Tennenplatz am Schulzentrum Nord: Diese Anlage will die BSG barrierefrei umbauen lassen. - © Heidi Froreich
Tennenplatz am Schulzentrum Nord: Diese Anlage will die BSG barrierefrei umbauen lassen. | © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Stadtsportverband: BSG tritt aus

BSG-Vorstand beschließt Austritt aus dem Stadtsportverband. Holger Diekmann vermisst Unterstützung und wirft Hans Milberg fehlende Wertschätzung vor

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen der BSG (Bewegung, Sport und Gesundheit) hat Vorsitzender Holger Diekmann noch mit Hans Milberg, dem Chef des Stadtsportverbands (SSV), gemeinsam gefeiert. Vier Wochen später scheint die langjährige Zusammenarbeit beendet. Diekmann hat die Mitgliedschaft der BSG im Stadtsportverband zum Jahresende gekündigt. „Fehlende Wertschätzung" wirft er Milberg vor und nennt das auch als wesentlichen Grund für den Austritt. Mit 1.800 Mitgliedern ist die BSG die größte Gruppe im Verband. Wieso der Austritt? Am 3. April hat Diekmann an Bürgermeister Achim Wilmsmeier und den Beigeordneten Stefan Tödtmann geschrieben und sie über ein wichtiges Anliegen seines Vereins informiert: „Wir wollen den Tennenplatz am Schulzentrum Nord zu einer inklusiven Sportanlage herrichten lassen". Dazu müssten insbesondere barrierefreie Zugänge, Umkleidekabinen und Sanitäranlagen geschaffen werden. „Auf dem Platz soll unter anderem Bogensport für Menschen mit und ohne Behinderung angeboten werden", heißt es in dem Schreiben weiter. Wobei Diekmann die Betonung auf „unter anderem" legt. Die BSG beanspruche für seine Bogensportabteilung keineswegs ein Alleinnutzungsrecht; Fußballtennis, (Sitz-) Volleyball und (Rollstuhl-) Basketball nennt er als weitere denkbare Sportarten. Auch sportliche Aktivitäten im offenen Ganztagsangebot könnten dort realisiert werden. Für die zukünftige Bewirtschaftung des Tennenplatzes wolle die BSG die Verantwortung übernehmen. Fehlende Wertschätzung Auch an den Stadtsportverband, dem die BSG seit seiner Gründung im Jahr 2013 angehört, hat Diekmann eine Kopie des Briefes geschickt. „Und drei Wochen lang nichts gehört", kritisiert er. Erst auf sein beharrliches Nachhaken sei sein Anliegen auf die Tagesordnung des Vorstands gesetzt worden. Was ihn noch mehr erregt: Zu der Sitzung wurde nicht er, sondern ein Vertreter des RRC Lohe eingeladen, der sich dann auch noch gegen eine zusätzliche Nutzung des Tennenplatzes als Rollschuhbahn ausgesprochen habe. „Die Realisierung im Schulzentrum Süd erscheint uns zunehmend unrealistisch, erste Priorität hat für uns die Bahn im Siel", fasst Jürgen Demberg die Haltung des RRC Lohe zusammen. „Ich habe das Gefühl, der Stadtsportverband ist an dem behindertengerechten Umbau des Platzes nicht interessiert", sagt Holger Diekmann im Gespräch mit der NW. Er vermisse eine „eindeutige Positionierung" für das Projekt. Stattdessen habe ihn Milberg nur auf planungsrechtliche und bautechnische Hindernisse hingewiesen und ihm geraten, nicht nur einen Brief, sondern einen offiziellen Antrag an den Sportausschuss zu stellen. Milberg weist Vorwurf zuück „Das ist der richtige Weg, um ein Prüfungsverfahren in Gang zu setzen", erklärt Milberg. Und wird in dieser Einschätzung vom städtischen Pressesprecher Volker Müller-Ulrich bestärkt. Wobei Müller-Ulrich zur Geduld rät: „Derzeit stehen alle städtischen Sportanlagen auf dem Prüfstand, die Verwaltung will ein Entwicklungskonzept erarbeiten." Den Vorwurf fehlender Wertschätzung weist Milberg entschieden von sich. Er sei nicht nur persönliches Mitglied in der BSG, sondern habe auch mehrfach gut und eng mit Diekmann zusammengearbeitet. Zum Beweis nennt er die beiden Fußball-Länderspiele für Blinde, die 2016 gemeinsam organisiert wurden. Auch für das Jahr 2019 sei bereits eine Zusammenarbeit geplant. Die Stadt Bad Oeynhausen hat sich am 17. April offiziell beim Deutschen Behindertensportverband um die Ausrichtung eines Stadt-Spieltages oder eines Länderspiels für blinde Fußballer beworben. Als Spielorte werden die Kurhaus-Terrasse, der Platz vor der Wandelhalle, der Inowroclaw-Platz und die Sparkassen-Arena genannt. „Als Partner stehen vor Ort der Stadtsportverband Bad Oeynhausen und die BSG bereit", verspricht Bürgermeister Wilmsmeier in seinem Brief. „Ich glaube an eine weitere Mitgliedschaft der BSG", betont deshalb der Stadtsportverbandsvorsitzende. Zumindest auf der Homepage des Verbands sieht das allerdings anders aus. Da wird die BSG nicht mehr als Mitgliedsverein geführt – obwohl die Kündigung satzungsgemäß erst zum 31. Dezember erfolgt. Auch das, aus Sicht Diekmanns, ein Zeichen fehlender Wertschätzung.

realisiert durch evolver group