Die Bad Oeynhausener Herzspezialisten führen rund 350 TAVI-Eingriffe jährlich durch. - © Armin Kühn
Die Bad Oeynhausener Herzspezialisten führen rund 350 TAVI-Eingriffe jährlich durch. | © Armin Kühn

Bad Oeynhausen Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen erhält Zertifikat

HDZ NRW ist zertifiziertes TAVI-Zentrum

Bad Oeynhausen. Für seine große Erfahrung in der umfassenden, interdisziplinären Versorgung von Patienten mit Aortenstenosen ist das Herz- und Diabeteszentrum NRW von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als offizielles TAVI-Zentrum zertifiziert worden. Die Auszeichnung wurde bisher nur an 14 Einrichtungen in Deutschland vergeben.

Zur Erteilung des Prüfsiegels richteten die Gutachter ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Qualitätsstandards beim mittels Herzkatheter durchgeführten Ersatz der Aortenklappe (TAVI). Im HDZ NRW wird dieser Eingriff grundsätzlich von einem gemeinsamen Herz-Team unter der Leitung von Dieter Horstkotte (Kardiologie) und Jan Gummert (Herzchirurgie) vorgenommen. Die TAVI-Prozedur wird in Bad Oeynhausen seit 2009 durchgeführt. 2015 wurden 350 Transkatheter-Aortenklappen im HDZ NRW implantiert. Das Verfahren ist für Patienten vorbehalten, für die eine Herzoperation aufgrund ihres Alters oder bestehender Begleiterkrankungen ein hohes Risiko bedeuten würde.

Beim Klappenersatz mittels Herzkatheter ist keine Vollnarkose erforderlich. Der Eingriff ist in aller Regel weniger belastend für den Patienten, da auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden kann. Dabei wird die neue Aortenklappe im zusammengefalteten Zustand mit dem Katheter exakt platziert. Dies geschieht entweder über die Leistenarterie (transfemoraler Zugang) oder über die Herzspitze (transapikaler Zugang).

Zu der Einzelentscheidung für das für den Patienten am besten geeignete und schonendste Verfahren, das auch langfristig eine hohe Lebensqualität verspricht, setzen sich die Mitglieder des HDZ-Herzteams vor jedem Eingriff zusammen. Die Oberärzte der Herzchirurgie und Kardiologie beurteilen dabei gemeinsam mit Anästhesisten, Intensivmedizinern, Radiologen und einer Psychologin die Vor- und Nachteile des Verfahrens.

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