Neues Gerät: Michael Hauber untersucht die Leber mit starken Ultraschall-Wellen, Chefarzt Diethelm Tschöpe begutachtet die Werte auf dem Monitor. Der Patient spürt ein leichtes Klopfen. Foto: Heidi Froreich - © Heidi Froreich
Neues Gerät: Michael Hauber untersucht die Leber mit starken Ultraschall-Wellen, Chefarzt Diethelm Tschöpe begutachtet die Werte auf dem Monitor. Der Patient spürt ein leichtes Klopfen. Foto: Heidi Froreich | © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Fettleber unter Beschuss

Herz- und Diabeteszentrum: Gastroenterologische Abteilung für 2,2 Millionen Euro modernisiert. Spezielles Ultraschallgerät kann Grad der Vernarbung feststellen

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Der Fettleber gilt Michael Haubers besonderes Interesse: „Sie erschwert die erfolgreiche Behandlung von Diabetikern". Das wird sich, da ist sich der Leiter der gastroenterologischen Abteilung im Herz- und Diabeteszentrum sicher, ändern. Weil ihm mit der Lebersteifigkeitsanalyse eine neue Untersuchungsmethode zur Verfügung steht. „Eine fette Leber produziert selbst mehr Zucker, sodass bei Insulinresistenz die Zuckerwerte auch ohne Kekse und Bonbons hoch bleiben können. Viel Zucker im Blut wiederum regt die Leber dazu an, diesen in Fett umzubauen und einzulagern", beschreibt Diethelm Tschöpe, Klinikdirektor der Diabetologie im Herz- und Diabeteszentrum, einen gefährlichen Mechanismus. „Richtig gefährlich wird es, wenn die Fettleber nicht nur entzündet, sondern auch vernarbt ist", ergänzt Hauber. weil dann nicht nur die Einstellung des Blutzuckerspiegels deutlich erschwert wird, sondern auch die Gefahr steigt, an Leberkrebs zu erkranken. Ob und in welchem Maße das der Fall ist, kann der Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie und Gastroenterologie mit Hilfe eines speziellen Ultraschallgeräts feststellen. Bauarbeiten dauerten sieben Monate Auf die Leber werden Schallwellen mit besonders hoher Intensität gerichtet, aus der Reflexion lässt sich der Widerstand und damit der Grad der Vernarbung ablesen. „Man spürt ein leichtes Klopfen", beschreibt ein Patient sein Empfinden bei der so genannten Impedanz-Elastographie. Rund 50.000 Euro kostet das Gerät – längst nicht die einzige Neuanschaffung in der gastroenterologischen Abteilung. „Das HDZ hat hier 2,2 Millionen Euro investiert", erläutert Pressesprecherin Anna Reiss. Die Abteilung wurde in siebenmonatiger Bauzeit um 100 Quadratmeter erweitert und komplett neu gestaltet. Unter anderem gibt es zwei Untersuchungsräume für Ultraschalluntersuchungen, Magen- und Darmspiegelungen, einen Aufwachbereich mit Monitoren und Überwachungszentrale sowie einen neuen Videoendoskopieturm. Neben den rund 2.000 Diabetes-Patienten, bei denen Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes vorgenommen werden, sind es auch zahlreiche Patienten mit Herzerkrankungen, die beispielsweise vor Operationen von Hauber und seinem neunköpfigen Team der Gastroenterologie betreut werden. Die Intensivstationen nennt der Abteilungsleiter als weiteren wichtigen Einsatzbereich. Hier ist der Gastroenterologe unter anderem für die Versorgung mit Ernährungssonden verantwortlich. Wie für den Blick auf die Fettleber ist auch dafür besondere Fachkenntnis erforderlich. Die der 42-Jährige – darauf ist sein Klinikchef Tschöpe besonders stolz – auch mitbringt: Hauber wird auch die offizielle Zusatzqualifikation „Ernährungsmedizin" in Kürze bescheinigt werden.

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