Szene aus dem Stück: Der Schauspieler Michael Grunert spielt Ferdinand Matuszek. Er kam als Zwangsarbeiter nach Bad Oeynhausen. - © Foto: Tom Dombrowski
Szene aus dem Stück: Der Schauspieler Michael Grunert spielt Ferdinand Matuszek. Er kam als Zwangsarbeiter nach Bad Oeynhausen. | © Foto: Tom Dombrowski

Bad Oeynhausen Druckerei zeigt die Geschichte des Zwangsarbeiters Matuszek

Am Mittwoch, 18. April, wird das Stück „Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht“ in der Druckerei gespielt. In ihm wird die Lebensgeschichte des ehemaligen Zwangsarbeiters Ferdinand Matuzsek erzählt

Dirk Windmöller
Birgit Guhlke

Bad Oeynhausen. Die Geschichte von Ferdinand Matuszek ist zu einem Theaterstück verarbeitet worden. Als 15-Jähriger war er von Nationalsozialisten aus seiner Heimat im polnischen Ostgalizien entführt und zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert worden. Er landete auf einem Bauernhof in Rehme. Dort lernte er auch sowjetische Kriegsgefangene kennen, die im damaligen Stammlager in Stukenbrock interniert waren. Aus seinen Erlebnissen ist ein Buch entstanden, das die Grundlage für das Theaterstück bildet. Es trägt den Titel „Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht". Oliver Nickel und Friedhelm Schäffer haben das Buch „Ich hatte nichts gegen Deutsche, nur gegen Faschisten – Die Lebensgeschichte von Ferdinand Matuszek" geschrieben. Daraus haben Michael Grunert, der auch Matuszek spielt, und Regina Berges das Bühnenstück erarbeitet. Emotional und bewegend Anfang des Monats hatte das Stück im Theaterlabor in Bielefeld Premiere. Die Autoren sind begeistert von der Bühnenfassung. „Das emotionale und bewegende Stück mit einem starkem Darsteller hat viele Besucher sichtbar erfasst und beeindruckt", sagt Schäffer. Das habe auch die Reaktion von Zuschauern nach der Aufführung gezeigt. „Eine ältere Frau kam auf mich mit Tränen in den Augen zu und berichtete, dass auf dem Hof der Eltern ebenfalls ein russischer Zwangsarbeiter war, der mit am Tisch saß. Ein Zwangsarbeiter auf dem Nachbarhof sei dagegen schäbig behandelt worden", sagt Schäffer. Ferdinand Matuszek war als Zwangsarbeiter bei einem Bauern in Rehme. Die Weserhütte lag nicht weit entfernt von diesem Hof und ein Arbeiter brachte den sowjetischen Kriegsgefangenen, die dort als Zwangsarbeiter eingesetzt waren, immer wieder etwas zu Essen. Er warf es über den Zaun und eines Tages wurde einer dieser Zwangsarbeiter vor seinen Augen erschossen. Matuszek ist 2014 im Alter von 88 Jahren gestorben. In seine alte Heimat ist er nie zurückgekehrt, er hat sich eine Existenz in Bad Oeynhausen aufgebaut und später in Löhne gelebt. In dem Ein-Personen-Stück wird Schauspieler Michael Grunert Szenen aus dem Leben von Matuszek darbieten. Dieser gehe in seinem Haus der Erinnerungen umher und werde von diesen überwältigt, so erklärt es Grunert. ´ Am Mittwoch, 18. April, wird das Stück um 20 Uhr in der Druckerei gezeigt. Tickets gibt es zu den üblichen Öffnungszeiten im Begegnungszentrum oder über die Internetseite unter www.dbbo.de

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