Löhne NW-Aktion Lauf geht's: Ulrich Reetz (65) trainiert für den Halbmarathon

Der Löhner joggte schon immer gern als Ausgleich zum Beruf. Jetzt hat sich der Löhner bei dem Programm Lauf geht’s angemeldet

Susanne Barth

Löhne. Blauer Himmel, die Sonne strahlt, aber es ist verdammt kalt. Für Ulrich Reetz kein Grund im Warmen zu bleiben. Ordentlich im Zwiebellook angezogen, geht der 65-Jährige trotzdem joggen. „Ich laufe bei Wind und Wetter", sagt der Löhner. Das Laufen hat ihn zeitlebens neben dem Beruf begleitet. Jetzt soll das Hobby in einen Halbmarathon gipfeln. Dafür macht Reetz bei der NW-Aktion Lauf geht's mit. Sport ist für Ulrich Reetz schon immer Teil seines Lebens gewesen. Zehn Jahre lang spielte er Handball beim VfL Mennighüffen, ehe er gemeinsam mit Axel Schenk vor 25 Jahren die Triathlon-Abteilung beim SC Aquarius gründete, die auch heute noch existiert. Reetz ist aber raus: „Die jüngere Generation hat übernommen." Er erinnert sich noch genau an seine Zeit zu Gehen: „Als ich ins Ziel gekommen bin und mein Sohn schon geduscht war, habe ich aufgehört", sagt Reetz und lacht. „Ohne Sport hätte ich das nicht durchhalten können" Das Laufen aber ist geblieben. Allerdings ist joggen für Reetz in den vergangenen zehn Jahren etwas in den Hintergrund gerutscht. „Ich bin beruflich sehr eingespannt gewesen", sagt Reetz, der im April in den Ruhestand geht. Der Löhner ist Chemieingenieur, war die ersten zehn Jahre seines Berufslebens weltweit für den Bayer-Konzern tätig und ist seit etlichen Jahren für Norddeutschland zuständig. Gesundheitspolitik und -ökonomie ist sein Steckenpferd. Eine 50- bis 60-Stunden-Woche war für ihn keine Seltenheit. „Ohne Sport hätte ich das nicht durchhalten können." Fit ist er geblieben. „Einen Zehn-Kilometer-Lauf könnte ich aus dem Stand aber nicht laufen", sagt Reetz und lacht. Aber er hat Lust dazu, wieder regelmäßig zu trainieren und Ambitionen endlich mal einen Halbmarathon zu laufen. Da kam die NW-Aktion Lauf geht’s gerade recht. „Die Info klebte auf meiner Tageszeitungund ich hatte sofort die Idee, dabei mitzumachen." Zum ersten Mal organisiert die Neue Westfälische die Lauf-Aktion. Das Programm wird medizinisch betreut, es gibt Lauftreffs in vier Städten, Vorträge über Ernährung und Bewegung. Die Kombination der unterschiedlichen Module hat Reetz dabei angesprochen. Bei dem Gruppentraining, das immer samstags in Herford stattfindet, ist ein Trainer vor Ort, der anleitet und Tipps gibt. „Auch gibt es jede Woche einen Plan, den man solo abarbeitet", sagt Reetz. Drei Sporteinheiten pro Woche sollten es sein, auch gilt es auf die Ernährung zu achten. Fit für den Halbmarathon in Bochum Das Ziel: Selbst „Couch-Potatoes" für einen Halbmarathon oder Zehn-Kilometer-Lauf fit machen. „Lauf geht’s ist nicht für Supersportler gedacht, sondern für ganz normale Leute auch für Bewegungsmuffel", sagt Sven Kowalski vom Eventmanagement, Ansprechpartner für die Aktion in der NW. „Es ist aufgrund der veränderten Zielgruppe auch nicht als Konkurrenzaktion zu den vielen in der Region etablierten Laufkursen zu verstehen", ergänzt der Leiter Eventmanagement Robin Rehm. Ulrich Reetz ist gespannt, wie die Zeit bis zum Halbmarathon am 2. September in Bochum verlaufen wird. Auch vor dem ersten Lauftreff nächsten Samstag, bei dem die Teilnehmer je nach Vorkenntnis und Trainingsstand in Gruppen eingeteilt werden, schnürt der 65-Jährige schon mal die Laufschuhe. Seine bevorzugte Strecke führt ihn direkt hinterm Haus zwischen den Feldern entlang zur Werre. „Wir wohnen hier einfach ideal." Zur Abwechslung ist er auch gern in den Wäldern unterwegs. Ab April geht Reetz in Rente und will die neue Zeit aber nicht nur fürs Lauftraining nutzen. „Körper und Geist müssen fit bleiben", findet der Löhner. Und so hat er sich wieder an der Universität eingeschrieben. In dem Programm extra für Menschen, die schon studiert und gearbeitet haben, geht es um die Themen Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft. „Es es sehr vielfältig."

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