Seit 1974 gibt es den Standort Löhne von der Hansa-Heemann AG. Am Tag füllt das Unternehmen allein in der Werrestadt 1 Millionen Flaschen Mineralwasser in unterschiedlichen Größen - 0,5, 0,75 und 1,5 Liter - ab. - © Susanne Barth
Seit 1974 gibt es den Standort Löhne von der Hansa-Heemann AG. Am Tag füllt das Unternehmen allein in der Werrestadt 1 Millionen Flaschen Mineralwasser in unterschiedlichen Größen - 0,5, 0,75 und 1,5 Liter - ab. | © Susanne Barth

Bad Oeynhausen Mineralwasser aus Löhner Quellen

Still oder sprudelnd: Zwei Unternehmen schöpfen Wasser aus Löhnes Böden und stellen daraus Selters her. Hansa-Heemann füllt pro Tag gut 1 Millionen Flaschen ab, Steinsieker setzte auf Heilwasser

Susanne Barth

Löhne. Es ist laut in der Produktionshalle. Wasserflaschen rasen vorbei. Mal über Kopf wie in einer Schwebebahn, mal aufrecht stehend auf dem Förderband. Bei dem Unternehmen Hansa-Heemann dreht sich alles ums Wasser. Ob still, mit Kohlensäure oder als Erfrischungsgetränk: Der Konzern ist die Nummer 2 unter Deutschlands Mineralwasserherstellern. Am Tag füllen Mitarbeiter bis zu 1 Millionen Flaschen ab. Im Sommer sind es an heißen Tagen noch mehr. Während Bad Oeynhausen mit Heilquellen punktet, gibt es in Löhne gleich zwei Wasserhersteller. Steinsieker und Hansa-Heemann schöpfen aus Löhnes Böden Wasser. Während Hansa-Heemann gut 100 Artikel im Angebot hat, setzt Steinsieker auf ein Arzneimittel: das Heilwasser. Zwei Quellen nutzt Steinsieker. Das Wasser der Steinsieker Quelle wurde um 1850 schon für Heilbäder und Trinkkuren genutzt. Um es einem größeren Verbraucherkreis zugänglich zu machen, wurde es schon bald in Flaschen abgefüllt. 1958 wurde der Badebetrieb eingestellt und auf dem Gelände entstand ein Mineral- und Heilbrunnenbetrieb. 1984 übernahm die Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH mit dem Hauptsitz in Brohl-Lützing den Steinsieker Brunnen. Steinsieker setzt auf Gesundheit. Die zweite Quelle – St. Margareten Quelle – ist eine Heilquelle. Davon sind in Deutschland nur 60 anerkannt. „Das natürliche Heilwasser ist ein Arzneimittel", sagt Marina Katzenberger. „Es hat einen hohen Calciumanteil." Mit 607 mg Calcium pro Liter soll es die Knochen schützen und stärken. Nicht weit von Steinsieker entfernt, liegt Mitbewerber Hansa-Heemann. Hier werden Mineralwasser und nicht alkoholische Erfrischungsgetränke produziert. Seit 1974 gibt es den Löhner Standort in der Falschheide. Bis zum Jahr 2004 war die Firma Heemann ein Familienunternehmen, das von Dieter Heemann geführt wurde. Nach seinem plötzlichen Tod kaufte die damalige Hansa-Brunnen die Firma Heemann. Das Unternehmen sei laut dem Werksleiter in Löhne, Thomas Hartsieker, „mit den üblichen Handelsmarken gewachsen". Die wichtigsten Marken sind Werretaler und Ines. Beide sind bei Aldi zu kaufen. Das Wasser schöpft Hansa-Heemann aus acht verschiedenen Quellen, zwei davon stehen in Löhne. Über eine fest verankerte Leitung fließt das Wasser direkt ins Unternehmen in 300 Kubikmeter große Rohwassertanks. Lange bleibt es dort nicht. Von Montag bis Freitag füllen die Mitarbeiter in drei Schichten Flaschen ab. „Bei heißen Sommertagen, wenn erhöhter Bedarf besteht, arbeiten wir auch samstags", sagt Hartsieker. Im Rohwassertank wird das Wasser belüftet und Eisen, Mangan und Schwefelverbindungen entfernt. Eisen sei zwar nicht gesundheitsschädlich, aber optisch nicht ansprechend. „Niemand will braunes Wasser trinken." Auch wird die vorhandene Kohlensäure herausgezogen. Das habe etwas mit gleichbleibender Qualität zu tun, erklärt Hartsieker. Die Kohlensäure wird anschließend dem Wasser je nach gewünschtem Grad wieder hinzugefügt. Das Wasser fließt in Reinwassertanks und von dort direkt in die PET-Flaschen. 1 Millionen sind das täglich. Bis zu 150 Kilometer weit beliefert Hansa-Heemann Zentrallager. Somit bleibt das Wasser auch in Löhne. Um sicher zu gehen, kann der Verbraucher den Quellort mit einem Blick erkennen: „Er muss auf jeder Flasche vermerkt sein", sagt Hartsieker und zeigt auf das Etikett seines Lieblingswasser Quellbrunn, das aus der Quelle Werretaler kommt. Ein Labor ist dem gut 50.000 Quadratmeter großem Werk angeschlossen. Die Lebensmitteltechnikerin Annekatrin Koch nimmt dort alle zwei Stunden Proben. „Alle Schritte, die das Wasser durchläuft, überprüfe ich", sagt sie. Wasser ist lebensnotwendig. Mit viel Kohlensäure, medium oder still. Es ist eines der Lieblingsgetränke in Deutschland. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser: „Es hat spezielle Eigenarten", sagt Hartsieker. „Je nachdem wo es gefördert wird, schmeckt es auch anderes."

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