Bad Oeynhausen 20 Millionen Euro für Radschnellweg

Planer stellt im Ausschuss für Stadtentwicklung die Machbarkeitsstudie vor

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Radschnellwege gelten unter Planern als Premiumprojekte. Von gehobener Güte ist allerdings auch der Preis: Für die 36 Kilometer lange Route zwischen Minden und Herford veranschlagt das Planungsbüro PGV Hannover Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro – das sind 550.000 Euro pro Kilometer Radweg. Diese Zahlen gab Detlev Gründel vom Planungsbüro PGV im Ausschuss für Stadtentwicklung bekannt. Gründel stellte den Ausschussmitgliedern am Donnerstag die Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg zwischen Minden und Herford vor. Bewertet haben die Planer mehrere Varianten zwischen Löhne und Bad Oeynhausen. Favorisiert wird dabei die Streckenführung von der Löhner Stadtgrenze über die Elisabethstraße, Lennestraße, Kanalstraße, Mindener Straße, Dehmer Straße, Nördlicher Werre-Ufer-Weg, Weserradweg, Am Weserknie, Alter Postweg, Weserradweg bis Porta Westfalica. Den Vorschlag von ADFC und VCD, die Route von Bad Oeynhausen nach Minden auf der rechten Weserseite über Costedt zu führen, haben die Planer indes verworfen. „Für diese Route müsste eine neue Weserbrücke gebaut werden und das würde noch einmal Kosten in Höhe von 10 bis 20 Millionen Euro verursachen“, so Detlev Gründel. Das Kernstück der Umbaumaßnahmen für den Radschnellweg ist die Mindener Straße. „Hier ist der Handlungsbedarf sehr hoch“, so Gründel. Denn die würde demnach künftig nur noch zwei statt vier Fahrspuren für den motorisierten Verkehr haben. Auf der südlichen Seite soll es dann eine zwei Meter breite Radfahrspur, einen Park- und Grünstreifen geben sowie einen drei Meter breiten Gehweg und auf der Nördlichen Seite ebenfalls einen Gehweg und einen vier Meter breiten, zweispurigen Radweg in beiden Fahrtrichtungen. Probleme sieht der Planer an der Dehmer Straße und dem Übergang zum Weserradweg. „Dort hatten wir bei unserer Testfahrt die größten Probleme und die längsten Wartezeiten “, so Gründel. Ein Problem ist die Einfahrt zum Werrepark. Für den Weg zum Weserradweg gibt es zwei Varianten. Die Wehführung nördlich der Werre hätte, so der Planer den Vorteil, dass die Radfahrer nicht über die Kussbrücke müssten. Für den Bau des Radschnellwegs im Stadtgebiet veranschlagt der Planer etwa 4,5 Millionen Euro. Wobei allein der Umbau der Mindener Straße 800.000 Euro kosten würde. Kosten für Grunderwerb sind nicht eingerechnet. Nach den Vorstellungen des Landes NRW, das den Bau von Radschnellwegen forciert und finanziell fördert, sollen auf diese Weise Pendler motiviert werden vom Auto auf das Rad umzusteigen. „Im Auge hat das Land speziell Pendler, die eine Wegstrecke von drei bis 20 Kilometern zu fahren haben“, sagt Gründel. Derzeit gehen die Planer von täglich 1.000 Radfahrern aus, die die schnelle Verbindung nutzen würden. ´ Eine öffentliche Abschlussveranstaltung zu der Machbarkeitsstudie findet am Donnerstag, 28. Januar, um 17 Uhr in der Wandelhalle statt.

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