Staustufe: Das Sielwehr in Werste soll abgerissen, die Stauhöhe um 80 Zentimeter gesenkt werden, damit die Werre in Bewegung kommt. Foto: Marten Siegmann - © Marten Siegmann
Staustufe: Das Sielwehr in Werste soll abgerissen, die Stauhöhe um 80 Zentimeter gesenkt werden, damit die Werre in Bewegung kommt. Foto: Marten Siegmann | © Marten Siegmann

Bad Oeynhausen Werre-Umbau soll fünf Millionen kosten

Umweltausschuss: Abriss und Neugestaltung des Sielwehres und des Flusses bis kurz hinter die Löhner Stadtgrenze sollen in einem ersten Bauabschnitt verwirklicht werden. Arbeiten könnten 2020 beginnen

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Die Werre ist in einigen Abschnitten eher ein stehendes Gewässer als ein reißender Fluss. Den Eindruck des Stillstands vermitteln streckenweise auch die Planungen zum Umbau von Werre und Sielwehr. Nun aber soll der Umweltausschuss in der nächsten Woche das Planverfahren einen Schritt weiter bringen. So legt Eckhard Nolting, Gewässerexperte bei der Stadtverwaltung Bad Oeynhausen, dem Ausschuss eine Kostenschätzung der einzelnen in Bad Oeynhausen geplanten Maßnahmen vor:  Die Umgestaltung des Sielwehres, einschließlich Abriss von Wehr und Brücke, wird nach aktuellen Schätzungen 3,3 Millionen Euro kosten. Beim Umbau des Wehres soll die Stauhöhe um 80 Zentimeter abgesenkt werden. Für die naturnahe und hochwassersichere Gestaltung der Werre oberhalb des Wehres bis zur Stadtgrenze nach Löhne werden Kosten in Höhe von rund 450 Tsd. € veranschlagt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mit Umsetzung dieser Maßnahme voraussichtlich deutliche Einsparungen beim Hochwasserschutz in Werste erzielt werden können. Für die Profilaufweitung der Werre unterhalb des Sielwehres bis zur Einmündung des Kaarbaches werden 300.000 Euro veranschlagt. Für die Sanierung und Anpassung des Kokturkanals setzen die Planer weitere 300.000 Euro und für die sonstigen Maßnahmen (Anbindung der Nebengewässer, Radwegebau, Anpflanzungen, Deichmodellierung) rund 200.000 Euro an. Für vorbereitende Arbeiten (Baustelleneinrichtung, Freimachen des Baufeldes) werden 330.000 Euro veranschlagt. Macht unterm Strich für den ersten Bauabschnitt gut 4,8 Millionen Euro. Was sich offenbar mit den bisherigen Kostenschätzungen deckt. Denn Kämmerer Marco Kindler hat in seiner Finanzplanung bis 2021 knapp fünf Millionen Euro für Wehr und Werre vorgesehen. Dabei erwartet die Stadt, dass das Land 80 Prozent der Kosten übernimmt. Eine Schwelle im Flussbett Zu diesen auf Bad Oeynhausener Gebiet geplanten Maßnahmen kommen weitere Projekte auf Löhner Gebiet. Unmittelbar westlich der Stadtgrenze, bei Flusskilometer 5,7 (das heißt: Es sind 5,7 Kilometer bis zur Einmündung der Werre in die Weser) soll eine Schwelle angelegt werden. Diese Aufschüttung im Flussbett soll verhindern, dass sich nach einer Absenkung des Sielwehres der Flusspegel zu weit auswirkt. Zuerst soll die „Fluss-Schwelle" in Löhne gebaut werden „Und deshalb wird diese Schwelle auch das erste sein, was bei der Umgestaltung des Flusses umgesetzt werden muss", erläutert Ralf Isemann, der bei der Stadt Löhne für das Projekt zuständig ist. Im zweiten Schritt werde dann das Sielwehr abgerissen und mit einer neuen, 80 Zentimeter niedrigeren Staustufe wieder aufgebaut. Danach soll der Fluss bis Kilometer 4,1 – das ist in Höhe der Kaarbachmündung – umgestaltet werden. „Das Flussbett soll insgesamt breiter, aber flacher werden und so wieder in Bewegung kommen", erläutert Isemann. Dazu soll Boden im Deichvorland ausgehoben und ins Flussbett gekippt werden. „In einigen Abschnitten liegt die Werre auch in einem Steinkorsett", erklärt Isemann. Diese Steine sollen aus dem Uferbereich gelöst und im Flussbett wieder verbaut werden. Was der Umbau auf Löhner Seite kosten wird, kann Isemann noch nicht sagen. Auch, weil auf Löhner Seite noch erheblicher Grunderwerb notwendig ist. Betroffen seien sechs bis sieben Eigentümer, die auch grundsätzlich zum Verkauf bereit wären, so hatte Amtsleiter Ulrich Niemeyer dem Löhner Planungsausschuss erklärt. In konkrete Verkaufsverhandlungen wollten die Löhner aber erst nach einem Beschluss des Bad Oeynhausener Rates zum Umbau des Sielwehrs einsteigen. „Und da ist zwischen der Probeabsenkung der Werre 2006 und dem Beschluss 2016 nichts passiert", sagt Isemann. Ausbau dauert mehrere Jahre Nicht nur dieser erste Bauabschnitt, sondern auch der zweite Abschnitt, der die Umgestaltung zwischen „Werre-knie" und Albert-Schweitzer-Straße in Löhne (Flusskilometer 9) vorsieht, wollen die Städte Bad Oeynhausen und Löhne gemeinsam planen. Das Genehmigungsverfahren, so stellt Eckhard Nolting in Aussicht, könnte dann Anfang 2019 eingeleitet werden. Mit dem Baubeginn selbst rechnet Ralf Isemann 2020. Wann der Umbau von Werre und Sielwehr dann abgeschlossen ist, wagt Isemann nicht zu schätzen. Er ist aber sicher: „Das wird mehrere Jahre dauern." Der Umweltausschuss der Stadt Bad Oeynhausen wird sich am Dienstag, 13. Februar, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses mit dem Thema befassen. Am Donnerstag, 22. Februar, steht das Thema auf der Agenda des Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Löhne. Beginn ist um 18.30 Uhr im Rathaus Löhne.

realisiert durch evolver group