Könnte ab 2020 nur noch durchfahren: Der Halt in der Kurstadt des Intercity nach Amsterdam soll zugunsten einer schnelleren ICE-Verbindung gekappt werden. - © Foto: Thorsten Gödecker
Könnte ab 2020 nur noch durchfahren: Der Halt in der Kurstadt des Intercity nach Amsterdam soll zugunsten einer schnelleren ICE-Verbindung gekappt werden. | © Foto: Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Wegfall der IC-Halte auch für Kliniken problematisch

Etwa die Hälfte der Patienten reisen mit der Bahn an. Sollten weitere IC-Halte gestrichen werden, bedeutet dies auch für Klinikmitarbeiter längerer Fahrtzeiten

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Die jüngst bekannt gewordenen Pläne der DB Fernverkehr, die Verbindung NRW-Hannover-Berlin neu zu takten, sorgen in der Kurstadt für Entrüstung. Denn diese schnellere Verbindung würde bedeuten, dass in Bad Oeynhausen (wie berichtet) ab 2020 acht weitere IC-Halte wegfallen würden. „Das wäre für uns in doppelter Hinsicht problematisch", sagt Holger Schuermann, Geschäftsführer der Klinik Porta Westfalica und Sprecher der Bad Oeynhausener Reha-Kliniken. Zum einen würden etwa 50 Prozent der Patienten mit der Bahn anreisen und zum anderen sei eine gute Bahnanbindung wichtig für die Mitarbeiter der Klinik. „Wir haben viele Mitarbeiter, die aus Osnabrück, Bielefeld und auch aus Hannover mit dem Zug kommen", sagt Schuermann. „Fällt die IC-Verbindung weg, sind wir als Arbeitgeber nicht mehr attraktiv und das in einer Zeit, in der es ohnehin immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu bekommen", führt Schuermann aus. „Schon jetzt klagen viele Mitarbeiter, dass die Züge immer so voll sind." Schuermann geht davon aus, dass sich diese Situation bei weiter ausgedünnten Verbindungen noch verschärfen werde. "Bahn-Pläne schwächen die Kurstadt" Auch Michael Großkurth, Verwaltungsleiter der Reha-Klinik Bad Oexen, sieht in den Bahn-Plänen eine Schwächung der Kurstadt. „Auch unsere Patienten kommen zu etwa 50 Prozent mit der Bahn. Die Menschen sind schwer krank und wollen schnellstmöglich die Klinik erreichen." Es sei richtig und wichtig, dass sich die Politik und auch der Bürgermeister stark machen. Letzterer hatte in einer ersten Stellungnahme am Donnerstag erklärt, OWL und Bad Oeynhausen dürfen nicht vom nationalen und internationalen Schienen-Fernverkehr abgehängt werden, dies würde den ÖPNV noch weiter schwächen und die Menschen in der Kurstadt zu Menschen zweiter Klasse machen. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze hatte seinem Unmut Luft gemacht. „Diese Einschnitte sind nicht mehr nachzuvollziehen", sagte er im Gespräch mit der NW. „Wir hoffen aber, dass wir so früh dran sind, dass wir noch etwas ändern können." Den genauen Stand des Verfahrens wollen Schwartze und sein Minden-Lübbecker Bundestagskollege Kollege Achim Post bei einem Gespräch am 23. April erfahren. Rückendeckung bekommen Stadt und Region vom Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL). Die Verbandsversammlung hatte einstimmig eine Resolution beschlossen, die sich gegen die Pläne der Bahn richtet. Darin fordert der NWL nicht nur mindestens einen Halt der neuen Sprinter-Linie, sondern auch den Erhalt der IC-Linie 77 (Amsterdam-Bad Oeynhausen – Hannover- Berlin).

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