Schwierige Suche: Die Stadt braucht Wohnraum für Flüchtlinge und setzt auf Anzeigen und Anschreiben. - © Foto: Thorsten Gödecker
Schwierige Suche: Die Stadt braucht Wohnraum für Flüchtlinge und setzt auf Anzeigen und Anschreiben. | © Foto: Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Wohnraum – dringend gesucht

Flüchtlinge: Stadt ruft per Brief alle Hauseigentümer auf, freie Wohnungen zu melden. 735 Asylbewerber und Flüchtlinge leben im Stadtgebiet

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Für die Asylbewerber, die der Stadt für einen längeren Zeitraum zugewiesen wurden, sucht die Verwaltung Wohnungen. Mit einem dringlichen Appell wendet sich deshalb Bürgermeister Achim Wilmsmeier nun per Brief an alle Eigentümer, die Wohnraum im Stadtgebiet haben. Zusammen mit dem Grundsteuerbescheid ist in diesen Tagen die städtische Post in den Briefkästen gelandet. „Wir wollen bereits sehr früh mit der Integration der Flüchtlinge beginnen und möchten sie gerne dezentral im gesamten Stadtgebiet unterbringen", schreibt Wilmsmeier. 15.000 Briefe hat die Stadt verschickt. „Wir wollen damit auch Menschen außerhalb des Stadtgebietes erreichen, also zum Beispiel den Eigentümer, der in Gütersloh wohnt oder den, der keine Zeitung liest", erklärte Stadt-Pressesprecher Volker Müller-Ulrich gegenüber der NW. Denn bereits im November habe es in der örtlichen Presse einen Aufruf gegeben, dass Wohnraum gesucht werde. „Wir hatten zirka 50 Angebote und haben jetzt die ersten zehn bis zwölf Mietverträge abgeschlossen", so Müller-Ulrich. Derzeit leben 735 zugewiesene Asylbewerber und Flüchtlinge in Bad Oeynhausen. „Wir haben zwar alle in den Containern, in den Häusern der Britensiedlung und zum Teil in ersten Wohnungen untergebracht, aber das reicht nicht", sagt Müller-Ulrich. Auch wenn derzeit niemand unter der Brücke schlafen müsse. Aktuell kämen, so Wilmsmeier in seinem Schreiben, jede Woche rund 40 Flüchtlinge nach Bad Oeynhausen. „Das stellt uns alle vor große Herausforderungen." Zum einen müssten geeignete Unterbringungsmöglichkeiten gefunden und hergerichtet werden. Zum anderen die Menschen Kontakte zu Bad Oeynhausenern finden: „Die Integration ist ein wichtiger Baustein für ein gelebtes Miteinander in dieser Stadt", ist Bürgermeister Achim Wilmsmeier überzeugt. Bisher reichten die Wohnungen der städtischen gemeinnützigen Heimstättengesellschaft und die öffentlichen Angebote des Wohnungsmarktes aus. „Dieses Angebot ist mittlerweile aber nahezu ausgeschöpft", betont Achim Wilmsmeier. Konkrete Zahlen, wie viele Wohnungen benötigt werden, können von städtischer Seite nicht genannt werden. „Manchmal müssen wir eine Familie mit acht Personen, manchmal nur zwei Menschen unterbringen", erklärt der Pressesprecher. Gerechnet bis zum 19. Januar hat die Stadt in diesem Jahr 34 Flüchtlinge dauerhaft zugewiesen bekommen. „Wir erhalten die Informationen von der Bezirksregierung mit fünf Tagen Vorlauf", erklärt Müller-Ulrich die Zukunftsprognose. Im vergangenen Jahr wurden Bad Oeynhausen 580 Menschen zugewiesen. Damit lebten bis zum 4. Januar 701 Asylbewerber und Flüchtlinge in der Kurstadt. Ab der kommenden Woche werden es dann 735 sein. Erste Nachfragen der Bürger in Bezug auf das aktuelle Anschreiben haben die Stadtmitarbeiter in den vergangenen Tagen bereits erreicht. An die 50 Anrufe seien eingegangen. Das seien zum einen Detailfragen, zum anderen erste konkrete Wohnungsangebote. „Die werden wir nun prüfen und schauen, ob sie sich für unsere Zwecke eignen", so Müller-Ulrich. Und manch einer der Flüchtlinge fände sogar eigenständig eine Wohnung.

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