Keine Berührungsängste: Doreen Klose hat eine rote Chile-Vogelspinne auf dem Arm. Pia Sophie staunt über Mamas Mut. Foto: Jörg Stuke - © Jörg Stuke
Keine Berührungsängste: Doreen Klose hat eine rote Chile-Vogelspinne auf dem Arm. Pia Sophie staunt über Mamas Mut. Foto: Jörg Stuke | © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen Mutprobe mit acht Beinen

Insektenschau: Renaldo Neigert zeigt im Kaiserpalais Spinnen, Schaben, Heuschrecken, Krebse und Krabben in 110 Terrarien

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Das ist eine ganz eine liebe. „Die rote Chile Vogelspinne zählt zu den sanftmütigsten. Die müsste man schon sehr ärgern, damit sie beißt", sagt Renaldo Neigert. Der Bielefelder war am Sonntag mit seiner Insektenschau zu Gast im Kaiserpalais. Für die, die sich trauen, ist ein hautnahes Rendezvous mit der haarigen Riesenspinne der Höhepunkt der Schau. Doreen Klose ist eine Frau, die sich traut. „Ich guck doch so gerne Dschungelcamp", gesteht die Bad Oeynhausenerin. „Und da wollte ich gern wissen, wie sich so eine Spinne anfühlt." Also nimmt sie kurz Sichtkontakt mit der roten Chilenin auf, nickt und lässt sich dann tapfer von einem Mitarbeiter Neigerts die stattliche Spinne auf den Arm setzen. Beide Beteiligte bewältigen die Prüfung mit großer Gelassengzeit. „Fühlt sich ganz weich an", sagt Doreen Klose. Ein paar Schritte weiter steht ein ratloser Dreikäsehoch vor einem der 110 Terrarien, die an diesem Sonntag eine erstaunlich große Gästezahl in den Oeynhausen-Saal des Kaiserpalais locken. „Da ist nix.", verkündet der Knirps. „Doch. Da", sagt seine Mutter und zeigt auf das Wesen hinter der Scheibe. „Das ist ’nen Ast", behauptet der junge Mann im Kindergartenalter. Mutter hält dagegen: „Nein, das ist eine Heuschrecke, die aussieht wie ein Ast." Recht hat sie. Stab- und Gespensterheuschrecken, Hundert- und Tausendfüßler, Fauchschaben und vor allem Spinnen bevölkern die Terrarien. 80 der 110 Glasbehälter beherbergen Spinnentiere, denen denn auch die besondere Liebe Neigerts gilt. Vor 22 Jahren bekam der Bielefelder eine Vogelspinne von seinem Nachbarn. Seitdem hat ihn die Leidenschaft für die achtbeinigen Krabbeltiere gepackt. Seit neun Jahren ist das Hobby sein Beruf, tourt er mit seiner Insektenschau durch Deutschland. „Faszinierend ist allein schon die Artenvielfalt", sagt Neigert. „Es gibt 4.300 bekannte Spinnenarten. Und es werden immer noch neue entdeckt."

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