, spielt aber für den Friedenssong an diesem Tag mit Unterstützung des Bassisten Volker Schmoland auch den Bass-Part ein. Und Referendarin Christine Karcher ist für die Keyboard-Linie zuständig. Einsendeschluss für den Friedens-Wettbewerb, bereits zum 63. Mal ausgeschrieben vom Verein „Europäische Bewegung Deutschland" und unterstützt von der Kultusminister-Konferenz, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Auswärtigen Amt, ist bereits Anfang Februar. Bis dahin müssen die Beteiligten von Pool-Music, darunter neben Volker Schmoland auch Dietrich Hölscher und Nick Klugmann, nun noch ganze Arbeit leisten und alles zusammenschneiden. „Unser Problem ist nur, dass wir noch keinen Song-Titel haben", sagt Max Lendzian, erntet aber sofort Widerspruch von einer Gruppe von Schülerinnen, die vor der Tür zum Aufnahmeraum stehen: „Das war bis vor fünf Minuten so. Der Song heißt jetzt ,Den Anfang machen wir‘." Und das sei genau das Schöne und Besondere an diesem Projekt, so Lendzian lachend. „Das Ganze ist ein Selbstläufer und entwickelt sich homogen von alleine – weil die Schüler einfach Lust drauf haben und ihnen der Song wichtig ist."

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