Choreografie: Das Tanzatelier Laila Castro Mendez zeigte eine sehr synchrone Vorstellung und stellte eine typische Fluchtgeschichte dar. - © Foto: Raphaela Rußkamp||
Choreografie: Das Tanzatelier Laila Castro Mendez zeigte eine sehr synchrone Vorstellung und stellte eine typische Fluchtgeschichte dar. | © Foto: Raphaela Rußkamp||

Bad Oeynhausen Auftritt: "Wir haben genug Esel, sucht euch ein anderes Land"

Bei einer Aufführung behandelten verschiedene Darbietungen das Thema Flucht. Mit Film, Tanz und Malerei berührten die Darsteller dabei ihr Publikum

Raphaela Rußkamp

Bad Oeynhausen. In der Aula des Schulzentrums Süd wurde es am Freitagabend emotional. Unter der Regie von Katja Rosenberg gab es verschiedene Vorführungen zu sehen, die alle auf unterschiedliche Weise das Thema Flucht und Heimatlosigkeit behandelten. Mehrere Akteure zeigten ein buntes Programm aus Tanz, Film und Gesang. "Wir haben genug Esel, sucht euch ein anderes Land" Den Start machte die Förderschule am Weserbogen mit einer Filmvorstellung. In dem Streifen "Neuland" zeigten die Schüler einen selbstgedrehten Film über die Bremer Stadtmusikanten mit einer veränderten Geschichte. Die vier Stadtmusikanten, der Esel Pepe, der Hund Hercules, die Katze Minette und der Hahn Ali flüchten aus ihrer Heimat und suchen in Neuland ein neues Zuhause. "Wir haben genug Esel, sucht euch ein anderes Land", lautete die Reaktion der Bürger der Stadt Neulingen. Dennoch durften die vier Tiere bleiben, auch weil sie einen Job und ein Haus besaßen. Eigenes Buch und Lied produziert Gemeinsam mit der Jugendkunstschule Löhne, der Künstlerin Jitka Kremer und den Musikern Carsten Knittel, Sven Olaf Lenz und Janin Bastian hatte die Förderschule neben dem Film auch ein Bilderbuch und ein Lied produziert. "Niemand kann uns sagen: alles wird gut", lautet ein Teil des Songtextes, der sich ebenfalls um das Thema Flucht dreht. Der nächste Akt setzte sich indes tänzerisch mit der Thematik auseinander. In einer Choreografie wurde eine typische Flucht dargestellt, angefangen mit einer Bootsfahrt über das Mittelmeer und den damit verbundenen Schwierigkeiten bis hin zu den Problemen bei der Integration. Die Flucht im Tanz Die beiden Choreographinnen Laila Castro Menez und Laura Bate hatten sich mit Geflüchteten zusammengesetzt und über ihre Erfahrungen bei der Flucht geredet. Die Künstlerin Sisetta Zappone setzte das in eine visuelle Darstellung um, die der Filmkünstler Bill Howard durch eine Projektion während der Aufführung mit dem Tanz verband. "Ich habe sie gebeten ihre Erfahrungen ganz schnell aufzumalen", erklärte Sisetta Zappone den künstlerischen Prozess. Das wurde dann von Bill Howard am Tag der Aufführung an die Bühne projiziert. Auf eine andere Art und Weise arbeitete die inklusive Tanzgruppe der mobilen Tanzwerkstatt bei ihrer Vorführung mit Projektionen. Sie legten Pflanzen auf einen Overhead Projektor und strahlten damit die Bühne an. Begleitet wurden sie auf Cello und Geige, das Thema war Verwandlung. Für diese Vorstellung bekamen die Künstler, wie die anderen tosenden Applaus. "Ich öffne das Fenster" "Ich habe sehr viele gerührte Rückmeldungen bekommen", sagte die Organisatorin Katja Rosenberg über die Reaktion des Publikums. Ihr Ziel war es, die Weltoffenheit zu feiern und zu sehen was in den Städten an kreativem Talent vorhanden ist. Von London aus war die gebürtige Bad Oeynhausenerin mit ihrem Programm "Ich öffne das Fenster" in ihre Heimatstadt gereist.

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