Am Musterpflaster: Thomas Dippert (v. l.), Gerold Haug, Jörg Zander und Guido Bröer wollen Rad- statt Rumpelwege. Foto: Gödecker - © Thorsten Gödecker
Am Musterpflaster: Thomas Dippert (v. l.), Gerold Haug, Jörg Zander und Guido Bröer wollen Rad- statt Rumpelwege. Foto: Gödecker | © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Verkehrsclub fordert mehr Geld für Radwege

„Mahnwache“: Kreisvorsitzender wirft Rat und Stadtverwaltung vor, die falschen Schwerpunkte zu setzen. Vor allem die geplante Pflasterung der Fußgängerzone stößt auf die Kritik der Aktivisten

Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen. Kritik übt der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland am Zustand der Radwege in der Kurstadt. Der VCD-Kreisvorsitzende, Thomas Dippert, bemängelt, dass im Haushalt der Stadt nur 120.000 Euro für die Unterhaltung von Radwegen bereit stünden. Deshalb lud Dippert zur „Mahnwache" an den gepflasterten Musterflächen vor die Deutsche Bank. Drei VCD-Mitglieder folgten der Einladung. Sie trafen sich am Musterpflaster, weil die Stadt mehr als eine Million Euro in die Aufwertung der Innenstadt stecken will. Für das größte Projekt des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) hat der Kämmerer im laufenden Haushaltsjahr 370.000 Euro und im Jahr darauf 960.000 Euro eingeplant. Der Stadt wurde eine Förderung von mehr als 70 Prozent in Aussicht gestellt. Dennoch rügt Dippert für den VCD die Prioritätensetzung des Rates: „Dafür haben wir überhaupt kein Verständnis. Das steht in keinem Verhältnis zueinander", heißt es in einer Pressemitteilung des VCD. Die Stadtverwaltung setze falsche Schwerpunkte. Beispielhaft für diese Fehlentwicklung sei der Verwaltungsvorschlag zum Ausweis des Alten Postweges als Fahrradstraße. „Dieses Verwaltungsprojekt ist überflüssig wie ein Kropf, reine Geldverschwendung." kommentiert Dippert. „An der Flutmulde Schwarzer Weg wird Schülern und Berufspendlern eine Passage durch Schlamm, kleine Seen und neuerdings auf Eisplatten zugemutet. Das Unfallrisiko dort ist untragbar." Seit mehr als fünf Wochen sei diese wichtige Rad- und Fußweg-Verbindung praktisch unbenutzbar. Als weitere „Rumpelwege", die schnellstmöglich zu Radwegen ertüchtigt werden sollten, benennt der VCD das Schlammloch vor dem Turbinenhaus im Auslauf der Unterführung Kanalstraße, die Radwege beiderseits der Eidinghauser Straße und der Steinstraße, die Verlängerung der Straße Am Wiesental zur Georgstraße, die Durchbindung der Gerhard-Hauptmann-Straße zur Körnerstraße und den Durchgang von der Weserstraße auf die Rolandstraße. Alle diese Brennpunkte seien der Verwaltung seit 2015 bekannt. Passiert sei nichts, kritisiert Dippert. Deshalb hielten die vier Aktivisten Mahnwache am Musterpflaster, das zeigt, wie die Fußgängerzone zukünftig aussehen könnte.

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