Primarschule: Werner Eyßer (3.v.l.) und Ehefrau Angelika (sechste v.l.) mit dem Lehrerkollegium und Leiter Alphonse (zweiter v.l.). - © Werner Eysser
Primarschule: Werner Eyßer (3.v.l.) und Ehefrau Angelika (sechste v.l.) mit dem Lehrerkollegium und Leiter Alphonse (zweiter v.l.). | © Werner Eysser

Bad Oeynhausen Erfolgsgeschichten aus Ruli

Ruanda-Projekt: 18.000 Euro wurden unter anderem für zwei neue Sportplätze investiert. Verein Ikiraro will weitere Ausbildungswerkstatt bauen

Heidi Froreich

Bad Oeynhausen. Zwei neue Sportplätze, Fotokopierer für zwei Schulen, sowie Unterrichtsmaterialien für die Primarschule – Werner Eyßer hat sich vor Ort selbst davon überzeugt, dass die 18.000 Euro vom Konto des Ruanda-Patenschaftsprojekts bis auf den letzten Cent gut investiert worden sind. Nun ist das Konto aufgelöst, aber Hilfe aus Bad Oeynhausen wird es weitergeben, verspricht der Initiator des bislang von der Realschule Süd und des Immanuel-Kant-Gymnasiums getragenen Projekts. Weil es jetzt den Verein Ikiraro gibt. Dessen zweiter Vorsitzende heißt Werner Eyßer und der ist nach seiner Rückkehr aus Ruli „voll motiviert, weiter zu machen". Dafür hat unter anderem Delphine gesorgt. Die junge Frau hat die vom Patenschaftsprojekt gegründete Sekundarschule besucht, hat aus Bad Oeynhausen finanzielle Hilfe für ein Studium bekommen. Nun arbeitet sie nicht nur als Ruanda-Chefin für eine amerikanische Hilfsorganisation, sondern hat ein eigenes Mode-Label (www.delphinez.com) entwickelt. Die Kleidung wird zum größten Teil in Ruli gefertigt – in einer Nähstube, die vor 22 Jahren vom Ruanda-Projekt gegründet wurde. „Das ist in jeder Hinsicht nachhaltige Hilfe", bilanziert Eyßer. Und fügt gleich eine zweite Erfolgsgeschichte hinzu, die ihn und seine Vereinsmitglieder zum Weitermachen motiviert. Alphonse Twizeyimana hat die Leitung der Primarschule übernommen. Die war 1995 das erste Projekt der Bad Oeynhausener und in der hat Alphonse als einer der ersten Schüler rechnen, schreiben und lesen gelernt. Eyßer: „Jetzt wird er die Schule mit moderner, handlungsorientierter Pädagogik leiten". Im Computerraum regnet es rein Zusammen mit seiner Ehefrau Angelika war der mittlerweile pensionierte ehemalige Lehrer der Realschule Süd rund zwei Wochen in Ruanda unterwegs. Hat dabei immer wieder große Gegensätze erlebt. „Blutkonserven werden mit Drohnen ins Krankenhaus transportiert", nennt Eyßer ein Beispiel für technischen Fortschritt. „Und im Computerraum unserer Schulen regnet es rein", beschreibt er die Defizite im dörflichen Alltag. Die zu beheben aber ebenfalls Motivation für weiteres Engagement sind. Neben der Unterstützung für Reparaturarbeiten hat er auch ein weiteres Projekt mit nachhaltiger Wirkung im Blick: „Wir wollen eine Ausbildungswerkstatt für Elektro- und Installateurarbeiten bauen". Nun hofft er auf weitere Unterstützung beispielsweise von Firmen aus Bad Oeynhausen. Damit noch mehr Erfolgsgeschichten aus Ruli geschrieben werden können.

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