Blitzblank: Anisa und Wolfgang Schäfer freuen sich über ihre Isetta, die frisch restauriert durch die Region rollt. - © SANDRA C. SIEGEMUND
Blitzblank: Anisa und Wolfgang Schäfer freuen sich über ihre Isetta, die frisch restauriert durch die Region rollt. | © SANDRA C. SIEGEMUND

Bad Oeynhause Oldtimertreffen: Zwischen Käfer und Ente

Für Liebhaber alter Autos ist das Treffen in der Kurstadt eine feste Größe im Kalender.Organisatoren sind zufrieden mit der Besucherresonanz

Sandra C. Siegemund

Bad Oeynhausen. „Ein wichtiger Punkt im Terminkalender" ist das Oldtimertreffen auf dem Museumshof für Bettina und Christian Wellensiek geworden. Mit ihrer Ente „Nati", einem weißen Citroen 2CV6, sind sie aus Hüllhorst angereist. Mit Klappstühlen, Keksen und Musik aus dem tragbaren Plattenspieler genießen sie das bunte Treiben und Fachsimpeln mit Besuchern und anderen Oldtimerfahrern. Rund 100 Fahrzeuge sind ins Siekertal gekommen. Blank polierte Volkswagen vom Käfer bis zum Bulli T3, Isetta, Mercedes, Opel und Autos vieler weiterer Marken parken auf den Wiesen am Museumshof. Auch ein Unimog, ein Traktor, ein Wohnwagengespann und mehrere Motorräder sind zu bewundern. Organisation ist alles „Wir mussten sorgfältig planen, um alle gut auf dem Gelände unterzubringen", sagt Wolfgang Möhlmann und freut sich über das große Interesse der Fahrer. „Unser fünftes Treffen ist ein erstes kleines Jubiläum", sagt er. Gemeinsam mit Norbert Koch organisiert er die Treffen. „Wir sind beide selbst begeisterte Oldtimerfahrer und Müller. Da an der Hofwassermühle nicht genügend Platz ist, freuen wir uns, die Fahrzeuge am Museumshof präsentieren zu dürfen." Aller Anfang ist schwer „Das Ambiente hier ist einfach schön und etwas ganz Besonderes", sagt auch Bettina Wellensiek und erinnert sich, wie ihre Liebe zu Ente „Nati" zögernd begann. „Was willst du denn mit dem Schrotthaufen, habe ich meinen Mann gefragt, als er 2001 den 1989 gebauten Citroën kaufte. Da setze ich mich nicht rein." Doch mit der Restaurierung änderte sie ihre Meinung. „Das Auto hat Charakter. Es ist wie unser zweites Wohnzimmer und wir freuen uns jedes Jahr, wenn die Saison beginnt." Mit allen Sinnen „Mit der Ente unterwegs zu sein, ist Autofahren mit allen Sinnen. Sie macht allerlei Geräusche. Doch sie ist unser zuverlässigstes Auto, hat uns überall hingefahren, bis zu Oldtimertreffen in den Niederlanden", sagt Christian Wellensiek. Wenn eins der zahlreichen Fahrzeuge startet, dröhnt sonores Röhren über den Museumshof. „Früher konnte man die verschiedenen Autos auch am Klang unterscheiden. Heute oft nicht mal mehr am Aussehen", sagt Christian Wellensiek. „Je vielfältiger die Elektronik, desto störanfälliger ist sie leider auch, bei aller Bequemlichkeit für den Fahrer." An der „Ente" kann er vieles noch selbst erledigen. „Für den Rest hole ich mir fachkundige Hilfe", sagt er. Isetta- das Unikat In Eigenleistung hat auch Wolfgang Schäfer aus Löhne seine Isetta wieder fahrtüchtig gemacht. In leuchtendem Gelb und Weiß sticht sie aus der Menge der Fahrzeuge heraus. „Sie wurde erst vergangene Woche neu zugelassen und ist nicht nur farblich ein echtes Unikat", sagt der Fahrer. Dreieinhalb Jahre lang hat der Löhner die 1957 gebaute Isetta restauriert. „Jetzt ist sie mein Sonntagsauto, mit dem ich abends eine Runde durch den Ort drehe." „Und an meinem Geburtstag werde ich kutschiert", freut sich seine Enkeltochter Anisa Schäfer. Auf zwei schmalen Rädern ist Friedel Valdorf aus Vlotho gekommen, mit seinem 1930 gebauten Motorrad „98er Osning". „Ich fahre schon mein Leben lang leidenschaftlich gern Motorrad", sagt er und erinnert sich, dass ihn früher mancher Autofahrer bedauernd fragte, ob er sich kein Auto leisten könne. Für Verpflegung ist gesorgt Zufrieden sind nicht nur Fahrer und Besucher, auch die Organisatoren freuen sich über den regen Betrieb auf dem historischen Gelände. „Das Wetter hat noch eine wundersame sonnige Wendung genommen. Wir sind ausverkauft, alle Kuchen und Brote verzehrt", sagt Volker Auf dem Kampe vom Freundeskreis Museumshof, der in bewährter Regie die Restauration im Haupthaus übernimmt. Draußen bietet die Mühlengruppe kalte Getränke und Grillgut an. „Eine tolle Gemeinschaftsarbeit", sagt Museumsleiterin Hanna Dose und lobt die Mitwirkenden. „Viele der Besucher sind lange geblieben. Alle hatten sichtlich Spaß. Fahrer und Besucher sind ins Gespräch gekommen, haben Geschichten und Erinnerungen an Autos und Fahrten ausgetauscht."

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